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    Der neue Koalitionsvertrag und die Folgen für den Mittelstand

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Der Mittelstand macht’s!

Liebe Leser,

Geht es nach dem Mittelstand, wird 2014 ein gutes Jahr für Deutschland. Die Unternehmer sind voller Optimismus in das neue Jahr gestartet. Das ergab die nun schon traditionelle Unternehmerumfrage unseres Verbandes zum Jahreswechsel, die wir mit großem nationalem und internationalem Medienecho bei der Bundespressekonferenz in Berlin vorgestellt haben.

Selten war so viel Zuversicht in der Wirtschaft. Über 90 Prozent der Mittelständler schätzen ihre gegenwärtige Geschäftslage als befriedigend oder besser ein. Nahezu jeder zweite Unternehmer will in diesem Jahr ebenso viel investieren wie 2013, knapp 32 Prozent sogar mehr. Fast 35 Prozent planen die Einstellung zusätzlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Alles in allem könnten bis zu 250.000 neue Arbeitsplätze entstehen.

Der deutsche Mittelstand hat seine Hausaufgaben gemacht. Allein 2013 haben Klein- und Mittelbetriebe 160 Milliarden Euro in unsere Zukunft investiert. In diesem Jahr dürften es über 180 Milliarden Euro werden – wenn die Rahmenbedingungen stimmen. In Berlin und in Brüssel. So kann die EU-Schuldenkrise jederzeit wieder aufflammen. Immerhin die Hälfte der Unternehmen schließt den Ausstieg oder Ausschluss von Mitgliedsländern der Euro-Zone nicht aus.

Allergrößte Sorge bereiten den Mittelständlern die Energiekosten, die drückende Abgabenlast und der Fachkräftemangel. Hier ist die Große Koalition gefordert. Auf Dauer können unsere Unternehmen bei Strompreisen, die 30 Prozent über dem EU-Durchschnitt liegen, im globalen Wettbewerb nicht konkurrenzfähig bleiben. Deshalb muss die neue Bundesregierung Betriebe und Bürger durch eine Senkung der Stromsteuer entlasten. Und Deutschland braucht einen Neustart der Energiewende. Sonst drohen Betriebsverlagerungen und Schließungen im Mittelstand.

Mit dem Konzept einer dezentrale(re)n Energieerzeugung weist der BVMW der Politik den Weg. Es stoppt die Explosion der Strompreise, spart Milliardenkosten beim Netzausbau und sichert die Wertschöpfung vor Ort. Mehr als 100 Bundestagsabgeordnete haben diese Botschaft von unserem Parlamentarischen Abend in ihre Fraktionen mitgenommen.

Auch in der Steuerpolitik bietet unser Verband konkrete Lösungen. Das Zauberwort heißt Gewinn-Thesaurierung. Wir schlagen die Steuerfreistellung aller im Betrieb verbleibenden Gewinne vor. Sie bringt Liquidität, ermöglicht den Mittelständlern Investitionen und schafft Arbeitsplätze in unserem Land. Das sehen auch über 70 Prozent der Mittelständler so.

Der Fachkräftemangel wird immer mehr zur Achillesferse unserer Wirtschaft. Annähernd 90 Prozent der Unternehmen können offene Stellen kaum oder gar nicht besetzen. Fast ein Drittel musste in den letzten beiden Jahren Aufträge mangels Mitarbeitern ablehnen. Ein bundesweiter Mindestlohn von 8,50 Euro wird die Personalnot im Mittelstand eher noch verstärken.

Leider gehen auch die Rentenpläne der Großen Koalition in die falsche Richtung. Die schwarz-roten Sozialgeschenke belasten die Rentenkassen bis 2013 mit 130 Milliarden Euro zusätzlich. Das schlägt auf den Faktor Arbeit durch. Schon heute macht aber der Anteil von Steuern und Abgaben an den Arbeitskosten bei uns fast 50 Prozent aus, in den USA ist es weniger als ein Drittel.

Wir reichen der neuen Bundesregierung die Hand zum vertrauensvollen Dialog. Mit dem BVMW steht ihr ein kritischer, aber verlässlicher Partner zur Seite. Unser gemeinsames Anliegen muss es sein, den Millionen Mittelständlern bestmögliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Damit 2014 ein gutes Jahr wird – für den Verband, für den Mittelstand, für unser Land.

Ihr Mario Ohoven

Präsident Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) und Europäischer 
Mittelstandsdachverband (CEA-PME), 
Herausgeber „Der Mittelstand“

Foto: Silke Borek

Der neue Koalitionsvertrag und die Folgen für den Mittelstand

Mühsame Annäherung

So viel Vorschuss-Verriss war nie. Noch bevor die Große Koalition ihre Arbeit aufgenommen hat, gilt sie für viele schon als gescheitert: ambitionslos, selbstgefällig, kleinster gemeinsamer Nenner – das sind nur einige der Vorwürfe, die dem neuen Bündnis aus SPD und Unionsparteien in den vergangenen Wochen entgegenschlugen. 

Dabei war eine Große Koalition nicht nur genau die Konstellation, die sich die meisten Wähler noch bis kurz vor der Bundestagswahl gewünscht hatten. Auch das „Weiter so!“ scheint eine Botschaft zu sein, die zumindest in der überwältigenden Zustimmung für die Unionsparteien steckt: Schließlich hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel wieder und wieder signalisiert, dass keine Zumutungen zu erwarten seien („Sie kennen mich“), und dafür fast die absolute Mehrheit der Stimmen bekommen.

Statt diesen komfortablen Zustand einer siebzig-prozentigen Zustimmung, gut gefüllter Rentenkassen und erfreulicher Beschäftigungslage für dringende Reformen zu nutzen, hat man es, wie die Grüne Oppositionspolitikerin Kerstin Andreae spitz anmerkte, beim Koalitionsvertrag vor allem mit einer „Politik von 60-jährigen für 60-jährige“ zu tun. Das Projekt Mütterrente, mit dem Frauen gedankt werden sollen, deren Kinder vor 1992 geboren sind, war das einzige Thema, für das die Partei der Kanzlerin wirklich zu kämpfen bereit war. Es kostet jährlich 6,5 Milliarden, bedeutet für die Betroffenen einen kaum spürbaren Betrag und entfaltet sozialpolitisch nicht die geringste Lenkungswirkung.

Mittelstandspolitiker kritisieren außerdem, dass trotz anders­lautender Versprechen die Union es wieder einmal nicht geschafft hat, die Kalte Progression anzugehen.

Dem steht auf SPD-Seite die Abschmelzung der hart erkämpften Reform Rente mit 67 gegenüber – künftig sollen Arbeitnehmer, die 45 Jahre in die Kassen eingezahlt haben, schon mit 63 Jahren ohne Abschläge aus dem Erwerbsleben ausscheiden können. Damit ist der zentrale Gedanke der Reform – dass die Sozialsysteme dringend auf den demografischen Wandel einjustiert werden müssen – aufgegeben worden, ohne Not: Die Facharbeiter, um die es hier geht, gehören zu den bestverdienenden Beitragszahlern überhaupt. Das Nachsehen haben die Jungen.

Der Vertrag mag ambitionslos sein, die beteiligten Akteure sind es nicht.

Mittelstandspolitiker kritisieren außerdem, dass trotz anderslautender Versprechen die Union es wieder einmal nicht geschafft hat, die Kalte Progression anzugehen, also das Zusammenspiel zwischen Inflation und Steuerkurve. Bekommt etwa ein Arbeitnehmer eine Gehaltserhöhung, rutscht er auf der Steuerkurve nach oben, muss also mehr Steuern zahlen. Die Inflation macht aber einen Teil seines Lohnanstiegs wertlos, weil er für Dinge des täglichen Lebens mehr ausgeben muss als vorher. Im schlimmsten Fall schlägt die kalte Progression so zu, dass der Arbeitnehmer durch die Gehaltserhöhung zwar mehr Steuern zahlt, real aber über ein geringeres Einkommen verfügt als vorher.

Auf die Steuerzahler kommen in den nächsten vier Jahren Belastungen im zweistelligen Milliardenbereich zu. Nach aktuellen Berechnungen des Bundesfinanzministeriums werden sie allein im Jahr 2017 durch die kalte Progression etwa acht Milliarden Euro mehr Steuern zahlen müssen als noch im laufenden Jahr. Über die gesamte Legislaturperiode gerechnet, nehme der Staat dadurch gut 17,5 Milliarden Euro zusätzlich ein. Darüber hinaus werden Arbeitnehmer und Arbeitgeber belastet, weil Union und SPD den Rentenbeitrag festschreiben möchten, obwohl er laut Gesetz 2014 sinken müsste.

Die Union hatte im Wahlkampf angekündigt, die kalte Progression zu mildern, konnte sich in den Verhandlungen mit der SPD aber nicht durchsetzen. Auch das Versprechen, es werde mit der Union keine Steuererhöhungen geben, wird so klammheimlich unterlaufen.

In Hintergrundgesprächen beschreiben SPD-Politiker, die mitverhandelt haben, diese Erfahrung bei fast allen anderen Themen auch: so beim Mindestlohn, den viele Mittelstandspolitiker für arbeitsplatzgefährdend halten; bei der Abschaffung des Optionsmodells, die einen Einstieg in die Doppelte Staatsbürgerschaft darstellt, bei der Lebensleistungsrente oder der Einführung einer Frauenquote in Dax-Unternehmen, mit der die frühere Arbeitsministerin Ursula von der Leyen bei ihren Parteifreunden seinerzeit noch auf Granit gebissen hatte. Man sei, so berichtet ein SPD-Abgeordneter, „durch die Unionsreihen gezogen wie durch Butter. Die wollten nichts.“ 

Allerdings ist der Koalitionsvertrag eben auch nur ein Papier. Man muss sich nur kurz in Erinnerung rufen, dass die größten Arbeitsmarktreformen in der Geschichte der Bundesrepublik – die Agenda 2010 der Regierung Schröder – 2002 ebenso wenig im rot-grünen Koalitionsvertrag standen wie zuvor die Entsendung deutscher Soldaten in den Kosovo, wie die Einführung des Euro unter Helmut Kohl oder die Krisenbewältigung unter der ersten Großen Koalition, die Angela Merkel führte.

Hinzu kommt das Personal. Der Vertrag mag ambitionslos sein, die beteiligten Akteure sind es nicht. Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat sein politisches Schicksal an das Gelingen der Energiewende gehängt. Mit Ursula von der Leyen als Verteidigungsministerin könnte die deutsche Ratlosigkeit über die eigene Rolle in der Welt ein Ende finden. Wolfgang Schäuble und Thomas de Maizière sind politische Schwergewichte, die es der Opposition nicht leicht machen, Ablehnung zu mobilisieren. Auf der Ebene der Staatssekretäre hat sich die SPD mit namhaften Grünen ökologische Kompetenz eingekauft. 

Vergessen wir den Koalitionsvertrag. Er war das Protokoll einer mühsamen Annäherung zweier Widerwilliger nach dem Betriebsunfall des Ausscheidens der FDP und dem Platzen der rotgrünen Träume. Die Annäherung wird vielleicht nie gelingen, wie die aktuellen Auseinandersetzungen um Vorratsdatenspeicherung, Zuwanderung oder Mindestlohn zeigen. Aber sind Konflikte nicht die Grundbedingung guten Regierens?

Mariam Lau
Redakteurin im Hauptstadtbüro der ZEIT

Parlamentarischer Abend mit Rekordbeteiligung

Politiker am Puls des Mittelstands

  • Viele prominente Politiker sind der Einladung des Mittelstands gefolgt, darunter Parlamentarische Staatssekretärin Iris Gleicke (SPD), MdB; Staatssekretärin a. D. Dagmar Wöhrl (CSU), MdB; Bundesverkehrsminister a. D. Dr. Peter Ramsauer und Grünen-Chef Cem Özdemir (v. li.).

  • BMWi-Staatssekretärinnen Brigitte Zypries, MdB, und Iris Gleicke, MdB, Mittelstandsbeauftragte der Bundesregierung, mit Mario Ohoven.

  • Vorstellung der gemeinsamen Studie: Prof. Dr. Jochen Twele, Dr. Paul Grunow, Mario Ohoven, Dr. Walter Niederstätter, Reinhard Schneider (v. li.).

  • Klare Worte: Mario Ohoven legte dar, was der Mittelstand von den Abgeordneten und der Bundesregierung erwartet

  • Staatssekretär a. D. Otto Bernhard, Peter Weiß, MdB, und Klaus-Peter Willsch, MdB (v. li.).

Rekordbeteiligung: Über 100 Bundestagsabgeordnete aller Fraktionen waren beim Parlamentarischen Abend des Bundesverbands mittelständischer Wirtschaft in Berlin. An einem der exklusivsten Orte Deutschlands, direkt am Brandenburger Tor, präsentierte sich der deutsche Mittelstand zum Beginn der neuen Legislaturperiode. Hauptthema: die Energiekosten im Mittelstand. Dazu wurde eine brandaktuelle Studie vorgestellt.

Unter dem Motto: „Was bewegt den Mittelstand?“ wies Mario Ohoven in seiner pointierten und kompetenten Eröffnungsrede auf die drückend hohe Steuerlast für die mittelständischen Unternehmen hin. „Der Anteil von Steuern und Abgaben an den Arbeitskosten macht bei uns heute fast 50 Prozent aus, in den USA sind es 30 Prozent“, so der Mittelstandspräsident. Zudem zahlen die deutschen Unternehmen bis zu 60 Prozent mehr für Strom als ihre amerikanischen Mitbewerber.

Zu den zahlreichen hochrangigen politischen Vertretern beim Parlamentarischen Abend des BVMW zählten die Mittelstandsbeauftragte der Bundesregierung, Parlamentarische Staatssekretärin Iris Gleicke, der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses, Dr. Peter Raumsauer, Grünen-Chef Cem Özdemir, Dr. Günther Krings, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium des Inneren, die Vorsitzende des Ausschusses für Wirtschaftliche Zusammenarbeit, Dagmar Wöhrl und Brigitte Zypries, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Die größten Sorgen bereiten den Unternehmerinnen und Unternehmern nach der aktuellen BVMW-Unternehmerumfrage neben der drückenden Steuerlast die explodierenden Energiekosten. „Die im Koalitionsvertrag verabredete Energiepolitik der neuen Bundesregierung wird die steigenden Strompreise nicht eindämmen können. Die vorgelegten Studienergebnisse untermauern dagegen unsere Forderung nach einer dezentralen Energiewende.“ Das betonten Mario Ohoven, Dr. Paul Grunow, Vorstand der Haleakala-Stiftung und Matthias Willenbacher, Vorstand der 100 prozent erneuerbar stiftung, bei der Vorstellung einer gemeinsam in Auftrag gegebenen Studie.

Die vom Berliner Reiner Lemoine Institut erstellte Studie untersucht dezentrale und zentrale Strommarktdesigns und bestätigt die Auftraggeber in ihrer gemeinsamen Forderung nach einer dezentral ausgestalteten Energiewende. „So dezentral wie möglich, so zentral wie nötig“, lautete daher die Forderung, die Mario Ohoven, Dr. Paul Grunow und Matthias Willenbacher gemeinsam an die Vertreter aus Parlament und Politik richteten.

„Unsere Studie belegt, dass ein landesweiter Ausbau der Erneuerbaren Energien gegenüber einem zentralistischen Pfad keine Mehrkosten verursacht“, sagte Prof. Dr. Jochen Twele, Geschäftsführer des Reiner Lemoine Instituts. „Dezentralität bietet aber zwei Vorteile: Zum einen macht man sich weniger von Netzausbau und Speichern abhängig – Optionen, die heute noch nicht voll zur Verfügung stehen. Zweitens gibt es weniger Unterschiede zwischen Gewinner- und Verlierer-Regionen der Energiewende. Unter Betrachtung dieser Aspekte ergibt sich daher die klare Empfehlung, den Ausbau der erneuerbaren Versorgungsstrukturen dezentraler zu gestalten“.

In seiner Rede verdeutlichte BVMW-Vorstandsmitglied Dr. Walter Niederstätter vom Weltmarktführer Kalle GmbH anschaulich, wie brisant sich die hohen Energiekosten auf sein Unternehmen auswirkten. Sie haben sich in nur drei Jahren von acht auf 16 Millionen Euro verdoppelt. Aus Kostengründen musste bereits eine Druckerei nach Osteuropa verlagert werden, eine für Landau geplante Investition wurde in den USA getätigt.

In zahlreichen persönlichen Gesprächen, beispielsweise mit der Mittelstandsbeauftragten der Bundesregierung, Parlamentarische Staatssekretärin Iris Gleicke, und dem Vorsitzenden des Ausschusses für Wirtschaft und Energie, Dr. Peter Ramsauer, MdB, warb Mario Ohoven für die Forderungen des Mittelstands für die begonnene Legislaturperiode. Denn, so Mario Ohoven: „Wenn die politischen Rahmenbedingungen der Großen Koalition stimmen, wird 2014 ein gutes Jahr für den deutschen Mittelstand und damit für uns alle.“

Die Parlamentarier zeigten sich beeindruckt von der Arbeit des BVMW. So lobte Tino Sorge (Auschuss für Gesundheit): „Eine beeindruckende Veranstaltung des BVMW. Es war für mich wichtig, den direkten Kontakt zum unternehmerischen Mittelstand weiter zu intensivieren.“ Und Thomas Viesehon (Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur) meinte: „Sie als Verband und wir als Abgeordnete sollten gemeinsam alles tun, damit der Mittelstand die Rahmenbedingungen bekommt, die er braucht.“

Die hohe Präsenz von über 100 Bundestagsabgeordneten verdeutlichte einmal mehr: Die BVMW-Kontakte zu mittelständischen Unternehmern in den Wahlkreisen sind in der Politik heiß begehrt. Schließlich bietet kein anderer Verband eine Struktur mit bundesweit 300 Repräsentanten und über 600.000 direkten Unternehmerkontakten jährlich.

Den ausführlichen Bericht "Wie die Energiewende gelingen kann" über die Studie finden Sie direkt unter diesem Artikel.

 

Stefan Waldschmidt
BVMW, Leiter Public Affairs

Fotos: Christian Kruppa

Wie die Energiewende gelingen kann

Wissenschaftliche Studie bestätigt Energiekonzept des BVMW

„So dezentral wie möglich, so zentral wie nötig“, so lautet die Kernforderung des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft in Bezug auf die Energiewende und eine zukunftssichere Energieversorgung. Der Mittelstand ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft und als Stromverbraucher und -erzeuger von der Energiewende betroffen. Die Lasten von Überförderung und fehlender Markt- und Systemintegration der Erneuerbaren Energien tragen Mittelstand und Privathaushalte gleichermaßen. Ohne einen grundlegenden Neustart in der Energiepolitik ist die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Deutschland gefährdet. Die Energiewende kann nur gelingen, wenn Bezahlbarkeit und Nachhaltigkeit miteinander in Einklang gebracht werden.

Bei der Diskussion zur Zukunft der Energieversorgung steht die Frage nach der räumlichen Verteilung der Erneuerbaren im Vordergrund. Befürworter eines zentralistischen Ausbaus, also des Ausbaus von Wind im Norden und Photovoltaik im Süden, verweisen häufig auf Statistiken zu Sonnenstunden und Windaufkommen. Dass diese Argumentation zu kurz greift, beweisen der teure Netzausbau in Folge zunehmender Fluktuationen und die horrenden Anschlusskosten für Offshore-Windparks.

Mit der Stetigkeitsprämie hat die Energiekommission des BVMW ein Konzept vorgelegt, das die Erneuerbaren wirtschaftlich und nachhaltig in den bestehenden Markt integriert. In Verbindung mit einem intelligenten Mix Erneuerbarer Energien senkt der dezentrale Ausbau Volatilität, reduziert den Netzausbau und stärkt die kommunale Wertschöpfung. Mittelstand und Bürger profitieren als Verbraucher, ebenso jedoch als Stromproduzenten. Die Bürgernähe schafft hohe Akzeptanz für die Energiewende, denn die Wertschöpfung dieser Zukunftsinvestition bleibt in der Region.

Die Frage nach der zukünftigen Ausgestaltung der Energiewende ist zu wichtig, um es bei Mutmaßungen zu belassen. Daher hat der Bundesverband mittelständische Wirtschaft gemeinsam mit der Haleakala-Stiftung und der 100 prozent erneuerbar stiftung das Berliner Reiner Lemoine Institut beauftragt, dezentrale und zentrale Energiekonzepte zu untersuchen.

Die im Januar 2014 veröffentlichte Studie bestätigt das Energiekonzept des BVMW. Bei der Frage nach dem richtigen Strommarktdesign kommt die Studie zu dem Schluss, dass der Ausbau Erneuerbarer Energien dezentral gestaltet werden sollte. Die klare Empfehlung der Autoren stützt sich auf folgende Argumente:

• Risiko: Ein zentrales Szenario setzt mehr Übertragungsnetzausbau und mehr Speicher voraus – beides ist mit hohem Risiko verbunden. Denn ob die Bürger immer mehr Strom­trassen akzeptieren, und ob Speicher so schnell wie erwartet marktfähig werden, ist ungewiss. Dezentral machen wir uns von diesen Unwägbarkeiten unabhängiger, verringern das Risiko von Fehlinvestitionen.

• Klimaschutz: Dezentral können wir konventionelle und umweltverschmutzende Kraftwerke leichter ersetzen und erreichen die gesteckten Klimaschutzziele kosteneffizient.

• Energieimporte: Dezentral bedeutet Unabhängigkeit von Steinkohle- und Erdgasimporten.

Darüber hinaus fällt in einer dezentralen Energiewelt auch die Integration von Strom, Wärme und Mobilität leichter. Dezentrale Anwendungen wie Power-to-Heat und Blockheizkraftwerke zeigen: Energieeffizienz kann zu einem echten Innovationstreiber für den Mittelstand werden.

Die Frage nach der zukünftigen Ausgestaltung der Energiewende ist zu wichtig, um es bei Mutmaßungen zu belassen.

Die Studie belegt zudem, dass der Anteil erneuerbar erzeugten Stroms am Energiemix kaum Einfluss auf die Entwicklung der Gesamtkosten hat. Die Energiewende kann somit auch ohne horrende Kostensteigerungen für Mittelstand und Bürger gelingen. Und das, obwohl die Autoren die Potenziale einer erhöhten Energieeffizienz bewusst nicht miteinbezogen haben.

Die vollständige Studie ist über die Homepage des BVMW abrufbar:
www.bvmw.de/politik/energie

Weitere Informationen zu den Stiftungen unter:
www.bvmw.de/politik/energie
www.haleakala-stiftung.de
www.100-prozent-erneuerbar.de

 

Matthias Schweiger
BVMW, Bereich Politik und Volkswirtschaft

Fotos: Agentur für Erneuerbare Energien

Repräsentative Umfrage: Wachstumsmotor Mittelstand

Deutschlands Unternehmer gehen mit großem Optimismus in das Neue Jahr

Gefragt: Mario Ohoven im Interview mit Deutschlandradio zu den Ergebnissen der Umfrage.

Begleitet von sehr großem Interesse der Medien aus dem In- und Ausland, hat Mittelstandspräsident Mario Ohoven zum Jahreswechsel die traditionelle Unternehmerumfrage des BVMW bei der Bundespressekonferenz in Berlin präsentiert. „Der Mittelstand sorgt auch 2014 verlässlich für Wachstum und Beschäftigung in Deutschland. Die Unternehmer gehen mit großem Optimismus in das neue Jahr. Sie erwarten jedoch von der Bundesregierung investitionsfreundlichere Rahmenbedingungen, insbesondere in der Steuerpolitik“, so Ohoven zu den wichtigsten Ergebnissen.

Großes Medienecho

Bundesweit und branchenübergreifend hatten rund 3.300 Unternehmer an der Umfrage im Dezember teilgenommen. Die Ergebnisse wurden mit unglaublicher medialer Resonanz aufgegriffen: Ob Neue Zürcher Zeitung, F.A.Z., Handelsblatt, DIE WELT oder BILD am Sonntag, auch die Tagesschau und Deutschlandradio berichteten wie die Onlinemedien SPIEGEL online und Stern.de, über die aktuelle wirtschaftliche Lage aus Sicht des deutschen Mittelstands. Daraus resultierte eine Rekord-Auflagenreichweite von 114,43 Millionen Lesern.

Gefragt: Mario Ohoven bei der Pressekonferenz.

2014 wird weiter investiert und eingestellt

Die momentane Geschäftslage schätzen über 90 Prozent der Klein- und Mittelbetriebe als befriedigend oder besser ein. Fast 38 Prozent (2012: 28 Prozent) erwarten noch höhere Umsätze im ersten Halbjahr 2014 als im Jahr zuvor. Rund 53 Prozent rechnen mit einer gleichbleibend guten Geschäftslage. Nahezu jeder zweite Unternehmer plant 2014 ebenso große Investitionen wie im Vorjahr, knapp 32 Prozent (2012: 27 Prozent) wollen mehr investieren als in den vergangenen zwölf Monaten.

Zur Sicherung des Standortes Deutschland muss die Politik für investitionsfreundlichere Rahmenbedingungen sorgen.

„Der Mittelstand fungiert auch 2014 als Jobmotor in unserem Land“, betonte Ohoven. Laut Umfrage planen fast 35 Prozent (2012: 32,1 Prozent) der Mittelständler, im laufenden Jahr zusätzliche Mitarbeiter einzustellen. Gut 58 Prozent der Klein- und Mittelbetriebe wollen die Mitarbeiterzahl halten. Überaus positiv wird die aktuelle Finanzierungssituation bewertet: Rund 80 Prozent vergeben die Schulnoten befriedigend, gut oder sehr gut.

Hauptsorgen: Abgabenlast, Energiekosten und Fachkräftemangel

Sofern die Euro-Krise nicht aufflammt, rechnen gut 42 Prozent (2012: 28 Prozent) der Unternehmer 2014 mit einem wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland. Die größten Sorgen bereiten ihnen die Steuerlast, die Energiekosten und der Fachkräftemangel. „Eine tiefgreifende Steuerreform ist überfällig. Das fordern 62 Prozent der Mittelständler von der Bundesregierung.“ Es sei ein „Alarmzeichen für die Politik“, so Ohoven, dass 86 Prozent der Mittelständler ihre Belange im Koalitionsvertrag nicht genügend berücksichtigt sehen.

Als besorgniserregend bezeichnete Ohoven den Fachkräftemangel im Mittelstand. So haben 53 Prozent Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Stellen, ein Drittel findet überhaupt keine geeigneten Fachkräfte. Ebenso viele Mittelständler mussten in den vergangenen zwei Jahren Aufträge mangels Mitarbeitern ablehnen. Ohoven warnte vor der Einführung eines einheitlichen Mindestlohns. Dies werde die Personalnot der Klein- und Mittelbetriebe noch verschärfen. Er appellierte zugleich an die Bundesregierung, zur Sicherung des Standortes Deutschland für investitionsfreundlichere Rahmenbedingungen zu sorgen. Das hätten über 70 Prozent der Unternehmer gefordert. „Ein erster Schritt muss die Steuerfreistellung aller im Betrieb verbleibenden Gewinne sein“, so Ohoven.

Fotos: Thiemo Napierski

Bundestagung der Superlative

„WachstuN 2014“ – der BVMW erfolgreich und engagiert für den Mittelstand, für Deutschland

Mittelstandspräsident Mario Ohoven setzte mit seiner Eröffnungsrede Maßstäbe für das Verbandstreffen.

Optimistisch, substanzvoll und emotional bewegend, mit seiner Eröffnungsrede setzte Mittelstandspräsident Mario Ohoven Maßstäbe für die 1. Bundestagung des BVMW in Düsseldorf. Und gab mit dem Motto die Richtung für den Verband vor: „WachstuN 2014“, also Wachstum durch aktives Tun. Im tatkräftigen Einsatz vor Ort wollen die rund 300 Verbandsrepräsentanten den Erfolg des Rekordjahrs 2013 noch einmal steigern.

Viel Lob für die politische Arbeit des BVMW spendete die Spitzenpolitik. Brigitte Zypries, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium, kündigte den Ausbau der vertrauensvollen Kooperation zwischen unserem Verband und ihrem Haus an: beispielsweise bei der Roadshow „mIT Sicherheit“ oder bei Projekten zu Innovationsmanagement und Nachhaltigkeit. Grünen-Chef Cem Özdemir, Mitglied im Politischen Beirat des BVMW, würdigte die wichtige Rolle des Verbandes in Berlin und Brüssel. Beim Thema Mittelstand komme heute keiner am BVMW vorbei. Das bestätigte auch Christian Lindner, der neue FDP-Vorsitzende, in Düsseldorf. Er greife gern auf das Netzwerk des BVMW zurück, um direkte Impulse aus der unternehmerischen Praxis zu bekommen. Ein- und Ausblicke zur Großen Koalition vermittelte Henning Krumrey. Der stellvertretende Chefredakteur und Leiter des Parlamentsbüros der „Wirtschaftswoche“ zählt zu den renommiertesten Journalisten in Deutschland. Auf höchstem wissenschaftlichem Niveau referierte der frühere Wirtschaftsweise Prof. Dr. Ulrich van Suntum über Parallelwährungen als „Wege aus der Euro-Falle“. Den Anstoß hatte unser Verband mit einem Expertensymposium in Berlin gegeben.

Voneinander und miteinander lernen, darum ging es im Pecha-Kucha-Format. Erfolgreiche Verbandsrepräsentanten ließen Kollegen an ihren Erfahrungen bei Veranstaltungsmanagement und Prozessoptimierung teilhaben. Dem Ziel der Mitgliedergewinnung und -bindung dienten auch die Workshops und Vorträge von und mit Topreferenten. So punkte Verkaufsexperte Franc Hagel mit praxisnahen Tipps zur Gesprächsführung. BVMW-Schulungsprofi Werner Krüger und Marketingleiter Michael Woltering überzeugten im simulierten Unternehmergespräch. Akustischer Höhepunkt: die Trommel-Rhythmen von Drum Cafe rissen die Teilnehmer buchstäblich von den Stühlen.

In seiner begeisternden Abschlussrede motivierte Mario Ohoven noch einmal die Verbandsrepräsentanten „Machen Sie 2014 zu Ihrem persönlichen Erfolgsjahr!“. Der Mittelstandspräsident warnte die Große Koalition zugleich vor den Folgen einer Politik der Umverteilung für Wachstum und Beschäftigung. Unser Verband müsse nach dem Ausscheiden der FDP aus dem Deutschen Bundestag gegenüber der Bundesregierung, wenn nötig, klare Kante zeigen: für den Mittelstand, für Deutschland. Nicht zuletzt dafür gab es Standing Ovations.

  • Grünen-Chef Cem Özdemir, Mitglied im politischen Beirat des BVMW.

  • Topjournalist: Henning Krumrey, stellvertretender Chefredakteur der „Wirtschaftswoche“.

  • Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium Brigitte Zypries.

  • Spitzenwissenschaftler und ehemaliger Wirtschaftsweiser Prof. Dr. Ulrich van Suntum.

  • Auftritt des international erfolgreichen Violinisten Baptiste Pawlik. Am Klavier Tamilla Guliyeva.

  • Aus der „Basis“ für die „Basis“: Stefan Dirks,..

  • ...Margit Schmitz und...

  • ...Ralf-Dieter Höfer bei ihren Pecha-Kucha-Vorträgen.

Fotos: Steffen Höft

BVMW gründet einzigartige Mittelstandsallianz

Verbändeallianz: Die starke Stimme für den Mittelstand

Den Reichstag im Blick: Die Mittelstandsallianz unter der Führung des BVMW einigt sich auf die politischen Schwerpunkte für 2014.

Unmittelbar nach Unterzeichnung des Koalitionsvertrags haben sich 22 mittelständisch geprägte Branchenverbände unter Führung des BVMW zu einer Mittelstandsallianz vereint. Ein erstes Treffen fand im Zentrum des Berliner Regierungsviertels statt.

Gemeinsam werden die Verbände in der neuen Legislaturperiode für eine mittelstandsfreundliche Gesetzgebung kämpfen. In der Verbändelandschaft ist dieser Zusammenschluss einzigartig. Die strategisch bedeutsamen Themen des Mittelstands erreichen somit in der Politik eine neue Schlagkraft.

Bereits vor der Bundestagswahl hatte der BVMW in seiner Verbändeallianz 20 der nun insgesamt 22 Verbände vereint, die basierend auf dem politischen Grundsatzprogramm des BVMW einen 10-Punkte-Plan für den Mittelstand öffentlichkeitswirksam unterzeichnet haben.

Die Verbände sind sich in der Einschätzung einig, dass die schwarz-rote Agenda viele teure Wohltaten, wenig Wachstumsimpulse und keine Strukturreformen bedeutet. Die Vertreter des Mittelstandes müssen mit einer Stimme sprechen, um dessen Belange und Nöte in der Politik deutlich hörbar zu artikulieren. Die geballte Kompetenz aus branchenspezifischen, branchenübergreifenden sowie Fachverbänden sieht sich nicht nur in der Verantwortung, den Finger in die Wunden zu legen, sondern vor allem auch Lösungen zu präsentieren, die dem Mittelstand helfen und auf der Gesetzgebungsebene umsetzbar sind.

Oberstes Ziel der Mittelstandsallianz ist eine mittelstandsfreundliche Gesetzgebung, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Mittelstands zu erhalten und zu stärken.

Mitglieder der Mittelstandsallianz

  1. Bundesverband mittelständische Wirtschaft e. V. 
  2. Bundesverband der Bilanzbuchhalter und Controller e. V. 
  3. Biotechnologie-Industrie-Organisation Deutschland e. V. 
  4. Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e. V. 
  5. Bundesverband Deutscher Innovations-, Technologie- und Gründerzentren e. V. 
  6. Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte e. V. 
  7. Bundesverband Digitale Wirtschaft e. V.
  8. Bundesverband Erneuerbare Energie e. V. 
  9. Bundesverband Initiative 50Plus e. V. 
  10. Bundesverband IT-Mittelstand e. V. 
  11. Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e. V. 
  12. Bundesverband selbständiger Buchhalter und Bilanzbuchhalter e. V. 
  13. Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen e. V. 
  14. Dachgesellschaft Deutsches Interim Management e. V. 
  15. Deutsch-Hellenische Wirtschaftsvereinigung e. V. 
  16. Deutsche Bauchemie e. V. 
  17. Deutsches Institut für Erfindungswesen e. V. 
  18. Institut für Betriebsberatung, Wirtschaftsförderung und -forschung e. V. 
  19. Verband Organisations- und Informationssysteme e. V. 
  20. Verein Deutsche Sprache e. V. 
  21. Verband Deutscher Metallhändler e. V. 
  22. Verband Innovativer Unternehmen e. V.

Alexandra Horn
BVMW, Leiterin Verbandskooperationen und Projekte

Foto: Fabian Matzerath

Startbahn in die Zukunft

Urban Tech Republic will auf den Berliner Flughafen Tegel

Um sich die Stadt der Zukunft vorzustellen bedarf es nicht nur der Phantasie, sondern vor allem eines innovativen Geistes. Es ist eine ganz besondere Herausforderung, Ideen und Konzepte zum Wohnen, Arbeiten und Leben von morgen in die Wirklichkeit umzusetzen. Nach der Schließung des Flughafens Berlin-Tegel soll auf dem Gelände die Urban Tech Republic entstehen. Geplant ist ein Forschungs- und Industriepark für die Stadt der Zukunft.

In den nächsten 40 Jahren werden 70 Prozent der Weltbevölkerung auf drei Prozent der Erdoberfläche leben. Wissenschaftler und Planer sehen vor allem sechs Schwerpunkte, den Herausforderungen zu begegnen: neue Energien, neue Verfahren zur Aufbereitung von Wasser, aber auch zur Ver- und Entsorgung, innovative Mobilitätskonzepte, tragfähige Recycling-Modelle, neue Werkstoffe und schließlich eine Informations-und Kommunikationstechnologie, die den Anforderungen von morgen gewachsen ist.

An verschiedenen Orten in der Welt wird darüber nachgedacht, entstehen testweise Infrastrukturen, die wegweisend sein könnten, sogenannte „smart cities“. Flankiert wird dieser Prozess von Fachmessen, Kongressen und Forschungsprojekten, aber auch von einer auf diesen neuen Markt einschwenkenden Wirtschaft. Immerhin geht es in den Jahren bis 2025 um ein Gesamtmarktvolumen von über vier Billionen Euro.

Daran soll auch Tegel partizipieren. Die 460 Hektar umspannende Urban Tech Republic soll aus einem dichten Netz von Hochschulen, Start-up-Unternehmen, Industriebetrieben und Instituten bestehen. Die bestandsgeschützten Gebäude bieten dafür 150.000 Quadratmeter Fläche. 245 Hektar Baufläche stehen zur Verfügung. Das heißt bis 2025: Platz für mindestens 800 Unternehmen, Institute und Forschungseinrichtungen mit 5.000 Studierenden und 15.000 Arbeitsplätzen. Zwei Milliarden Umsatz im Jahr könnten dort generiert werden.

Dass die Metropole der beste Ort für den Start in die Zukunft ist, daran lässt Hardy Rudolf Schmitz von der Tegel Projekt GmbH keinen Zweifel. Schmitz verfügt über langjährige Erfahrungen bei der strukturellen Neuordnung und wirtschaftlichen Erschließung von Flächen und Objekten – wie zum Beispiel des Standorts Adlershof, einer international bekannten Erfolgsgeschichte. Die Verzögerungen bei der Fertigstellung des neuen Airports BER machten zwar auch den Planern der Tegel Projekt Gesellschaft erst einmal einen Strich durch die Rechnung. Aber Schmitz bleibt optimistisch: „Jetzt bereiten wir uns auf den 1. Januar 2016 als Übergabedatum vor.“

Öffentliche Ankerfinanzierungen mobilisieren privates Kapital

Der Planungschef setzt auf öffentliche Anker-Investitionen, die private Mittel in den erforderlichen Größenordnungen generieren werden. Zugpferd für das Tegel der Zukunft soll die Beuth Hochschule für Technik Berlin mit ihren Urban-tech-Studiengängen und ihrem Gründerzentrum sein.

„Wir wollen vom ersten Tag an für jede Größenordnung ansiedlungsbereit sein“

Wo heute Flüge abgefertigt werden, soll ein Campus für zunächst 1.600 Studierende entstehen, wie es ihn noch nicht gab. Die Technische Universität könnte folgen, ebenso das Fraunhofer Institut, das unter dem Dachthema „Morgenstadt“ eine große Innovationskraft zum Kernthema von Tegel gebündelt hat. Dazu kommen zwei Industrie- und ein Gewerbepark und die Cité Pasteur aus den 1950er-Jahren, in der Nähe des Noch-Flughafens, in der heute rund 600 Menschen leben. Hier könnten Wohnbereiche mit intelligenten Gebäuden entstehen. Die Hangars haben bereits das Interesse der Berlin Fire and Rescue Academy der Berliner Feuerwehr geweckt, der größten Feuerwehr Europas. In der Academy sollen deutsche und internationale Rettungskräfte geschult werden. Grundstücksgrößen von drei- bis fünftausend Quadratmetern sollen sowohl Gründern als auch etablierten Unternehmen genug Raum bieten und dabei Optionen offen halten, die künftigen Erweiterungen Rechnung tragen. „Wir wollen vom ersten Tag an für jede Größenordnung ansiedlungsbereit sein“, betont Schmitz. Deshalb gibt es für jedes Gebäude einen Steckbrief, der die Ansiedlungsentscheidung erleichtert. „Nötig ist der politische Wille, jetzt mit der Umsetzung zu beginnen. Eine Verzögerung bis 2018 oder noch länger würde in vielen Bereichen zu einem Neubeginn zwingen.“

Hardy Rudolf Schmitz von der Tegel Projekt GmbH.

 

Henry-Martin Klemt
BVMW-Pressesprecher Berlin-Brandenburg

Fotos: Robert Schlesinger - picture-alliance.com, Klemt

News aus Brüssel

Vor den Europawahlen

Antrieb für zentrale Projekte

Bei der kürzlich beschlossenen europäischen Bankenunion bleiben 2014 noch eine Menge Details zu klären. Kritik kommt aus dem Europaparlament, das noch zustimmen muss. Vor den Europawahlen Ende Mai 2014 möchten einige Kommissare laufende Dossiers abschließen. Durch den NSA-Skandal bestätigt, treibt Justizkommissarin Viviane Reding die Arbeit an der Datenschutzrichtlinie voran. Allerdings hat die Bundesregierung die Brüsseler Pläne für strengere Regeln bisher blockiert. Daran dürfte die Große Koalition in Berlin nichts ändern. Die deutsche Energiewende wird 2014 verstärkt unter Beschuss genommen. Das Beihilfeverfahren gegen die Ausnahmen beim Erneuerbare-Energien-Gesetz könnte bis Sommer 2014 abgeschlossen sein. Die kritische Position von Energiekommissar Günther Oettinger zeigt, dass das Thema Energie im laufenden Jahr für Konflikte zwischen Berlin und Brüssel sorgen wird.
www.handelsblatt.com/
themen/wachstumsprognose

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Wirtschaftsunion

Entscheidungen vertagt

Nach den Erfahrungen der Finanzkrise wünscht sich vor allem Deutschland 2014 mehr Reformen. „Wir dürfen doch nicht erst dann reagieren, wenn uns die Märkte die rote Ampel zeigen“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel beim letzten EU-Gipfel in Brüssel. Die Kanzlerin schlug vor, Reformverträge der EU-Staaten mit der Brüsseler Kommission zu vereinbaren. Demnach sollen EU-Staaten im Gegenzug zu einer modernen Wirtschaftspolitik Fördergelder aus EU-Mitteln erhalten. Entsprechende Entscheidungen wurden jedoch erst einmal auf Oktober verschoben.
www.wiwo.de/Politik/Europa

 

Mehrjähriger Finanzrahmen

Strukturfonds größter Ausgabenblock

Die Europäische Union kann bis zum Jahr 2020 immerhin 908,4 Milliarden Euro ausgeben – 38,2 Milliarden weniger als in den sieben Jahren zuvor. Die Strukturfonds zugunsten ärmerer EU-Regionen bleiben mit maximal 325 Milliarden Euro der größte Ausgabenblock. Direktzahlungen an Bauern rangieren mit 278 Milliarden auf dem zweiten Platz. Es folgen als Anreiz von Wachstum und Arbeitsplätzen 125 Milliarden Euro für Infrastrukturvorhaben. Der monatelange Streit um den EU-Haushalt zwischen Parlament und Kommission konnte beigelegt werden, nachdem die Regierungen einen Nachtragshaushalt für 2013 genehmigt hatten, um aufgelaufene Rechnungen zu bezahlen.
www.europa.eu/rapid/
press-release_IP-13-1096_de.htm

Foto: M. Schuppich - Fotolia.com

 

Nettobeiträge

Deutschland bleibt Zahlmeister

Auch im Jahr 2012 hat Deutschland wieder mit Abstand den größten Beitrag zum EU-Haushalt gezahlt. Der Nettobeitrag stieg von neun auf beinahe zwölf Milliarden Euro, wie die EU-Kommission mitteilte. Frankreich zahlte mit 8,3 Milliarden Euro den zweithöchsten Beitrag. Ein anderes Bild ergibt sich, wenn der Nettobeitrag eines EU-Landes ins Verhältnis zu seiner Wirtschaftsleistung gesetzt wird. Dann ist die Belastung für die Schweden und Dänen am höchsten, gefolgt von Deutschland. Am stärksten profitiert vom EU-Haushalt haben 2012 die Polen. Das Land erhielt zwölf Milliarden Euro mehr aus Brüssel als es einzahlte.
www.ec.europa.eu/
budget/index_de.cfm

 

Korruptionsstatistik

Griechenland Schlusslicht in Europa

Der Missbrauch von „Macht zum eigenen Vorteil“ ist in Griechenland immer noch so weit verbreitet wie in keinem anderen EU-Land. Laut einer aktuellen Studie von Transparancy International landen die Griechen weltweit auf dem 80. Platz von 177 beurteilten Staaten. Nach wie vor sind sie Schlusslicht in Europa. Einen dramatischen Absturz erlitten die Spanier, die diesmal auf Rang 40 abrutschten. Die geringste Anfälligkeit für Korruption verzeichnen in Europa die Länder Dänemark, Finnland und Schweden. Deutschland verbesserte sich um einen Platz auf Rang 12.
www.transparancy.org/country

Foto: Art3D - Fotolia.com

 

Multinationales Museumsprojekt

Haus der Europäischen Geschichte

In einem Nebengebäude des Europaparlaments brüten Historiker und Kuratoren aus verschiedenen EU-Ländern über den großen Herausforderungen eines multinationalen Museumsprojekts: Das „Haus der Europäischen Geschichte“, das 2015 in Brüssel eröffnet werden soll, wird die Geschichte Europas im 20. Jahrhundert zeigen. Neben der Entstehung der Europäischen Union und ihrer Wirkung auf den Alltag der Menschen sollen sich die Besucher auch mit Zukunftsfragen auseinandersetzen. Die Idee dazu stellte 2007 der damalige EU-Parlamentspräsident Hans-Gert Pöttering vor. Nun wird das Eastman-Gebäude, ein großes neoklassizistisches Palais im Leopoldspark, für 52 Millionen Euro umgebaut. Eine gewisse Schwierigkeit ist, dass alle Ausstellungsstücke in den 24 EU-Sprachen beschriftet werden.
www.europarl.europa.eu/visiting/
de/visits/historyhouse.html

Foto: jorisvo

 

BeNeLux-NRW

Grenzüberschreitende Kooperation

Die BeNeLux-Länder und Nordrhein-Westfalen sind ein besonders starker Wirtschaftsraum. Jedes Jahr erwirtschaften hier 45 Millionen Menschen ein Bruttoinlandsprodukt von rund 1,6 Billionen Euro. Einen vergleichbaren Wirtschaftsraum gibt es weltweit nicht. Dennoch sind die Potenziale nach Meinung der Düsseldorfer Landesregierung noch lange nicht ausgeschöpft. Deshalb startete sie die Mittelstandsinitiative BeNeLux-NRW. „Praxisnah und unbürokratisch wird die Mittelstandsinitiative einen Wissenspool bilden und Unternehmen bei der Erschließung neuer Märkte tatkräftig unterstützen“, meinte NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin bei einer Auftaktveranstaltung zur BeNeLux-Strategie der Landesregierung.
www.mi-benelux-nrw.de

„Le Mittelstand“

BVMW engagiert sich erfolgreich für deutsch-französische Zusammenarbeit

Französisch-deutsche Allianz bei der Überwindung der Krise in Europa: Aufzeichnung für das französische Fernsehen.

Deutschland war eines der beiden Gastländer der internationalen Handelsmesse Classe Export in Lyon, der Hauptstadt von Frankreichs zweitstärkster Industrieregion. Dr. Ulrich Köppen, Landesbeauftragter des BVMW in Baden-Württemberg und Leiter der BVMW Delegation, hat beim Lunch vor 200 Unternehmern der Region als einer der Tischredner mit einem Beitrag auf Französisch das Interesse des BVMW hervorgehoben.

Hier sein Resümee: „Zwar gibt es in Frankreich weniger mittelständische Firmen als in Deutschland, aber gerade die Begegnung mit vielen hochkarätigen Unternehmern aus dem Departement Rhône-Alpes hat für die deutschen Mittelständler gewinnbringende Kooperationsmöglichkeiten aufgezeigt. Die Partnerregion von Baden-Württemberg hat sich auch emotional gegenüber den Vertretern der deutschen Wirtschaft und unseres Verbandes aufgeschlossen gezeigt.“ Besonders diskutiert wurden Fragen der Nachfolgeregelungen und die Herausforderungen des weltweiten Wettbewerbs, der von zunehmender Rücksichtslosigkeit seitens anderer Kontinente geführt wird. Ein Unternehmen wie Porsche (BVMW-Mitglied) ist bereits mit Firmen im nördlichen Rhône Tal sowohl in der Entwicklung als auch in der Produktion eng verzahnt.

Jean-Jack Queyranne, Präsident der PS (Sozialisten) in Rhône-Alpes, Dr. Ulrich Köppen und Mehdi Jomâa , Regierungschef Tunesiens, in Lyon noch als Industrieminister angereist (v. li.).

„Wir werden unsere Firmen noch stärker als bisher mit den französischen Unternehmer-Kollegen vernetzen. Die Herzlichkeit, die zwischen den beiden Gourmetregionen gelebt wird, ist eine nachhaltige Grundlage dafür.“, so Dr. Köppen. Marlies Ullenboom, Leiterin der Frankreich Repräsentanz des BVMW, nutzte die Messe auch für den Austausch mit Teilnehmern aus Tunesien, dem zweiten Gastland, und erörterte mit dem Präsidenten des Mittelstandsverbandes UPMI (Union des Petites et Moyennes Industries) erste Ansätze für Kooperationen.

Marlies Ullenboom
BVMW-Auslandsvertretung Frankreich

Mit Unterstützung nach Asien

Einstiegshürden für Mittelständler auf den asiatischen Wachstumsmärkten

Als China den Reigen der asiatischen Wachstumsmärkte eröffnete, sahen Mittelständler hierzulande die (chinesische) Sprache als die größte Hürde an, sich in diesem Markt zu etablieren. Also stellte man deutsche Sinologen ein, die unsere Kultur mit der Beherrschung der chinesischen Sprache verbanden. Heute, 30 Jahre nach Beginn der Öffnung, kann man sowohl auf China-erfahrene Deutsche als auch auf Deutschland-erfahrene Chinesen zurückgreifen.

Die Einstiegshürden haben sich verlagert: Wer sich heute entschließt, nach China zu gehen, trifft auf einen bereits voll entbrannten Konkurrenzkampf, nicht nur mit den üblichen westlichen Konkurrenten, sondern auch zunehmend mit lokalen chinesischen Firmen, die technologisch aufgeholt haben, aber immer noch kostengünstiger produzieren können und den heimischen Markt besser im Griff haben. Das hat inzwischen auch dazu geführt, dass bei öffentlichen Ausschreibungen wie zum Beispiel für Infrastrukturprojekte, chinesische Unternehmen das Rennen machen. Ob rein rational unter dem Gesichtspunkt des Preis-Leistungsverhältnisses oder eher aufgrund besserer Vernetzung, sei dahingestellt. Auf jeden Fall gehören Geduld und Ausdauer ebenso wie solide Finanzierungsmöglichkeiten zu den langfristigen Erfolgskriterien deutscher Unternehmen.

Starke Wachstumsmärkte bringen aber auch noch ganz andere Hürden mit sich: Wo sich viele neue Firmen ansiedeln, ist die Wechselbereitschaft der Mitarbeiter besonders stark ausgeprägt. Zweistellige jährliche Fluktuationen führen immer wieder zu verstärkten Trainings- und Ausbildungsanstrengungen, aber auch zu einem gefährlichen Brain-Drain. Der Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften hemmt die eigene Entwicklung der Unternehmen und führt zu ungewöhnlichen Kooperationen mit anderen deutschen Firmen oder Institutionen.

In Indien ist nicht die Sprache das größte Problem, da Englisch weitverbreitet ist. Aber das Kastenystem, schlechte Infrastruktur und schleppende Verfahren im Rechtssystem sind landestypische Hürden für den mittelständischen Investor.

Auf jeden Fall gehören Geduld und Ausdauer ebenso wie solide Finanzierungsmöglichkeiten zu den langfristigen Erfolgskriterien deutscher Unternehmen.

Viele andere asiatische Länder locken Investoren ebenfalls mit interessanten Konditionen. Doch Bangladesh, Kambodscha oder Thailand bringen sich immer wieder durch (politische und wirtschaftliche) Unruhen in die Negativschlagzeilen. Und ganz neue Märkte wie Myanmar öffnen sich erst langsam, bieten jedoch kostengünstige Produktion sowie erhebliches Vertriebspotenzial. So unbekannt die besonderen Einstiegshürden in die asiatischen Wachstumsmärkte für den deutschen Mittelständler oft auch sind, in allen Ländern kann er auf Erfahrungen und Unterstützung von Institutionen und Organisationen wie BVMW, DIHT, OAV aber auch externen Beratern zurückgreifen, die schon in vielen Fällen Mittelständler vor allzu großen Risiken bewahrt haben. Nur dem Ruf der Wachstumsmärkte blind zu folgen, könnte sich gerade im Mittelstand katastrophal auswirken.

Reinhard Kolvenbach
Senior Partner Asia Pacific Competence Centre
www.neumannpartners.com

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Social Media ist tot

Guido Augustin macht sich Gedanken über unsere Welt und ihre Bewohner

Was haben wir Social-Media-Gurus uns überlegen gefühlt und milde gelächelt, wenn renitente Anzugträger der Old Economy Skepsis, Unverständnis oder gar offene Ablehnung in ihren Gesichtern trugen. Inzwischen hat sich die Euphorie um die neuen Kommunikationskanäle gelegt. Zeit für eine nüchterne Bilanz.

Wir machen Social Media. Und zeigen so gerne diese komischen Rosetten mit den ganzen Mitspielern auf dem Social Media Feld. Ich erinnere mich an eine Tagesveranstaltung für Pharma-Leute, deren Vorsitzender ich war, da kam das Feld gleich sechs Mal vor!

„Der Return on Investment von Social Media besteht darin, dass Ihr Unternehmen in fünf Jahren noch existiert!“ Ja, das habe ich bei einer Rede wirklich gesagt.

Es gibt Zielgruppen, die erreichen Sie morgens besser, andere erst, wenn sie mit iPad auf der Couch oder mit iPhone am Tresen rumlümmeln.

Bitte glauben Sie keinem Social Media Experten, der Ihnen erklärt, wann genau auf Facebook die beste Zeit ist, um etwas zu posten. Das ist wie mit dem alten Jäger und dem Hasen: Den ersten Schuss setzt der Greis 20 Meter links vorbei, der Hase harrt in seiner Kuhle aus. Der zweite Schuss geht 20 Meter rechts vorbei. Hat der Hase Glück gehabt, sagen Sie? Keineswegs, sagt der Social Media Experte, statistisch gesehen ist der Hase nämlich mausetot. Klar gibt es gute und schlechte Zeiten, um Content zu veröffentlichen – aber die sind sehr unterschiedlich: Es gibt Zielgruppen, die erreichen Sie morgens besser, andere erst, wenn sie mit iPad auf der Couch oder mit iPhone am Tresen rumlümmeln. In einem unserer Immer-freitags-Webinare hat Mirko Lange unter dem Schlüsselbegriff Strategisches Content Marketing Wunderbares dargestellt, es gab eine Vielzahl erhellender Charts, aber das mit den Kreisen war für mich das Beste: Es beginnt im Kern, mit der Story. Dann kommen die Themen. Hier differenziert sich das Bild schon gewaltig, gilt es doch, die unterschiedlichen Zielgruppen zu berücksichtigen. Es ist ein Unterschied, ob ich die Investoren meiner Winterfettlippenstift-Firma erreichen möchte oder die 11- bis 17-jährige Kernkundengruppe. Aber die Story ist noch die gleiche.

Nach Story und Themen kommen die Formate. „Wie kann ich meine Story gut erzählen? Braucht es Bildchen, bewegte Bildchen gar, Texte, lange, kurze, aufgearbeitete, interaktive, mit Fremden oder nur eigenen Leuten?“

Und dann erst, wenn all diese vielen Fragen beantwortet sind, wenn die Story sitzt, die Themen und Zielgruppen geklärt sind, wenn die Formate festgelegt und ihre Vielzahl definiert ist, erst wenn all diese Hausaufgaben gut bis sehr gut gemacht sind, kommen die Kanäle dran.

Dann mag sich der oben Totgesagte gerne aus der Gruft erheben. Social Media ist ein Kanal unter anderen Kanälen. Eine Option unter anderen. Kein Muss, kein Heilsbringer, aber auch nicht der Untergang des Abendlandes. Social Media ist normal. Und dennoch: „Wir müssen auf Facebook“ ist keine Strategie.

Guido Augustin
BVMW-Pressesprecher Rheinhessen,
Social Media-Experte und PR-Berater
www.guidoaugustin.com

Foto: Heike Rost

Marketing in Zahlen

24 Milliarden

Euro investierte die deutsche Wirtschaft laut Media Research von Januar bis November 2013 in Werbung. Knapp die Hälfte davon wurde in TV-Spots gesteckt. Printmedien sind trotz zunehmender Onlinenutzung immer noch beliebte Kanäle der Unternehmen. Für Anzeigen in Zeitungen wurden rund 4 Milliarden Euro und in Zeitschriften rund 3 Milliarden Euro aufgewendet. Die Aufwendungen für Onlinemedien lagen immerhin schon bei knapp 2,7 Milliarden Euro.

305

eingereichten Beschwerden über Werbekampagnen nahm sich der Deutsche Werberat 2012 an. In 233 Fällen wurden die Beschwerden abgelehnt und die jeweiligen Unternehmen nicht weiter belangt. Mit Erfolg stellte sich der Werberat auf die Seite von 72 Beschwerden: 57 Werbungen wurden aus dem Markt genommen und 9 Werbungen geändert.

11.

ist der Platz, den Mercedes-Benz im internationalen Ranking um die wertvollste Marke 2013 belegt und damit aktuell die erfolgreichste deutsche Marke ist. Das US-Unternehmen Interbrand errechnete einen Markenwert von rund 32 Milliarden US-Dollar. Dabei wurden vielfältige Faktoren wie die Geschäftszahlen und der Einfluss der Marke auf Kaufentscheidungen berücksichtigt. Platz eins belegte Apple mit einem Markenwert von rund 98 Milliarden US-Dollar.

Foto: Auszeichnung: pico - Fotolia.com, Foto Papierstapel: Kimberly Reinick - Fotolia.com, Foto Hand mit Geld: peshkova - Fotolia.com

Beim E-Mail Marketing auf Nummer sicher gehen

Wie Unternehmerabmahnungen zu vermeiden sind

Die Versendung von E-Mail-Werbung gehört zu den erfolgreichsten Werbeformen im Internet. Allerdings werden in vielen Fällen die rechtlichen Anforderungen außer Acht gelassen, was zu teuren Abmahnungen oder Unterlassungsklagen führen kann.

Wann darf eine Werbe-E-Mail verschickt werden?

In Deutschland dürfen E-Mails zu Werbezwecken nur dann verschickt werden, wenn der Empfänger im Voraus seine ausdrückliche Einwilligung erteilt hat. Dies wurde im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) 2009 festgelegt. Durch die Regelung wollte der Gesetzgeber erreichen, dass die tägliche Masse von SPAM-Nachrichten verringert wird. Die ausdrückliche Einwilligung gilt jedoch nur für elektronische Post, die als Werbung eingestuft wird. Um einen möglichst großen Teil ungewollter E-Mails zu verhindern, hat der Gesetzgeber den Werbebegriff sehr weit gefasst. Jegliche Form der Absatzförderung (auch Seminarankündigungen, Messeeinladungen etc.) wird als Werbung erfasst. Neben herkömmlichen Newslettern per E-Mail gilt die Einwilligungserfordernis auch für kommerzielle Informationen via SMS oder für Nachrichten innerhalb sozialer Netzwerke. Ohne eine ausdrückliche Einwilligung dürfen Werbe-E-Mails nur in ganz engen Ausnahmefällen verschickt werden.

Was ist bei der Einwilligung zu beachten?

Der Empfänger muss ausdrücklich und aktiv dem Empfang von Werbe-E-Mails zugestimmt haben. Die Einwilligung darf dabei nicht in allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) versteckt oder aus einer vertraglichen Beziehung abgeleitet werden. Das alleinige Widerspruchsrecht (Opt-Out) genügt ebenfalls nicht. Das bedeutet zum Beispiel, dass bei Erhebung der E-Mail Adresse in einem Onlineformular, das Häkchen für die Einwilligungserklärung nicht vorausgefüllt sein darf.

Aus der Einwilligungserklärung muss sich genau ergeben, welches Unternehmen zu welchem Zweck die Adresse für Werbung nutzen will. Allgemeine Angaben, wie Partnerunternehmen oder Konzerngesellschaften lassen die Gerichte nicht gelten.

Wie sind Einwilligungen nachzuweisen?

Im Ernstfall muss das werbende Unternehmen vor Gericht nachweisen können, dass eine gültige Einwilligung für den eigenen Newsletter erteilt wurde. Damit nur der tatsächliche Inhaber der E-Mail-Adresse die Anmeldung zum Newsletter bestätigt, muss zunächst eine Anmeldebestätigung versendet werden. Erst wenn diese E-Mail durch den Empfänger bestätigt wird, hat man eine nachweisbare Einwilligung. Dieses Double Opt-In Verfahren ist derzeit die gängigste Methode der Beweissicherung.

Aus der Einwilligungserklärung muss sich genau ergeben, welches Unternehmen zu welchem Zweck die Adresse für Werbung nutzen will.

Gibt es Ausnahmen von der Einwilligung?

Kein Gesetz ohne Ausnahme: Auch im Falle der Werbe-E-Mails hat sich der Gesetzgeber eine Privilegierung einfallen lassen. So ist das Versenden von Werbe-E-Mails an eigene Kunden unter bestimmten Umständen auch ohne ausdrückliche Einwilligung erlaubt. Danach muss zunächst die Adresse im Zusammenhang mit dem Verkauf einer Ware oder Dienstleistung (Interessenten fallen nicht darunter) erhalten worden sein. Der Newsletter selbst darf sich dann nur auf eigene, ähnliche Waren oder Dienstleistungen beziehen. Ferner darf der Kunde nicht bereits im Voraus einen Werbewiderspruch geäußert haben. Auf dieses Widerspruchsrecht muss sowohl bei Erhebung als auch bei jeder anschließenden Verwendung hingewiesen werden.

All diese Anforderungen müssen gemeinsam erfüllt sein und werden von den Gerichten sehr eng ausgelegt. Vor Gericht sind hier schon namhafte Unternehmen gescheitert, da Inhalte im Newsletter nicht den gesetzlichen Ausnahmeregelungen genügten. Wer als Unternehmen auf Nummer sicher gehen will, sollte auf die Ausnahme verzichten und Newsletter nur nach ausdrücklicher Einwilligung der Empfänger verschicken.

Weiterempfehlungsfunktion (Tell-a-Friend) als Alternative?

Viele Unternehmen versuchen das Einwilligungserfordernis durch das Instrument der Weiterempfehlung zu umgehen. In einer aktuellen Entscheidung des Bundesgerichtshofs wurde auch diese Form der E-Mail-Werbung für unzulässig befunden, da auf diese Weise das gesetzliche Einwilligungserfordernis umgangen wird. Sofern ein Unternehmen diese Funktion anbietet, sollte dies von einem Anwalt überprüft werden. Auch hier ist zukünftig mit teuren Abmahnungen zu rechnen.

Widersprüche der Empfänger berücksichtigen!

Die häufigsten Gründe für Abmahnungen sind nicht ernst genommene Werbewidersprüche. E-Mail Empfänger gehen in der Regel erst dann zum Anwalt, wenn trotz mehrfacher Aufforderung weiterhin Werbe-E-Mails verschickt werden. Es ist sinnvoll, Mitarbeiter zu informieren und entsprechend technische Vorkehrungen zu treffen. Mit dem Einrichten einer Blacklist können Empfängeradressen regelmäßig abgeglichen werden. Dabei ist jede Form der Ablehnung zu beachten. Empfänger sind insbesondere nicht gezwungen, sich an die Vorgaben eines Unternehmens (wie Abmeldelink im Newsletter) zu halten. Gerichte haben entschieden, dass alle Formen des Widerrufs (Anruf, Post, E-Mail) zu berücksichtigen sind.

E-Mail-Adressen für Werbezwecke einkaufen?

Im Gegensatz zu Postadressen ist der Ankauf von E-Mails zu Werbezwecken nahezu unmöglich geworden. Wie bereits beschrieben, dürfen Werbemails nur nach ausdrücklicher Einwilligung des Empfängers versendet werden. Die Einwilligung muss sich dabei auf den konkreten Versender (also das werbende Unternehmen) beziehen und darf nicht abstrakt gehalten werden. Ein Verkauf von E-Mails wäre also nur dann möglich, wenn der Käufer bereits in der Einwilligungserklärung des E-Mail-Adressen-Inhabers benannt wäre. Es ist ratsam, sich von Unternehmen, die E-Mails verkaufen, fernzuhalten. Im Regelfall handelt es sich um schwarze Schafe, die kein gültiges Opt-In vorweisen können.

Checkliste E-Mail Newsletter
  • Versenden Sie Werbemails nur nach ausdrücklicher Einwilligung
  • Lassen Sie die Anmeldung durch Inhaber der Adresse bestätigen (Double Opt-In) 
  • Berücksichtigen Sie Werbewidersprüche von Kunden 
  • Kaufen Sie keine E-Mails von Adresshändlern für Werbezwecke

 

RA David Oberbeck
Herting Oberbeck Rechtsanwälte, Hamburg
Mitglied im IBWF – Institut für Betriebsberatung, Wirtschaftsförderung und -forschung e. V.
www.herting-oberbeck.de

 

Foto: iQoncept - Fotolia.com

InCaS in der Praxis

Michael Vogelsang, Vorstand der Volksbank Sprockhövel, im Gespräch mit Der Mittelstand.

Der Mittelstand.: Wann und wie wurden Sie zum ersten Mal auf die Methode Intellectual Capital Statement (InCaS) aufmerksam?

Michael Vogelsang: Vor etwa drei Jahren berichtete mir ein Kunde, Herr Lohmann-Hütte, Geschäftsführer der Friedrich Lohmann GmbH aus Witten, von der Methode. Er schilderte mir, dass er trotz anfänglicher Skepsis davon inzwischen vollständig überzeugt sei.

Wie schätzen Sie InCaS im Vergleich zu anderen Managementmethoden ein?

Für mich liegt das Plus dieser Methode darin, dass die Mitarbeiter einbezogen werden und dadurch eine weitaus größere Akzeptanz für Veränderungsprozesse entsteht. Gewöhnlich denkt das Management vor, holt sich Berater ins Haus, diese analysieren die Probleme und machen Vorschläge. Dieses Vorgehen ist ausschließlich Top-down gerichtet. Häufig ist die Umsetzung schwierig und man arbeitet gegen Widerstände. Die sind bei InCaS auch nicht auszuschließen. Dennoch ist das Fundament breiter. Neben dem Management spielen die Mitarbeiter eine zentrale Rolle. Sie werden ernst genommen. Ihre Meinung ist gefragt.

In welchen Fällen würden Sie InCaS anwenden?

Bei jeder Neuausrichtung des Unternehmens. Manchmal hat keiner eine Idee, wohin es gehen soll. Hier unterstützt die Methode maßgeblich. Für wichtig halte ich sie auch, wenn scheinbar keine Probleme bestehen. Die Mitarbeiter kennen in der Regel Schwachstellen und können sie aufdecken.

Wo liegen die Stärken und Schwächen der Methode?

Ihre Stärken ergeben sich aus den bereits genannten Punkten. Die Schwächen liegen meines Erachtens vor allem darin, dass der Prozess einschließlich der Maßnahmenumsetzung langfristig angelegt ist und Erfolge nicht sofort gesehen werden können. Die anfängliche Euphorie von Mitarbeitern bleibt nicht immer über einen längeren Zeitraum erhalten. In Teilen ist es auch so, dass Mitarbeiter Veränderungen wünschen, aber diese nicht selber umsetzen wollen. Dies ist aber nicht zwangsläufig auf InCaS zurückzuführen, sondern gilt vielmehr für alle Change-Prozesse. Gleichzeitig ist es sehr positiv, dass den Mitarbeitern durch eine solche Methode besondere Wertschätzung entgegengebracht wird.

Michael Vogelsang, Vorstand der Volksbank Sprockhövel

Welche Verbesserungen wären aus Bankensicht wünschenswert?

Bei InCaS gibt es keine messbaren Ergebnisse. Solche sind für das Ranking natürlich entscheidend. Aus Bankensicht wäre hier eine Weiterentwicklung der Methode wünschenswert, um sie stärker berücksichtigen zu können. Dadurch würde ihre Anwendung für Unternehmen interessanter. Das Ranking kann sich immer nur auf Fakten aus der Vergangenheit und der Gegenwart beziehen. Bei InCaS spielt die Zukunft die zentrale Rolle. Wenn die Methode mittels messbarer Ergebnisse hier eine verlässliche Prognose zuließe, wäre dies auch ein Gewinn für die Banken.

Glauben Sie, dass InCaS zukünftig einen größeren Stellenwert als bisher bei der Einschätzung von Unternehmen durch Banken haben wird?

Das glaube ich schon. Selbstverständlich sind für uns die Unternehmenszahlen entscheidend. Aber in Unternehmen arbeiten Menschen und die können nur erfolgreich arbeiten, wenn sie entsprechende Rahmenbedingungen vorfinden. Dazu gehören die Unternehmensstrategie, Wissensträger und Wissensvermittlung, Motivation und das Wir-Gefühl. Die Soft-Skills gewinnen an Bedeutung und gerade diese werden bei InCaS berücksichtigt.

Ich danke Ihnen für das Gespräch.

InCaS (Intellectual Capital Statement, deutsch: Wissensbilanz) ist ein standardisiertes Verfahren, um das Intellektuelle Kapital wie Mitarbeiterqualifikation, Motivation, Innovationsprozesse oder Kundenbeziehungen eines Unternehmens transparent darzustellen. Es dient speziell kleinen und mittelständischen Unternehmen zur Erhebung, Messung, Darstellung und Entwicklung der Zukunftsfähigkeit. Der IBWF-Bundesarbeitskreis InCaS arbeitet seit 2010 daran, die Methode praxisgerecht weiterzuentwickeln.

 

Das Gespräch führte Mechthild Müller, Mitglied des Bundesarbeitskreises InCaS des IBWF.

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„Stürmische“ Mitgliederversammlung des IBWF

Es war wegen des Orkans Xaver eine „stürmische“ Mitgliederversammlung des IBWF. Witterungsbedingt konnten nur gut die Hälfte der angemeldeten Mitglieder anreisen. Als Ehrengast begrüßte IBWF-Präsident Karl-Heinz Thor den Bundesgeschäftsführer des BVMW, Dr. Stefan Dittrich, der in seiner kurzen Ansprache auf die politische Situation im Hinblick auf die GroKo einging. Er hob zugleich die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen BVMW und IBWF hervor, die auch für die Unterstützung der politischen Arbeit des BVMW gelte.

Thor berichtete über die erfreuliche Mitgliederentwicklung insbesondere 2013 und die stabile wirtschaftliche Situation des IBWF seit 2012, sowie über die Kooperation mit dem BVMW, die sich seit dem Umzug nach Berlin im Frühjahr 2012 nochmals verbessert hat. Die Wahrnehmung des IBWF durch Führung, Mitarbeiter und Funktionsträger des BVMW sei dadurch gesteigert worden.

Weiter ging der IBWF-Präsident auf die Anerkennung der Zertifizierung des IBWF für Unternehmensberater ein, die ein Alleinstellungsmerkmal des IBWF und damit attraktiv für neue Mitglieder sei. Die Nachfrage nach Zertifizierung durch das IBWF sei erheblich gestiegen.

Die Mitgliedschaft im Europäischen Mittelstandsverband (CEA-PME) sei jetzt auch durch das Aufrücken des IBWF-Vizepräsidenten Ullrich Hänchen als Schatzmeister in den Vorstand der CEA-PME aufgewertet worden.

Auf regionaler Ebene haben mit Unterstützung der BVMW-Funktionsträger IBWF-Veranstaltungen in Berlin, Bad Nauheim, Dresden, Hamburg und Leipzig stattgefunden.

Anschließend berichteten die Leiter der Bundesarbeitskreise über die vergangenen Jahre. Folgende Bundesarbeitskreise (BAK) gibt es im IBWF: Verbandsmarketing, InCaS, Unternehmensberater mit Fördermittelkompetenz, Sanierung/Insolvenz, Unternehmensvorsorge.

Thor dankte allen BAK-Leitern sehr herzlich für ihre ehrenamtliche Tätigkeit im Sinne der Kollegen in IBWF und BVMW.

Für den im Mai 2013 verstorbenen Vorstand und Leiter der IBWF-Akademie Dr. Manfred Hahn musste eine Nachwahl erfolgen. Der neue Leiter der Akademie, Dirk Schink, wurde als neues Vorstandsmitglied einstimmig gewählt.

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Markenarbeit ist keine Hexerei

Warum gute Markenführung für den Mittelstand wichtig ist

Hartnäckig halten sich im Mittelstand die typischen Vorurteile: Marke ist Luxus, bedeutet nur Kosten, ist nicht mehr als ein Logo, im besten Fall ein Corporate Design. Oder: Marke wird nicht benötigt, da persönliche Kundenbeziehungen erfolgsversprechender sind.

Marke ist im Mittelstand aber ein wichtiger Erfolgsfaktor, um sich gegen größere Unternehmen, billige Importe und andere mittelständische Konkurrenten zu behaupten und um als Arbeitgeber für qualifizierte Fachkräfte attraktiver zu werden. Oft stützen sich Marken jedoch allein auf allgemeine Aussagen zu Qualität und Kundenorientierung. Dadurch verwässert das Profil und die Marke wird austauschbar. Eine klare strategische Positionierung, die in einem Markenauftritt sichtbar wird, verleiht auch Mittelstandsmarken die nötige Kraft, sich erfolgreich abzuheben.

Marke ist also im Mittelstand angekommen und der Bedarf an professioneller Markenarbeit wächst. Auch wenn mittelständische Unternehmen bereits vieles in Bezug auf Marke intuitiv richtig machen, so fehlen oft spezifisches Wissen zu Mechanismen und Wirkungsweisen sowie eine konzertierte und kontinuierliche Markenführung.

Wird die Marke an dieser Stelle nicht glaubhaft gelebt, so entwickelt sie auch keine Strahlkraft für Mitarbeiter und Kunden.

Strategie

Marke wird im Mittelstand noch immer zu losgelöst von der Unternehmensstrategie gesehen, oftmals nur als rein formaler Ausdruck, der sich in den Begriffen schön, modern und gleich erschöpft. Marke ist aber viel mehr als das, denn sie verleiht einem Unternehmen ein klares Profil und macht sichtbar, wofür es steht. Marke ist also immer von einem Ziel oder einer Idee geleitet, die sich eng an den Unternehmenszielen ausrichtet. Die Ableitung einer Markenstrategie (Positionierung, Werte, Leitidee, etc.) aus diesen Zielen ist die wesentliche Grundbedingung für eine starke Marke. Wird diese strategische Basis durch den Markenauftritt in allen Kontaktpunkten der Marke konsequent umgesetzt und erlebbar, wird intuitiv deutlich, ob ein Unternehmen im Kern zum Beispiel für Innovation, Einfachheit oder Leistung steht. Durch die schrittweise Überführung der Unternehmensstrategie in ein Erscheinungsbild (Designidee, Tonalität und Bildwelt), erreicht man eine enge Verzahnung der Strategie mit der Gestaltungsebene. Dadurch wird rein auf persönlichem Geschmack beruhenden Diskussionen – beispielsweise zum Aussehen des Logos – erst gar kein Raum gegeben.

Steuerung

Während in größeren Konzernen die Markenverantwortung meist klar im Marketing, der Unternehmenskommunikation oder dem Brand-Management verortet ist, wird Marke in Mittelstandsunternehmen oftmals als Querschnittsfunktion noch gar nicht definiert. Dabei könnte dies aufgrund der übersichtlicheren und ganzheitlicheren Betrachtungs- und Handlungsebenen gerade im Mittelstand erfolgversprechend umgesetzt werden.

Letztlich ist Markenführung natürlich auch immer Chefsache. Wird die Marke an dieser Stelle nicht glaubhaft gelebt, so entwickelt sie auch keine Strahlkraft für Mitarbeiter und Kunden. Versteht man es aber, die besondere Vorbildfunktion des Unternehmers zu nutzen, so ist dies richtungsweisend für das Unternehmen und die Belegschaft. Eine enge Verzahnung von strategischer Markenführung und einer starken Unternehmerpersönlichkeit, von der die Werte vorgelebt werden, schafft nicht nur Kontinuität sondern auch besonderes Identifikationspotenzial mit der Marke.

Stimme

Markenführung notwendigerweise mit großen Mediabudgets zu verbinden, ist falsch. Neben den klassischen Medien eröffnen sich heute im Social Web auch für Mittelständler mehr und mehr Möglichkeiten für die Markenkommunikation. Im Dialog mit dem Konsumenten braucht es allerdings eine klare Richtung und eine kommunikative Strategie, die zur Marke passt. Dies kann bis zur Ausprägung einer eigenen Markenredaktion in einem entsprechenden Newsroom führen, aus dem stringent im Sinne der Marke kommuniziert wird.

Im Bewusstsein, dass Bekanntheit allein nicht verkauft – sondern nur Relevanz für ihre Kunden – wird nicht der Massenmarkt bedient, sondern auf die Zielgruppe fokussiert. Frei nach dem Motto „Nicht allen wenig geben, sondern Wenigen alles“.

Wenn eine Marke nach diesen drei Aspekten (Strategie, Steuerung und Stimme) geführt wird, ist sie auch in der konkreten Umsetzung erfolgreich wirksam. Selbstverständlich bleibt es dabei für die Markenverantwortlichen unabdingbar, auf die Konsistenz im Auftritt an allen Kontaktpunkten zu achten und insbesondere die kontinuierliche Anwendung der Markenstrategie in absolut allen Funktionsbereichen des Unternehmens, also auch bei Produkt- und Sortimentsentscheidungen, R&D-Portfolios, Personalfragen, einzufordern.

Und es gilt – auch im Mittelstand – der gute alte Satz, dass sich nur das verbessern lässt, was gemessen wird. Also gilt auch für die Markenführung, dass man sich Ziele setzt, diese durch ganzheitlich wirksame Maßnahmen zu erreichen sucht und anschließend den Grad der Erfolge feststellt. Dabei darf nicht außer Acht gelassen werden, dass Markenarbeit ein lebendiger und langfristiger Prozess ist, der sich längst nicht nur auf die Abarbeitung von einzelnen Projekten beschränkt.

Markenarbeit ist kein Hexenwerk, sondern lässt sich gezielt steuern. Nur wenn dabei der Blick für das Ganze und die notwendige Kontinuität in der Markenführung gewahrt werden, können aus den „Helden im Hintergrund“ Marken werden, die ihr einzigartiges Profil mittels eines strategisch fundierten, starken Auftritts nach außen tragen.

Es spricht nichts gegen den Erfolgsfaktor Marke im Mittelstand.

MetaDesign ist eine international führende Identity- und Markenagentur. An den Standorten Beijing, Berlin, Düsseldorf, Genève, San Francisco und Zürich entwickelt MetaDesign Markenstrategien und -erlebnisse, die Marken erfahrbar machen und die Bedürfnisse ihrer Zielgruppen spiegeln, vernetzt über alle Kommunikationsdisziplinen – analog und digital.

Insgesamt rund 300 Mitarbeiter betreuen neben Kunden wie Audi, Volkswagen, Siemens, Commerzbank oder Deutsche Post DHL auch führende Mittelständler wie ARAG, HRS, Jacques’ oder Jungheinrich.

 

Markus Müller
Managing Director MetaDesign Düsseldorf
www.metadesign.com

Foto: emyerson - iStockphoto.com

Karneval in Nizza

Lebensfreude, Blumenschlacht und ein Bad im Meer

Sie haben Sehnsucht nach Sonne und wollen so schnell wie möglich die bösen Wintergeister vertreiben? Dann ist der Karneval in Nizza genau das Richtige. Nur knapp zwei Stunden Flugzeit von Deutschland entfernt, ist die kulturelle Hauptstadt der Côte d'Azur zwar das ganze Jahr über eine Reise wert, um über Blumenmärkte und den Flohmarkt zu schlendern oder die Altstadt mit ihren typischen Gassen zu erkunden. Doch im Februar offenbart sich jedes Jahr zusätzlich die geballte Lebensfreude des Südens in einem rauschenden Fest für alle Sinne: dem berühmten Karneval in Nizza. Mit etwa einer Million Besuchern ist er neben Rio und Venedig einer der größten der Welt.

Deutschland Ehrengast in Nizza

Das Besondere an dem Karneval in diesem Jahr: Deutschland ist Ehrengast, und das diesjährige Motto des Karnevals lautet „König der Gastronomie“. Somit werden in allen teilnehmenden Restaurants mindestens drei traditionelle Gerichte auf der Karte stehen, u. a. natürlich der „Salade nicoise“, der Zwiebelkuchen Pissaladiere oder Petit farcis, gefüllte Tomaten, Paprika, Zucchinis oder Auberginen. Und Sie können den speziellen „Belletwein“ verkosten, den immerhin noch 15 Winzer produzieren.

Politische Satire auf französisch

Aber der Karneval wäre kein Karneval, wenn es nicht auch Wagenumzüge mit satirischen und politischen Anspielungen gäbe. Denn schon seit dem Mittelalter (in Nizza erstmals 1294 erwähnt) ist die Karnevalszeit eine Zeit der ausgelassenen Regelüberschreitung und durch Verkleidungen unterstützte Freizügigkeit. An acht Tagen ziehen 18 symbolträchtig oder possenhaft ausgestattete große Prunkwagen an den Tribünen vorbei, rund um den Place Massena bis zur Promenade des Anglais am Meer und wieder zurück. Die ersten drei Wagen gehören immer dem Karnevals-König, seiner Königin und dem Sohn „Carnavalon“. Begleitet werden sie von 150 weiteren Satellitenwägen, darunter einige mit bis zu zehn kg schweren Großköpfen aus Pappmachee sowie von internationalen Musikgruppen, Tänzern, Akrobaten oder Zirkuskünstlern, die für Stimmung sorgen.

Blumenschlacht am Meer

Die zweite wichtige Veranstaltung ist die spektakuläre Bataille de fleurs, die Blumenschlacht, die erstmals 1876 als Belustigung für die damaligen, meist englischen Urlauber eingeführt wurde.

Die Festwagen – mit bis zu 3.000 Blüten geschmückt – ziehen an den Tribünen vorüber. Darauf stehen die schönsten Mädchen der Stadt in aufwändig geschneiderten Kostümen und werfen kiloweise Mimosen und Schnittblumen in die jubelnde Menge.

Und auch das Rahmenprogramm bietet einige Überraschungen und ungewöhnliche Einblicke in die französische Festkultur, wie zum Beispiel den Wettlauf mit über 3.000 Teilnehmern in Faschingskostümen auf der Promenade oder das Bad der Narren im Meer – natürlich mit kompletter Verkleidung.

Seinen Abschluß findet das bunte Treiben, das am 14. Januar beginnt, am 4. März mit der feierlichen Verbrennung des Pappmachee-Königs und dem obgligatorischen Feuerwerk. Und wie jedes Jahr gilt ab dann für alle Nizzaer: Nach dem Karneval ist vor dem Karneval.

Mehr Infos und das gesamte Programm unter: www.nicecarnaval.com

Siegbert Mattheis
Geschäftsführer mattheis. Werbeagentur GmbH & Chefredakteur www.ambiente-mediterran.de

Foto: Office du Tourisme et des Congrès de Nice

Genug getwittert

Soziale Medien spielen im Marketing kaum eine Rolle

Der Mittelstand hat begriffen, dass dem Online-Marketing die Zukunft gehört. Die Hoffnungen auf soziale Netzwerke wurden allerdings enttäuscht. Eine Milliarde Facebook Nutzer gibt es weltweit, 500 Millionen Menschen twittern, dreizehn Millionen nutzen XING – ein Werbeparadies für Marketingvisionäre. Eine Studie zeigt: Die meisten Mittelständler lassen soziale Netzwerke kalt. Gleichwohl ist die Digitalisierung bei KMU angekommen.

Der Einzug des digitalen Marketings hat zur Folge, dass Werbeerfolg kontrolliert werden kann.

In Zeiten digitaler Vernetzung ist die Konkurrenz ständig präsent. Wer am Markt bestehen will, muss digital werben. Eine von der telegate AG in Auftrag gegebene Studie hat vor allem kleine Unternehmen nach ihrem digitalem Werbeverhalten zwischen 2010 und 2012 befragt. Die Autorin der Studie, Susanne Seign, musste dabei für 2010 eine „Diskrepanz zwischen dem Suchverhalten deutscher Verbraucher und den Vermarktungsgewohnheiten lokaler Unternehmen“ feststellen. Die gute Nachricht: Zwei Jahre später hat diese Diskrepanz abgenommen.

Online Branchenbuch beliebtestes Werbemittel

Fast 40 Prozent aller Unternehmen schätzen Online-Marketing als „sehr wichtig“ ein, 18 Prozent mehr als in den Vorjahren. Im Jahr 2012 galten 91 Prozent aller mittelständischen Unternehmen als internetaffin, war erst mal nur heißt, dass im Büro ein Internetanschluss existiert. Fragt sich, was die restlichen neun Prozent tun – vielleicht im kiloschweren gedruckten Branchenbuch blättern, das laut Umfrage 2010 noch das meistgenutzte Werbemittel kleiner Betriebe war. Doch 2012 liegt es weit abgeschlagen hinter dem Online-Branchenverzeichnis, für das 44 Prozent der Unternehmen einen Großteil ihres Werbeetats einsetzen. Für Susanne Seign liegt das auf der Hand, denn „das kennen Unternehmen noch vom gedruckten Vorgänger; jahrelang haben sie dort inseriert. Die Übersetzung in das digitale Marketing fällt hier am leichtesten.“ Der Einzug des digitalen Marketings hat überdies zur Folge, dass Werbeerfolg kontrolliert werden kann. Früher hat man viel Geld in gerahmte Anzeigen etwa in den Gelben Seiten investiert, doch ob genau dadurch mehr Kunden kamen, war schwer zu evaluieren. Heute bieten Online Reporting Systeme Möglichkeiten zur Werbewirksamkeitsmessung. Knapp die Hälfte der befragten Unternehmen kontrolliert mittlerweile den Erfolg ihrer Online-Werbung.

Social Media: nur für wenige Branchen interessant

Überraschend nicht nur für Susanne Seign, sondern für viele Marketingexperten: Der vorausgesagte Boom der Sozialen Netzwerke wie Facebook, Xing und Twitter bleibt aus. Nur 32 Prozent der befragten KMU haben tatsächlich einen Auftritt bei sozialen Netzwerken (87 Prozent davon bei Facebook), und nur die Hälfte nutzt solche Plattformen beruflich. Susanne Seign hat ein starkes „Verharrungsvermögen“ festgestellt: „Wer einmal bei Facebook ist, bleibt auch dort, wer sich bislang nicht anmeldet hat, wird es auch nicht mehr tun.“ Dass überhaupt noch so viele Unternehmen auf Facebook präsent sind, könnte also auch pure Trägheit sein. Vor allem niedergelassene Fachärzte meiden Facebook. Vielleicht verträgt es sich nicht mit dem Berufsstand und senkt die Reputation. Noch weniger Zugang zum interaktiven Web 2.0 hat das Handwerk: Nur 18 Prozent nutzen soziale Netzwerke. Das scheint eine branchenspezifische Tendenz zu sein. Von den befragten Handwerkern haben noch nicht mal 44 Prozent eine eigene Homepage; knapp die Hälfte investiert den Werbeetat in Printanzeigen bei der örtlichen Tageszeitung.

Offenbar haben viele Mittelständler begriffen, dass Menschen nicht als Kunden auf Facebook unterwegs sind, sondern tatsächlich ganz privat.

Lediglich Makler tummeln sich häufiger in den Sozialen Medien. Hier sind 46 Prozent registriert, die meisten davon bei Facebook. Zwar nutzen nur 18 Prozent den Kurznachrichtendienst Twitter, doch das ist eine Steigerung gegenüber 2010 um 80 Prozent! Versicherungen und Immobilien lassen sich offenbar gut in direktem, zeitnahem Kontakt zum Kunden vermitteln. „Herrscht etwa bei Immobilien mehr Nachfrage als Angebot, könnte das für Interessierte ein Grund sein, Maklern auf Twitter zu folgen“, vermutet Seign. Eine weitere Ausnahme bildet die Hotellerie und Gastronomie. Hier verdrängen Soziale Medien sogar andere Online-Werbemittel. So vermarkteten sich 2012 doppelt so viele Gastronomiebetriebe auf Facebook als 2010. Hotels und Restaurants sind abhängig von Kundenbewertungen und -empfehlungen, und dafür ist das Web 2.0 besser geeignet als die eigene Website.

Bewerten und empfehlen: Der Trend im Web 2.0

Auf Facebook „geliked“ zu werden, erhöht nicht bei allen Branchen den Umsatz. Doch Hotels und Restaurants gehören zur „empfehlungsgetriebenen“ Branche, wie Seign sie nennt, sie ist hochgradig internetaffin. Ein Drittel der befragten Unternehmen integriert Kundenbewertungen auf die Website; 20 Prozent bieten eine Schnittstelle etwa zu Facebook, um dort Empfehlungen und Bewertungen werbewirksam einzusetzen. Auch für Ärzte mit ihrer Facebook-Abstinenz wird das Empfehlungsmarketing immer wichtiger. Und ob sie wollen oder nicht: Patienten suchen vermehrt auf Portalen zu Ärztebewertung nach einem Facharzt; die Ergebnisse dort werden immer entscheidungsrelevanter. Ob freiwillig oder unfreiwillig: „90 Prozent halten Kundenbewertungen für entscheidend für ihren Geschäftserfolg. Doppelt so viele Unternehmer wie noch 2010 betreiben aktives Empfehlungsmarketing“, so Seign.

Empfehlen und Bewerten: Das kann in sozialen Netzwerken geschehen, muss aber nicht. Offenbar haben viele Mittelständler begriffen, dass Menschen nicht als Kunden auf Facebook unterwegs sind, sondern tatsächlich ganz privat – und dabei gar nicht umworben werden wollen. Zumindest nicht von jeder Branche. Wer klickt schon auf „Werde Fan von Vereinigte Traktoren Werke Deizisau-Tübingen“?

Bernd Ratmeyer
Wissenschaftsjournalist und Lektor

Foto: fotogestoeber - Fotolia.com Foto: Thomas Bethge - Fotolia.com

„Mit freundlicher Unterstützung von ...“

Beethoven und Business – ein Widerspruch?

Unternehmen treten gerne als Sponsoren für Kultur und Sport auf. Künstlern und Vereinen hilft es, die Betriebe wertet es auf. Der Wurstfabrikant im Stadion eines Zweitligisten, die Firma für Innenausbau, die den Bühnenbau für ein Musikfestival besorgt: Auch kleinere Unternehmen suchen die Nähe zur Kultur – und investieren dafür Geld. Doch wo große Konzerne ihr Engagement für Kultur oder Sport aus der Portokasse zahlen, ist Sponsoring für den Mittelstand mit Kosten und Zeit verbunden. Lohnt sich Kulturförderung?

Professor Manfred Schwaiger, Vorstand des des Instituts für Marktorientierte Unternehmensführung in München, hat sich intensiv mit Sponsoring beschäftigt und rät jungen mittelständischen Unternehmen zur Vorsicht: Im Vorfeld gilt es auch viele andere Möglichkeiten der Wertschöpfung zu prüfen. „Vor allem im B2B-Bereich erreicht man durch Sponsoring wegen der hohen Streuverluste viele Kunden oft gar nicht.“ Doch grundsätzlich können alle Unternehmen von Kultur- oder Sportsponsoring sehr wohl profitieren, wenn auch mittelbar. Schwaiger empfiehlt, sich drei Fragen zu stellen:

  • Wen will ich durch Sponsoring erreichen? 
  • Welche Möglichkeiten habe ich? 
  • Wie kreativ kann ich meine Marketingidee umsetzen?

„Steigende Reputation bildet Vertrauen bei den Stakeholdern und wirkt nachweislich positiv auf die Ertragssituation.“

Sponsoring motiviert Mitarbeiter

Kunden und Mitarbeiter bindet man bevorzugt durch „Hospitality Services“: Karten für die V.I.P.-Lounge in der Allianz-Arena, eine Voraufführung im Theater vor der eigentlichen Premiere mit anschließendem Diner samt Künstlern, eine private Vernissage, „damit betreibe ich Beziehungspflege und werte meine Zielgruppe auf. Dazu können auch Politiker und Meinungsführer gehören, die dann vielleicht ihren Ermessensspielraum eher zu meinen Gunsten nutzen. Das muss natürlich unter Einhaltung aller Compliance-Regeln geschehen.“

Mitarbeitermotivation ist ein unterschätzter Aspekt beim Kultur- und Sportsponsoring: „Unsere Studien zeigen, dass die Korrelation zwischen Bewerbungsneigung und Reputation eines Unternehmens sehr hoch ist.“ Die Generation Y, also die heute so begehrten 25 – 35-jährigen, wollen stolz auf ihren Arbeitgeber sein und kommunizieren entsprechende Aspekte auch gerne nach außen – einer jener beim Sponsoring gewünschten Multiplikatoreffekte.

Sponsoring erhöht also die Reputation eines Betriebes und steuert das Image in eine gewünschte Richtung. Unternehmer können so sichtbar machen, dass sie als „Good Corporate Citizens“ der Gemeinschaft etwas zurückgeben. „Steigende Reputation bildet Vertrauen bei den Stakeholdern und wirkt nachweislich positiv auf die Ertragssituation“, so Schwaiger. Doch muss man sich genau überlegen, wie man sich als Unternehmen in das Kultur- oder Sportgeschehen einbringt. „Der Name auf dem Theatervorhang allein reicht wohl nicht.“ Doch wenn etwa der Spezialist für spanische Weine mit der Komischen Oper Berlin vereinbart, bei allen thematisch passenden Inszenierungen im Foyer seine Wein zu verkosten, ist das kreatives Sponsoring: „Der Sponsor muss sich beim Event in Szene setzen, ohne aufdringlich zu sein. Mancher Autohersteller würde am liebsten sein neuestes Modell auf die Bühne schieben, aber das geht nicht.“

Es ist das nachhaltige Engagement, das langfristige wirtschaftliche Vorteile für Unternehmen schafft.

Vertraglich festgelegte Leistungen

Der Sponsor muss seine Grenzen kennen, der Künstler oder Sportler aber auch die Rechte des Sponsors. Die Erwartungen beider Parteien sollten vertragsfest formuliert werden als „wechselseitige Leistungspflichten im Sinne eines Geschäftes auf Gegenseitigkeit“. So steht es im Mustervertrag zum Kultursponsoring, den der Kulturkreis der deutschen Wirtschaft anbietet. „Sponsoring ist kein Mäzenatentum, sondern ein Geschäft auf Gegenseitigkeit. Die Kosten werden steuerrechtlich als Betriebsausgaben behandelt“, erklärt Friederike von Reden, Referentin des Kulturkreises. „Leistung und Gegenleistung müssen rechtsverbindlich gewährleistet werden.“ Das schützt vor falschen Erwartungshaltungen. Mit seinem Arbeitskreis Kultursponsoring berät der Kulturkreis Unternehmen – auch kleine und mittelständische – die Interesse an Kultursponsoring haben und vernetzt sie mit Mitgliedsunternehmen, die ihrerseits Erfahrung mit operativer Kulturförderung haben.

Sponsoring jenseits großer Summen

Von den Vorteilen ist von Reden, ähnlich wie Manfred Schwaiger, überzeugt: Kultursponsoring dient der Kundengewinnung, Kundenbindung, Mitarbeitermotivation sowie Personalentwicklung durch Reputation und Vertrauensbildung. Sie hat dabei schon viele Beispiele erlebt, wie kleine Unternehmen jenseits großer finanzieller Aufwändungen eine kreative Form von Kulturengagement entwickelt haben. So hat die Firma „Hoppen Innenausbau“ in Mönchen-Gladbach Arbeit und Know-how in das Niederrhein-Musikfestival investiert: Erst durch Bühnenbau und Schallschutz, dann mit Fahrdiensten für die Künstler und schließlich durch die Übernahme der Buchhaltung. Die Mitarbeiter und Azubis gehen diese Arbeit mit erhöhter Motivation an, die langfristige Bindung an das Festival steigert die lokale Reputation des Handwerkbetriebes.

Überhaupt rät von Reden interessierten Unternehmen, nicht einfach eine Theateraufführung oder ein bestimmtes Konzert zu fördern. „Suchen Sie sich einen langfristigen Partner, der zu Ihrem Unternehmen passt. Das kann die örtliche Musikschule oder das Theater sein, aber auch ein Format wie ein Festival oder ein bestimmter Künstler. Wichtig ist die Nachhaltigkeit der Zusammenarbeit.“ Dann gilt es, die „positive kommunikative Wirkung“ mitzunehmen. Dazu gehört nicht nur der Firmenname auf Tickets und Programmen, sondern beispielsweise auch die Organisation von exklusiven Sonderführungen für Kunden oder Geschäftspartner, Workshops der Künstler mit den Mitarbeitern und ähnliches. Es ist das nachhaltige Engagement, das langfristige wirtschaftliche Vorteile für Unternehmen schafft. Außerdem: Eine Weile Musik statt Musterverträge, Beethoven statt Buchhaltung, Theater statt Trendanalyse – dem Betriebsklima tut das gut.

Bernd Ratmeyer
Wissenschaftsjournalist und Lektor

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Web aktiv

Erfolgreiches Content Marketing für den Mittelstand

Der Slogan „Content Is King“ geistert durch viele Marketing-Konzepte und wird gern in Präsentationen eingesetzt. Doch ist vielen Anwendern der wahre Kern der Aussage nicht klar.

Content – zu deutsch Informtionsinhalte – , war bereits in der Vergangenheit Grundlage für die Wahrnehmung und den Erfolg eines Unternehmens. Bisher waren in erster Linie Verlage und Medien für die Erstellung und Verbreitung verantwortlich. Unternehmen haben sich meist auf werbliche Marketing-Maßnahmen beschränkt und im besten Fall noch aktive Pressearbeit betrieben. Das hat sich jedoch durch den Wandel der Medienlandschaft geändert.

Nun sind Unternehmen selbst dafür verantwortlich, die notwendigen Inhalte zu generieren und zu distribuieren, die Interessenten bei der Informationssuche weiterhelfen. Unternehmen müssen zu Herausgebern werden, die Informationsinhalte verbreiten. Dies beginnt schon mit der eigenen Website, erfordert die Verteilung über geeignete Kanäle und mündet schließlich in der Messung der Vertriebserfolge.

Die Logik des Content Marketing

Der Grundgedanke: Ein potenzieller Kunde sucht Produkte oder Dienstleistungen, kennt aber den Namen eines Unternehmens noch nicht. Der Zugang kann also nur über entsprechende Informationen zum jeweiligen Produkt oder der entsprechenden Dienstleistung funktionieren. Ein Gebäude in guter Lage, klassische Werbung oder eine gute regionale Vernetzung helfen da wenig. Anders aber einfache Mittel wie ein origineller Blog und die Social-Media-Präsenz, die das Angebot ins Visier des Suchenden rücken.

Nicht nur Adresse und Kontaktdaten, vor allem aber Produkte, Services und Leistungsportfolio lassen sich über den Content-Link – dank Suchmaschinen – leicht online finden. Der Suchende kann sich so vorab über Produkte und Lösungen informieren und wird dann ein Kunde.

Inbound Marketing

Interessenten durchforsten das Web nach konkreten Begriffen, wenn sie bestimmte Produkte oder Dienstleistungen suchen. Diese spezifischen Bezeichnungen werden als „Long-tail-Suchanfragen“ bezeichnet. Wenn zum Beispiel gerade ein neues Designer-Sideboard verkauft werden soll und der Hersteller einen aktuellen Blog-Beitrag dazu liefert, wird ein Interessent über den Blog zügig den Anbieter finden. Denn die Informationen sind konkret und werbefrei, sind kein Spam und unerwünschte Direktvermarktung wird vermieden.

Dialog suchen

Eine aktuelle Studie der Harvard-Universität besagt, dass Social Media den Vertriebsmitarbeitern von Unternehmen dabei helfen, eine Beziehung mit potenziellen Kunden aufzubauen und sie so langfristig zu binden. Ein Blog ist dabei nur eines von vielen Instrumenten. Andere Online-Medien eignen sich je nach Branche und Unternehmen, und viele davon setzen auf den Dialog mit Kunden. Vielleicht gibt es ein branchenführendes Forum, in dem ein Anbieter sich offen, transparent und nicht werblich engagieren kann. Oder eine bestehende Community, etwa auf XING oder LinkedIn, die das Unternehmen im Dialog mit seinen erwünschten Informationen bereichern kann.

Unternehmen müssen sich den Anforderungen der heutigen Zeit im Online-Bereich stellen, die notwendigen Schritte einleiten und umsetzen.

Dann darf der Dialog nicht abreißen oder ins Leere führen. Auch aus diesem Grund ist ein umfassendes Monitoring, also die Erfolgskontrolle und Überwachung der Aktivitäten, ein absolutes Muss. So ist sichergestellt, dass Kontaktaufnahmen oder relevante Themen nicht unentdeckt bleiben. Zudem ist das Monitoring natürlich auch der Gradmesser, um Maßnahmen auf noch mehr Erfolg zu trimmen, zu justieren und zu optimieren.

Unternehmen müssen sich den Anforderungen der heutigen Zeit im Online-Bereich stellen, die notwendigen Schritte einleiten und umsetzen. Der Kunde kommt aus dem Web, er ist dort auf Informationssuche. Wer diese Chance nicht ergreift, kann mittelfristig auch scheitern. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen ist es bisweilen noch eine Herausforderung, Content Marketing zu betreiben, denn es reicht nicht, den Praktikant twittern zu lassen. Dienstleister bieten nicht nur Beratung dazu an, sondern auch die operative Umsetzung von Maßnahmen.

Achim B.C. Karpf
Geschäftsführer NetPress GmbH & Co. KG
www.netpress.de

Foto: vectorikart - Fotolia.com

Fünf gute Gründe für ein neues Logo

Logo? Logisch!

Mit ebay, Philips und Yahoo haben sich zuletzt drei etablierte Marken für eine Überarbeitung ihres Unternehmenslogos entschieden. Oberstes Gebot ist dabei, mit frischem Design zu punkten, das bei der Zielgruppe gut ankommt. Veränderungen werden allerdings häufig skeptisch beäugt, so dass es mitunter einige Zeit dauern kann, bis sich die Kunden an das neue „Corporate Design“ gewöhnt haben. Trotzdem sollten Unternehmen sich nicht davon abhalten lassen, über ein neues Markenzeichen nachzudenken. Dafür gibt es fünf gute Gründe:

1. Das Logo verträgt sich nicht mit Internet, App & Co

Hat ein Logo bereits einige Jahre auf dem Buckel und wurde ursprünglich als Geschäftsschild entworfen, muss es nicht zwangsläufig für Web und Social Media geeignet sein. Auch wenn das Logo bisher immer überzeugend gewirkt hat, kann es im Informationsvolumen der Online-Welt schnell untergehen. Daher ist es unverzichtbar, Logos medienübergreifend zu gestalten. Wer unsicher ist, sollte sich fragen: Ist das Logo auch dann noch gut lesbar, wenn die Größe verändert wird? Überzeugt es auch als Schwarz-Weiß-Variante? Lässt sich daraus ein Icon, zum Beispiel für eine Mobile App, ableiten?

2. Das Logo repräsentiert das Unternehmen nicht (mehr)

Unternehmen entwickeln sich konstant weiter. So kann sich über die Jahre hinweg nicht nur das Angebot ändern, sondern auch die Zielgruppe und damit die Wirkung des Logos auf Kunden. Schließlich soll das Design nicht die Vergangenheit, sondern die Gegenwart und Zukunft widerspiegeln.

3. Das Logo ist das Resultat eines Do-it-yourself-Projekts

Gerade in der Gründungsphase kommt es auf jeden Euro an. Um Geld zu sparen, setzen beim Logoentwurf manche auf eigene Fähigkeiten. Möglicherweise gibt das bisherige Logo nicht die gewünschte Professionalität wieder und liegt nicht in den erforderlichen Größen vor. Fehlende Formate sowie laienhaftes Design rufen dringend nach Überarbeitung.

4. Das eigene Logo unterliegt denen der Konkurrenz

Um die Attraktivität des eigenen Logos einschätzen zu können, sollten Unternehmer sich vom Designverständnis ihrer Mitbewerber inspirieren lassen. Ist das Logo der Konkurrenz vielleicht attraktiver? Um das bewerten zu können, empfiehlt es sich, Freunde, Bekannte oder sogar Kunden zum Design des Logos zu befragen. Dieses Feedback sollte nicht unterschätzt werden, denn es gibt Aufschluss über die Anziehungskraft des Designs.

5. Das Logo ist zu komplex

Farbverläufe oder Schatten waren zwar mal populär, heute geht der Trend jedoch zum Flat-Design (minimalistische Gestaltung). Und zwar deshalb, weil komplexe Logos schwer in verschiedene Medien übersetzt werden können, wodurch Kollisionen mit den Corporate-Design-Richtlinien entstehen. So wandelte zum Beispiel Pepsi seinen verschnörkelten Schriftzug in ein schlichtes Kreisdesign ab, und auch das Shell Logo wird regelmäßig aktuellen Trends im Grafikdesign angepasst.

Eva Missling
General Manager Europe, 99designs
www.99designs.de

Foto: George Dolgikh - Fotolia.com

Mit Erwartungen spielen

Petra Owen, Geschäftsführerin der Guerrilla Marketing Group, im Kurzinterview

Der Mittelstand.: Frau Owen, Guerilla-Marketing, was ist das eigentlich?

Petra Owen: Guerilla Marketing heißt, mit wenig Einsatz viel Aufmerksamkeit erreichen. Nicht, dass man kein Geld bräuchte, aber durch kreative oder unkonventionelle Aktionen kann man mehr Aufmerksamkeit erreichen als durch klassische Werbung.

Warum denken Sie, ist Guerilla- Marketing für den Mittelstand geeignet?

Gerade, weil klassische Werbung nur mit Wiederholung funktioniert, was meist mit hohen Kosten verbunden ist, ist Guerilla Marketing oft zielführender. Auch, weil hier sehr fokussiert nur eine Zielgruppe adressiert wird.

Zum Beispiel wollte ein Hersteller für junge Mode mal etwas anderes machen als eine Modenschau oder Plakatwerbung. So verteilten wir in der Umgebung der Stores 20.000 Kleiderbügel mit Aufdruck des Herstellers und hängten diese an Fahrradlenker, Treppengeländer, Bauzäune, Zäune und Türklinken. Um den Bügel war ein Coupon angebracht, mit dem der Überbringer einmalig für eine Woche einen Sonderrabatt im Store erhielt. Die Aktion sorgte für Aufmerksamkeit, viele Menschen nahmen gleich mehrere Bügel mit, die dann aus Taschen quollen. Zuhause hängen dann die Bügel im Schrank.

Wo holen Sie sich Inspirationen für Ihre Arbeit?

Im Internet, durch Magazine. Im Alltag: Augen auf und Ohren auf in der Öffentlichkeit, wie auf Plätzen und Bahnhöfen. Außerdem in Gesprächen jeglicher Art, mit Kollegen, Freunden, Kunden, in der täglichen Arbeit. Aber auch durch Literatur zu Business-Themen. Ich kombiniere gern unterschiedliche Vermarktungsideen. Welchen Werbeclip fanden Sie in jüngster Zeit besonders überzeugend? Den Nespresso-Clip mit Matt Damon, in dem er am Schluss sagt, dass George Clooney ihn gewarnt hat, dass es so kommen würde. George Clooney, der eigentliche Star dieser Clips, wird selten direkt erkannt oder hofiert, alle wollen nur den Kaffee. George Clooney muss hinnehmen, dass die Frauen nicht ihn, sondern nur den Nespresso-Kaffee wollen.

Das Spiel mit der Erwartung und den Gegensätzen ist ein ganz elementares Guerilla-Prinzip, in den Nespresso-Clips wird es hervorragend umgesetzt.

Achten Sie beim Einkauf auf die Marke oder auf die Verpackung?

Unterschiedlich. Da lasse ich mich gerne beeinflussen wie viele andere Konsumenten auch. Manchmal gebe ich gern mehr Geld für eine Marke aus, wenn sie mich überzeugt und manchmal eben nicht. Dann lege ich vielleicht mehr Wert auf ein Ökotest- oder Stiftung Warentest-Siegel.

Was machen Sie am liebsten in Ihrer Freizeit?

Ich lese gern, egal ob Belletristik oder Business, und ich gehe gern ins Kino. Hier liebe ich gute unterhaltsame Filme, aber auch Dokus wie zum Beispiel „More than Honey“. Daneben schätze ich es, mit Freunden Essen zu gehen und gute Gespräche zu führen. Ansonsten: regelmäßig Energy Dance, Pilates und im Sommer spiele ich Golf.

Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?

„Das Lavendelzimmer“ von Nina George. Ein bezaubernder, poetischer, berührender Roman über die Liebe und die Liebe zu Büchern. Mit zum Teil schrägen, aber interessanten Typen, sehr schön zu lesen.

Vielen Dank für das Gespräch.

Petra Owen

Das Interview führte Friederike Pfann.

 

Die Guerrilla Marketing Group ist eine Vertriebs-Marketing-Agentur, die speziell mittelständische Unternehmen darin unterstützt, ihre Kundenbasis aus- und aufzubauen Zusammen mit ihrem Mann leitet Petra Owen diese Firma seit 1994.
www.guerrilla.de

Werbung einst und heute

Von der Steintafel zum Pop-up

Werbung ärgert, amüsiert, lügt, informiert, ist dümmlich oder clever – wie der Mensch selbst. Werbung ist eine menschliche Eigenschaft, und wir finden sie nicht nur im Informationszeitalter, sondern seit Menschen Waren und Dienstleistungen anbieten. Homo Sapiens will für seine Produkte werben – damals wie heute.

Die frühen Hochkulturen entwickelten Schriftzeichen und produzierten so nicht nur Literatur oder religiöse Texte, sondern Produktinformationen: Schon 2000 vor Christus listeten die Babylonier Warenbestände und Preise auf Steintafeln auf, 2000 Jahre früher nutzten die Ägypter dafür Papyrus. Die römischen „Praecones“ waren Ausrufer, die auf Auktionen, Marktzeiten oder bestimmte Händler und Angebote hinwiesen. Und wenn der Brockhaus mit seiner Definition recht hat, nach der Werbung „alle Maßnahmen zur Absatzförderung“ umfasst, muss man die in Stein geritzten männlichen Geschlechtsorgane dazuzählen, die in Pompeji als erigierte Wegweiser zum nächsten Freudenhaus dienten. Sex sells, das war schon immer so.

Schreien und Schreiben

Das Mittelalter blieb mit seinen Kulturtechniken deutlich hinter der Antike zurück, denn die wenigsten Menschen konnten lesen oder schreiben. So warb der Einzelhandel mit Bildern und Piktogrammen: der Schuh für den Schuster, das Hufeisen für den Schmied, der Hut für den Hutmacher. Marktschreier informierten über den Frischegrad des Gemüses und wo auf dem mittelalterlichen Markt welcher Stand zu finden ist. Johannes Gutenberg schließlich begann um 1450 in Mainz bewegliche Lettern zum Buchdruck zu verwenden und setzte die erste Medienrevolution in Gang. Zuerst waren es Bibeln, Ablassbriefe und Kalender, die gedruckt wurden, für Werbung fehlte noch die flächendeckende Verbreitung. Die ermöglichten die ersten Tageszeitungen. Der französische Arzt Théophraste Renaudot gab ab 1631 die Zeitung La Gazette heraus und gründete in Paris ein „Annoncenbureau“, das als Informationsvermittlungsstelle und Verkaufsagentur diente. Arbeitgeber boten freie Stellen an, Jobsuchende ihre Fähigkeiten, Händler neue Waren – ein frühes „Schwarzes Brett“.

Nachrichten mit Werbung, Werbung mit Nachrichten

Bis zur modernen Zeitungsanzeige sollte es jedoch noch dauern. Frühe Medienwächter sorgten Ende des 17. Jahrhunderts dafür, dass Agenturen, sogenannte Intelligenzkomptoirs, Listen bereitstellten, in denen Hersteller und Händler ihre Angebote gegen Gebühr eintragen konnten. DieListen wurden vervielfältigt und verkauft. Dieser „Intelligenzzwang“ sollte Werbung und redaktionellen Inhalt trennen. Doch der Markt lässt sich nur ungern regulieren und der Werbemarkt erst gar nicht. Mit erhöhter Druckleistung stiegen die Auflagen, der Bedarf nach Finanzierung wuchs, und in Deutschland durften ab 1849 Inserate in der regulären Presse abgedruckt werden. Das hatte zur Folge, dass die Zeitungspreise sanken und der Werbeanteil wuchs. Viele Blätter waren damals mehr Werbekatalog als Zeitung. Noch heute zeugen Begriffe wie „Anzeiger“ oder „Generalanzeiger“ von dieser Tradition. Bis 1900 stieg das Verhältnis Anzeige zu Redaktion auf 1 zu 5! Zugleich sorgten die Farblithographie und die Erfindung der Litfaßsäule 1885 für eine bunte, flächendeckende Kommerzialisierung des Stadtbildes und für die zunehmende Verschränkung von moderner Kunst, Grafik und Design mit der Werbung.

In Deutschland durften ab 1849 Inserate in der regulären Presse abgedruckt werden.

Seifenopern und Werbeblöcke

Im US-amerikanischen Radio wurde 1932 die erste sogenannte Daytime Serial „Betty and Bob“ ausgestrahlt. Sie sollte vormittags die steigende Zahl nicht erwerbstätiger Hausfrauen erreichen. Kein Wunder, dass vor allem Waschmittelhersteller die ersten Radiospots schalteten: DieSoap Opera war geboren. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Haushalte der boomenden Wohlstandsgesellschaften flächendeckend mit Fernsehapparaten versorgt. In den USA, deren Behörden traditionell weniger restriktiv mit Werbung und Sponsoring in den Medien umgehen, etablierten sich rasch populäre Quizsendungen, die von einem Sponsor präsentiert wurden, der in diesem Format extensiv Werbung platzierte. Das ging eine ganze Weile gut, bis Mitte der 50er Jahre die Show „Twenty-One“ für einen medienpolitischen Skandal sorgte. Fragen und Antworten waren manipuliert, der Sponsor bevorzugte Kandidaten und ließ sie gewinnen. Der NBC Werbechef Sylvester Weaver hatte daraufhin die Idee, nicht eine ganze Sendung zu verkaufen, sondern mehreren Unternehmen Werbezeit anzubieten. Die Werbeinhalte wurden von den Sendungen getrennt, es gab keine Einflussmöglichkeit der Werbekunden. So entstand, was heute noch jeden aufrechten TV-Konsumenten angesichts des Programmes deutscher Privatsender zum Wahnsinn treiben kann: der Werbeblock.

„Es ist wahrscheinlicher, dass ein Mensch mit dem Flugzeug abstürzt, als dass er bewusst ein Werbebanner anklickt.“

Pop-ups, Spams und Banner

Das Internet bietet unzählige Möglichkeiten, unzählige Menschen zu erreichen, auch solche, die das oft gar nicht wollen. Mitte der 90er Jahre war es noch ein Geflecht aus wenigen Millionen miteinander verbundenen Rechnern, zwischen denen von Tipps zur Kleintierhaltung bis Pornographie alles ausgetauscht wurde, nur keine Werbung, die war verpönt. Das Anwaltsehepaar Carter aus Arizona kümmerte das nicht, sie verschickten Werbung für ihre Kanzlei und damit die ersten Spams der Werbegeschichte. Über die Morddrohungen, die die verblüfften Anwälte erreichten, kann man nur noch lächeln. Heute nerven suchmaschinenoptimierte Werbung, aggressive Pop-Ups und animierte Werbebanner rund um die Uhr. Die Zukunft der Online-Werbung liegt nicht in ihren technischen Möglichkeiten, sondern in der Erhöhung der Akzeptanz beim Konsumenten. Oder, wie Werbeexperte Joe Pulizzi sagt: „Es ist wahrscheinlicher, dass ein Mensch mit dem Flugzeug abstürzt, als dass er bewusst ein Werbebanner anklickt.“ Es gibt also noch viel zu tun für die Werbebranche.

Bernd Ratmeyer
Wissenschaftsjournalist und Lektor

Foto: lolloj - Fotolia.com

Vergleichen – aber richtig

Mit vergleichender Werbung erfolgreich und rechtssicher werben

Das Marketing von Waren oder Dienstleistungen gehört in den immer härter umkämpften Märkten zu den Kernaufgaben eines jeden mittelständischen Unternehmens. Insbesondere das Internet hat diese Welt noch kleiner gemacht und ermöglicht den Zutritt zu diesen Märkten auch für kleine und mittlere Unternehmen.

Kunden vergleichen online Waren und Dienstleistungen anhand von Preisen und Qualitätsmerkmalen. Der Werbesatz „Wir haben das beste Produkt“ ist juristisch nicht nur bedenklich, sondern wurde in der Vergangenheit von einer Vielzahl von Unternehmen verwendet, so dass Kunden hierauf schon kaum noch reagieren. Aus diesem Grunde liegt es nahe, dass das unternehmerische Interesse an vergleichender Werbung steigt, um die tatsächlichen Vorteile der eigenen Leistung, beziehungsweise des eigenen Produktes herausstellen zu können.

Der Wettbewerb ist grundsätzlich für jedes Unternehmen frei, doch es gilt die wettbewerbsrechtlichen Spielregeln zu beachten. Entsprechend verhält es sich mit der grundsätzlich zulässigen vergleichenden Werbung, wenn dabei deren besondere Bedingungen eingehalten werden, und der Vergleich insbesondere nicht der Irreführung des Verbrauchers dient.

Unter vergleichender Werbung ist jede Werbung zu verstehen, die unmittelbar oder mittelbar einen Mitbewerber oder seine Erzeugnisse oder Dienstleistungen erkennbar macht. Darunter versteht man die Bezugnahme auf bestimmte Mitbewerber. Fehlt es hieran, so kann man schon nicht von einem Vergleich sprechen. Auf eine namentliche Nennung des Mitbewerbers kommt es nicht an.

An der Erkennbarkeit des Mitbewerbers fehlt es auch, wenn das eigene Angebot im Vergleich zum allgemeinen Markt vorliegt. Ein konkreter Mitbewerber ist in diesem Falle nicht erkennbar. In solchen Fällen spricht man von einem Systemvergleich, bei dem, ohne auf einen oder mehrere konkrete Mitbewerber Bezug zu nehmen, lediglich verschiedene Systeme verglichen werden.

Im Vergleich selbst ist es von besonderer Bedeutung, dass die Waren und Dienstleistungen, die miteinander verglichen werden, auch tatsächlich vergleichbar sind.

Der Vergleich muss stimmen

Im Vergleich selbst ist es von besonderer Bedeutung, dass die Waren und Dienstleistungen, die miteinander verglichen werden, auch tatsächlich vergleichbar sind, d. h. es darf sinnbildlich kein Vergleich von Äpfeln mit Birnen erfolgen. Der Vergleich muss ferner objektiv, nachprüfbar und transparent sein und sich auf wesentliche und nicht völlig unerhebliche, relevante, nachprüfbare und typische Eigenschaften oder auf den Preis beziehen. Bei einem Preisvergleichen werden weitere Anforderungen an die Werbung gestellt, wenn sich der Vergleich auf ein Angebot mit besonderen Bedingungen, z.B. einen kurzen Zeitraum, bezieht.

Wenn die vergleichende Werbung im Weiteren nicht zu Verwechslungen zwischen beworbener und verglichener Ware/Dienstleistung führt, die Wertschätzung einer Marke nicht unlauter ausgenutzt oder beeinträchtigt wird und der Mitbewerber durch den Vergleich nicht herabgesetzt oder verunglimpft wird sowie sich nicht auf Imitationen oder Nachahmungen einer Ware oder Dienstleistung mit geschützten Marken oder Handelsnamen bezieht, dann sind die wettbewerbsrechtlichen Regelungen für vergleichende Werbung eingehalten und sie dürfte nicht zu beanstanden sein.

Werden diese Regelungen jedoch nicht eingehalten, stehen dem Verletzten unterschiedliche wettbewerbsrechtliche Ansprüche zu, wie er auf einen Verstoß durch die vergleichende Werbung reagieren kann. Der in der Praxis häufigste Fall ist der Unterlassungsanspruch, der in Form einer Abmahnung geltend gemacht wird. Sofern die Störung weiterhin andauert, und ein überwiegendes Interesse an der Beseitigung der Störung besteht, kann darüber hinaus ein Beseitigungsanspruch geltend gemacht werden, so dass eine beauftragte Werbung zurückgezogen werden muss.

Schadensersatzansprüche bestehen, soweit ein Schaden eingetreten ist, in jedem Fall jedoch hinsichtlich der Kosten des eigenen Rechtsanwalts, welcher mit der Durchsetzung des Unterlassungsanspruchs beauftragt wurde. Aber auch medial kann eine rechtswidrige vergleichende Werbung durch den Verletzten durch den Veröffentlichungsanspruch verwendet werden. Die gesetzliche Regelung räumt der obsiegenden Partei in einem Wettbewerbsverfahren die Möglichkeit ein, bei Nachweis eines berechtigten Interesses die öffentliche Bekanntmachung des Urteils auf Kosten der Unterliegenden zu betreiben.

Verbände, qualifizierte Einrichtungen und Kammern können gemäß § 8 Abs. 3 Nr. 2-4 UWG im Falle eines vorsätzlichen Verstoßes gegen § 3 UWG vom Verletzer die Herausgabe des durch die Verletzung entstandenen Gewinnes verlangen, was jedoch in der Praxis selten erfolgt. Diese Summe wird dann an den Bundeshaushalt abgeführt.

Die Einhaltung von wettbewerbsrechtlichen Regelungen bei der eigenen Werbung steht deshalb regelmäßig im eigenen Interesse, um die Früchte der eigenen kreativen Arbeit ernten zu dürfen.

Guido Kluck, LL.M.
Rechtsanwalt, WK LEGAL
www.wklegal.de

Foto: beardystudio - Fotolia.com

Wertschöpfungsverluste vermeiden

Unternehmensberater Ferdinand Sachs gibt im Gespräch mit „Der Mittelstand.“ Hinweise, wie Mittelständler zukunftsfähig bleiben

Der Mittelstand.: Unternehmer sein heißt, sich stetig auf die Suche nach Problemlösungen zu begeben, Vorstände, Geschäftsführer und Führungskräfte davon zu überzeugen, nach „vorne“ zu denken. Wie überzeugen Sie Ihre Gesprächspartner?

Ferdinand Sachs: Wir bauen ein Gerüst für die Zukunft und benötigen dafür natürlich das Vertrauen unserer Gesprächspartner. Das Tagesgeschäft raubt unseren Mandanten leider zu oft die notwendige Zeit, für die Zukunft Luft zu holen. Der größte Gegner einer auf Wachstum und Stabilität ausgerichteten Strategie ist die Zeit. Alles beginnt mit der Phase der Analyse und Lagebeurteilung. Darauf folgt die strategische Analyse marktrelevanter Konzepte, um für das finale Konzept kontrollierbare Prozesse zur Justierung einzurichten. Dabei bilden Regeln sehr wertvolle Rahmenbedingungen, wenn diese auf die spezifischen Anforderungen des Mandanten übersetzt werden.

Ferdinand Sachs, Geschäftsführer Marketainment® GmbH

Können Sie ein oder zwei dieser Regeln kurz darstellen?

1. Die klassische Unternehmensstrategie genügt nicht mehr den heutigen und zukünftigen Marktanforderungen. Die Austauschbarkeit herkömmlicher Management-Kennziffern verhindert die Wertschöpfung im Unternehmen und gegebenenfalls die Marktführerschaft.

2. Nicht eine Unternehmensmission oder -vision gewährleistet den Unternehmensanspruch nach innen und außen. Solche Formulierungen werden in den seltensten Fällen gelebt. Zu benennen sind beweisbare Kernleistungen des Unternehmens, um Mitarbeiter und Kunden zu überzeugen.

Was raten Sie Ihren Gesprächspartnern, unmittelbar zu initiieren?

Definieren Sie Ihre wichtigsten Wettbewerber, heute und für die nahe Zukunft. Überprüfen Sie kritisch Ihr Geschäftsmodell, auch für einen Plan B. Analysieren Sie Ihre Marktposition und die Ihrer Wettbewerber aus der Sicht des Endkunden. Erstellen Sie eine ehrliche Stärken-Schwächen Analyse. Das klingt ja erst einmal sehr gut, aber was nützt eine solche Analyse – wie kann es dann weitergehen? Spätestens an dieser Stelle werden wir ins Boot genommen. Wir entwickeln zuerst ein klares Profil für das Unternehmen, inklusive Marke und Leistungen, und erstellen ein erstes Positionierungsmodell im Wettbewerbsumfeld.

Was verstehen Sie unter einem Positionierungsmodell?

Die Marge ist entscheidend. Die Formel „Absatz x Preis“ ist kontraproduktiv. Wir entwickeln für die im Markt angebotenen Leistungen in Abgrenzung zum Wettbewerb einen relevanten Zusatznutzen.

Die Marketainment® GmbH ist eine auf die Strategieberatung fokussierte Gesellschaft für Familienunternehmen und Mittelstand. Marketainment® ist ein Beratungskonzept und schließt die Lücke der fehlenden nachhaltigen Vermarktung und Umsetzungsbegleitung in den Segmenten General Management, Marketing und Vertrieb, Business Development sowie Nachfolgeregelung.
www.marketainment.de

 

Das Interview führte Thomas Kolbe.

Foto (Ferdinand Sachs): Dr. Jens Hölzen Foto: ag visuell - Fotolia.com

Plagiate Made in Germany

Nicht mehr nur der lächelnde Chinese klaut deutschen Unternehmern die Ideen und Erfindungen, sondern auch zunehmend „Kollegen“ aus dem eigenen Land

Es war einmal ein Land, das berühmt war für sein erstklassiges Unternehmertum. In diesem Land wurden hochwertige Waren und Produkte hergestellt, die weltweit bewundert und beneidet wurden. Für die Qualität und Zuverlässigkeit dieser Wertarbeit aus dem Wirtschaftswunderland Deutschland gab es höchste Anerkennung: das Gütesiegel „Made in Germany“. Über Jahrzehnte hinweg schenkten Generationen von Kunden diesem Siegel ihr Vertrauen. Selbst Menschen im weit entfernten Ausland waren fasziniert von dem, was die Deutschen mit ihren ausgeprägten Tugenden aus dem Hut zaubern konnten.

Doch die Zeiten änderten sich. Plötzlich wollten alle von diesem Erfolgsmodell profitieren, und man begann, deutsche Hersteller auszuspionieren, um Ideen zu klauen und damit Geld zu verdienen.

Heute kommt der größte Feind deutscher Unternehmer zunehmend aus den eigenen Reihen. Jetzt lauert nicht mehr hinter jedem Plagiat der lächelnde Chinese, sondern immer öfter der eigene Landsmann. Der gute Ruf der deutschen Erfinder hat bereits gelitten. Denn jetzt wollen inländische Betrüger, die nicht so kreativ sind wie die Kollegen, ein Stück von der Erfolgstorte „Made in Germany“. Dass besonders kleine und mittelständische Unternehmen durch massenhafte Produktfälschungen in den Ruin getrieben werden können, ist den Kopisten offenbar egal.

Hauptsache, der Schein trügt

Original oder Fälschung? Den Verbraucher interessiert dies reichlich wenig, so lange der Preis und die Optik stimmen. Dass die Qualität bei Plagiaten häufig stimmt, bleibt dabei zweitrangig. Hauptsache, der Schein trügt – zumindest auf den ersten Blick. Wer mag schon auf den Hauch von Luxus verzichten? Und sei er auch nur geklaut. Doch der Kunde hat häufig das Nachsehen: Schadenersatzansprüche bei Mängeln sind zumeist nicht einzufordern. Es sei denn, man ist auf eine Fälschung hereingefallen, die dem Käufer nicht, dem Verkäufer aber schon bekannt war. Dann hat er zumindest Chancen auf die Lieferung eines Originals oder kann von einem Kaufvertrag zurücktreten.

Auffällig ist, dass sogar namhafte Handelsketten massenhaft Aufträge an Unternehmen im Lande verteilen, die für sie millionenfach Kopien zu Spottpreisen produzieren – angefangen von der Design-Spülbürste über Elektrowaren, Spielzeug, Mode, Möbel, Schmuck und Taschen bis hin zu Lebensmitteln und Medikamenten. Es gibt nichts, was nicht plagiiert wird oder werden könnte. Weil hier lediglich mit Geldbußen sanktioniert wird, betrachtet man das Kopieren gern als Kavaliersdelikt. Bedenklich wird es, wenn deutsche Wettbewerber ganze Maschinentypen kopieren und dabei vortäuschen, dass die Ware den Vorschriften entspricht. Ein riskantes Spiel, bei dem man sich im wahrsten Sinne des Wortes die Finger verbrennen kann.

Kein Platz für Lug und Betrug

Dem Gütesiegel „Made in Germany“ stehen schwierige Zeiten bevor. Der wirtschaftliche Verlust durch Plagiate bewegt sich allein in Deutschland um die 50 Milliarden Euro im Jahr, Tendenz steigend. Fast jeder dritte Unternehmer in Deutschland ist bereits Opfer von Imitatoren geworden. Es ist deshalb an der Zeit, sich wieder an die Tugenden des ehrbaren Kaufmanns zu erinnern: Dieser Kaufmann ist sich seiner sozialen und politischen Verantwortung bewusst und bekennt sich zu ethischem Handeln. Für Lug und Betrug ist hier kein Platz.

Dass besonders kleine und mittelständische Unternehmen durch massenhafte Produktfälschungen in den Ruin getrieben werden können, ist den Kopisten offenbar egal.

Was bleibt, sind die kleinen Revolutionen der vielen ehrbaren Kaufleute in Deutschland. Sie rebellieren und mobilisieren alle zur Verfügung stehenden Kräfte, um den betrügerischen Nischen-Mitbewerbern das Handwerk zu legen. Still, aber konsequent. Dem unlauteren Wettbewerb darf auch durch den Online-Handel keine weitere Plattform geschaffen werden. Unterstützung finden diese aufrechten Unternehmer nicht nur in der Politik, sondern zunehmend auch bei ihrer Kundschaft: Denn der aufgeklärte Bürger fängt an, sich Gedanken zu machen und ist bereit, künftig Kaufentscheidungen zu überdenken. Wo keine Nachfrage ist, braucht es auch kein Angebot. Und welcher Konsument möchte schon gerne Produkte, die bereits beim scharfen Hinsehen den Geist aufgeben? Auf Dauer ist billig eben zu teuer.

Almut Friederike Kaspar
Journalistin

Foto: Jürgen Fälchle - Fotolia.com

Unternehmerpreise

Mitmachen lohnt sich – gute Presse ist Wettbewerbsgewinnern sicher! Und Unternehmensgründern winken Fördergelder. Hier stellen wir Ihnen einige der aktuellen Unternehmerpreise vor.

Innovationspreis IT 2014

Gesucht werden leistungsstarke Technologieunternehmen, die die besten IT-Produkte und -Lösungen für den Mittelstand anbieten. Bewerbungen werden in 41 Kategorien angenommen. Das Motto für 2014 lautet „be a part of IT“ mit einem Schwerpunkt auf „Big Data“. Auch Neugründer und Start-ups können sich bewerben.
Bewerbungsschluss: 15. Februar 2014.
www.imittelstand.de/innovationspreis-it/2014

Corporate Health Award

Nach einer individuellen Analyse zum Entwicklungsstand ihres Gesundheitsmanagements werden die 20 besten Unternehmen in zehn Kategorien in Kooperation mit dem Handelsblatt, TÜV SÜD und EuPD Research Sustainable Management mit den CH-Qualitätssiegeln ausgezeichnet.
Bewerbungsschluss: 1. März 2014.
www.corporate-health-award.de

Eco-Performance Award 2014

Mittelständische Unternehmen des Gewerblichen Gütertransports in Europa können sich für diesen Preis bewerben, wenn sie auf nachhaltiges Wirtschaften, ökologisch bewusstes Handeln und soziales Engagement setzen. Die 10.000 Euro Preisgeld können die Gewinner wiederum in das eigene Unternehmen investieren.
Bewerbungsschluss: 31. März 2014.
www.eco-performance-award.com

Sustainable Entrepreneurship Award 2014

Dieser Award zeichnet UnternehmerInnen aus, die durch nachhaltiges Wirtschaften auffallen und dabei gesellschaftliche Probleme erkennen und deren Lösung mit einer innovativen und profitablen Geschäftsidee verknüpfen. Der Preis wird in den zwei Kategorien „Best Project“ und „Best Idea“ vergeben.
Bewerbungsschluss: 30. April 2014.
www.se-award.org/de/submission

 

Vom „Überlebenskünstler“ zum „strategischen Sanierer“

Wie Mittelständler wieder auf die Beine kommen

Schleppende Zahlungen und zunehmende Rückstände in mehrfachen Mahnstufen – so erging es einem auf Ingenieurleistungen spezialisierten Unternehmen, welches nebenbei ein Handelsgeschäft für technische Geräte betrieb. Eine drohende Insolvenz konnte nur mühsam unter Auflösung von Kapitalrücklagen des Inhabers abgewendet werden.

Die für ihre fachliche Kompetenz anerkannte inhabergeführte Firma wies im Hauptgeschäft größtenteils eine ordentliche Auftragslage und Rentabilität vor. Dennoch befand sich der Mittelständler seit Jahren in einer Liquiditätskrise.

Über Jahre hinweg wuchs das Lager durch wahllose Einkäufe, die nicht im gleichen Tempo abverkauft wurden. Inventuren wurden nicht durchgeführt und der Warenbestand willkürlich vom Steuerberater geschätzt. Nahezu 75 Prozent der Aufträge wurden durch einen Kunden erzielt, was Umsatzschwankungen zur Folge hatte. Es herrschte mangelnde Transparenz bezüglich Kundenforderungen und Zahlungsverbindlichkeiten. Die Finanzierung bestand aus einer alten, stets am Limit stehenden Kontokorrentlinie, die hohe Zinskosten verursachte. Die Mitarbeiter, teils aus dem persönlichen Umfeld des Unternehmers, waren engagiert, aber kaum geführt. Dennoch wurde das Geschäft immer wieder in kurzfristigen Etappen aufrecht gehalten: Der Unternehmer hatte sich zum „Überlebenskünstler“ entwickelt.

Das Fallbeispiel ist real. Gerade im Mittelstand lassen sich häufig die Verhaltensweisen eines „Überlebenskünstlers“ (siehe Grafik) antreffen. Intuitiv werden richtige Maßnahmen gesetzt, jedoch verhindern oft bestehende Illusionen, alte Verhaltensweisen und ein fehlender systematischer Ansatz den notwendigen Wandel. Mit zunehmender Zeit steigt die Gefahr eines Abrutschens in die Insolvenz.

Unternehmer, die auf dem Weg zum „Überlebenskünstler“ sind und solche, die es bereits sind, können mit der Denkweise des „strategischen Sanierers“ ihren Kurs grundlegend ändern. In den drei Phasen der Unternehmenssanierung: Erkennen/Eingestehen, Planen und Umsetzen, handelt der „strategische Sanierer“ zielorientiert, strukturiert und steht Ratschlägen anderer offen gegenüber.

In unserem Beispiel musste zunächst die Angst vor den Folgen der Desillusion überwunden werden. Durch die angenommene Hilfe konnten die Probleme identifiziert, eine Liquiditätsübersicht eingeführt und Transparenz über den Lagerbestand hergestellt werden.

Basierend auf der Bestandsaufnahme lassen sich in der zweiten Phase gemeinsam Ziele planen und Maßnahmen ableiten. Unternehmensexterne können fehlende betriebswirtschaftliche Kompetenz ausgleichen. Mitarbeiter tragen Ideen aus den Fachbereichen zusammen und entwickeln frühzeitig Eigenverantwortung für die notwendigen Schritte. Die erforderlichen Maßnahmen im Fallbeispiel waren offensichtlich: Stopp des Kaufs weiterer Handelswaren und Fokussierung des Kerngeschäfts, systematischer Abverkauf des Lagerbestands zur Liquiditätsbeschaffung, Sicherung der Fremdmittel und Etablierung eines regelmäßigen Berichts- und Mahnwesens. Für eine effiziente Umsetzung in der dritten Phase sind Zeitpläne und Verantwortlichkeiten die Grundlage. Ebenso ist die Kommunikation mit Gläubigern zur Wiederherstellung verlorenen Vertrauens essentiell. Eine systematische Fortschrittskontrolle und Mitarbeiterfeedback sind unerlässlich. Durchsetzungsfähigkeit ist insbesondere bei der Umsetzung unangenehmer Maßnahmen wie Personalabbau notwendig. In unserem Beispiel konnte eine Veränderung der alten Verhaltensweisen bewirkt werden, womit sich erste Erfolge einstellten. Das Kerngeschäft konnte neue Aufträge gewinnen, ein Großteil des Lagerbestands wurde abverkauft, die Kontokorrentlinie wurde in einen Darlehensvertrag umgewandelt, offene Posten der größten Gläubiger wurden abbezahlt und die Rückstände in Mahnstufen zurückgeführt.

Mit zunehmend ruhigerem Fahrwasser besteht die Gefahr, in alte Verhaltensmuster zurückzufallen. Der Sanierungsprozess ist aber erst dann beendet, wenn das Geschäft weiterentwickelt wurde und sich neue Abläufe und Denkweisen grundlegend etabliert haben.

Philipp Grothe
Unternehmensberater

Dr. Michael Albertz
Sanierungsexperte

Foto: lassedesignen - Fotolia.com

Panda, Pinguin und Kolibri

Wie Googles kleine Tierfarm den Erfolg Ihrer Webseite bestimmt

Wenn Sie sich nicht regelmäßig mit Suchmaschinenoptimierung beschäftigen, ist es Ihnen vermutlich noch gar nicht aufgefallen: Google nutzt seit Ende September 2013 – anlässlich seines 15. Geburtstages – den neuen Suchalgorithmus Hummingbird (Kolibri). Er tritt die Nachfolge von Panda und Pinguin an. Amit Singhal, Senior Vice President von Google, hat dies sogar als größte Veränderung des Algorithmus seit 2001 tituliert. Doch welche Auswirkungen hat dies konkret für die Webseite Ihres Unternehmens? Und was können Sie tun, damit der kleine Vogel Sie mag?

Was ist neu am Hummingbird Update?

Wie ein Kolibri soll der neue Algorithmus besonders schnell und präzise sein. Google will damit künftig auch längere und komplexere Suchanfragen (wie zum Beispiel in das Smartphone gesprochene Fragen) besser verstehen und interpretieren. Berücksichtigt werden zunehmend Parameter wie z. B. der Ort, von dem aus gesucht wird (mobil oder Desktop), die Tageszeit, die Suchhistorie des Benutzers, die im Dokument verwendeten Wörter und Synonyme, die Verlinkung von Dokumenten untereinander oder auch, wie lange andere Benutzer auf einer Webseite waren. Google prüft damit noch stärker als bisher, wie wahrscheinlich ein Klick auf das Suchergebnis unter Berücksichtigung äußerst komplexer Beziehungen ist und zeigt entsprechende Ergebnisse. Bislang sind die Konsequenzen kaum spürbar, doch das wird sich in den nächsten Monaten ändern. Höchste Zeit also für Sie, die eigene Webseite kritisch zu überprüfen.

Suchmaschinenoptimierung heute: Gute Texte statt dubioser Tricks

Google belohnt gute Inhalte. Für die Suchmaschinenoptimierung 2014 geht es vor allem darum, Inhalte aus Nutzersicht zu gestalten, anstatt Lücken im Algorithmus zu finden und Suchmaschinen zu manipulieren. Früher konnten Tricks wie verborgener Text, übermäßige Anzahl von Keywords oder gekaufte Links das Ranking einer Webseite zeitweise positiv beeinflussen. Heute straft Google dieses Verhalten konsequent ab, die Sanktionen reichen bis zum kompletten Ausschluss aus dem Index.

Das Gute an dieser Entwicklung ist, dass es für Sie als Unternehmer einfacher als früher ist, Ihre Webseite selbst für Suchmaschinen zu optimieren. Natürlich können Sie auch eine Agentur damit beauftragen. Doch Sie machen sich unabhängiger von externen Experten, wenn Sie die wichtigsten Mechanismen kennen.

Wie verbessern Sie den Erfolg Ihrer Webseite?

Verwenden Sie ein einfach zu bedienendes Redaktionssystem:

Lassen Sie Ihre Webseite mit einem Content-Management-System wie z. B. WordPress, Joomla!, Typo3, Drupal, usw. programmieren. Nur dann können Sie die Inhalte auf Ihrer Webseite jederzeit aktualisieren sowie gleichzeitig die für Suchmaschinen wichtigen Informationen wie Descriptions, Title-Tags etc. eintragen.

Machen Sie Ihre Webseite mobil nutzbar:

Google rankt Webseiten besser, die auch auf mobilen Endgeräten wie Tablets oder Smartphones funktionieren. Dies erreichen Sie durch die Programmierung im sog. responsive Webdesign (d. h. die Webseite passt sich automatisch allen Bildschirmgrößen an) oder durch eine zusätzliche mobile Webseite.

Finden Sie die richtigen Suchbegriffe:

Erstellen Sie eine Liste mit den in Frage kommenden Suchbegriffen, die Ihre Kunden bei Google eingeben könnten. Versetzen Sie sich in die Lage Ihrer Kunden, welche Worte nutzen diese? Sind es die gleichen Fachbegriffe, die Sie in Ihrer Werbung verwenden oder andere Bezeichnungen?

Prüfen Sie das Suchvolumen:

Mit dem kostenfreien Google-AdWords-Tool können Sie überprüfen, wie oft Suchbegriffe abgefragt werden. Beispiel: Ihr Onlineshop bietet hochwertige Nachtbekleidung für Frauen. Die relevanten Keywords haben allerdings sehr unterschiedliche Suchvolumina. Nach „Nachtwäsche“ oder „Nachthemd“ suchen jeweils 5.400 Nutzer pro Monat, „Dessous“ werden dagegen 110.000 Mal abgefragt.

Schauen Sie auf Ihre Konkurrenz:

Geben Sie Ihre ausgewählten Keywords bei Google ein und prüfen Sie, welche Wettbewerber angezeigt werden.

Sortieren Sie Ihre Suchbegriffe nach Wichtigkeit:

Entscheiden Sie, bei welchen Begriffen Sie auf Anhieb gefunden werden wollen. Welche Keywords sind wichtig, aber weniger relevant? Ordnen Sie die Keywords dann den entsprechenden Seiten auf Ihrer Website zu. Konzentrieren Sie sich auf Ihrer Startseite dabei auf maximal drei Ihrer Top-Keywords.

Überarbeiten Sie die Inhalte Ihrer Webseite:

Schreiben Sie Ihre Texte so, dass die entsprechenden Suchwörter vorkommen. Als Richtwert gilt eine Keyword-Dichte von maximal 3 – 5 Prozent. Viel wichtiger ist jedoch, dass der Text verständlich ist und dem Leser wirklich die gewünschten Informationen bietet.

Analysieren Sie Ihre Webseite regelmäßig:

Suchmaschinenoptimierung ist ein permanenter Prozess. Doch nur die wenigsten Unternehmer analysieren, wie ihre Webseite „arbeitet“. Installieren Sie ein kostenloses Analyse-Tool wie z. B. Google-Analytics, Piwik etc. und schauen Sie sich regelmäßig die wichtigsten Auswertungen an. So erhalten Sie Antworten auf Fragen wie z. B.: Wie viele Webseiten-Besucher haben Sie? Aus welcher Region kommen diese? Wie lange bleiben sie? Welche Suchbegriffe werden genutzt? Von wo wird auf Sie verlinkt? Bei welchen Seiten steigen die Besucher aus?

Beobachten Sie die Verweildauer Ihrer Besucher:

Ein wichtiges Kriterium für das Ranking bei Google ist, wie lange die Besucher auf Ihrer Webseite bleiben. Bei vielen Klicks und kurzer Verweildauer kann es sein, dass Sie Ihre Webseite auf die falschen Suchbegriffe optimiert haben. Die Besucher finden nicht das, was gesucht wurde und gehen sofort wieder. Hohe Zugriffszahlen sind also nicht automatisch ein Zeichen für Erfolg.

Bauen Sie echte Backlinks auf:

Früher galt eine möglichst hohe Anzahl von Backlinks als Garant für ein gutes Google-Ranking. Künftig kann dies sogar schädlich sein, lassen Sie also die Finger von Linktauschbörsen und gekauften Links. Bauen Sie lieber echte Verlinkungen zu Ihrer Webseite auf, die Ihnen wirklich zusätzliche Besucher bringen, fragen Sie dafür Kunden, Lieferanten oder andere Partner an.

Werden Sie multimedial:

Verwenden Sie multimediale Inhalte auf Ihrer Webseite wie Bilder, Videos, Animationen, Spiele und interaktive Elemente, um Besucher auf Ihre Webseite zu locken und möglichst lange dort zu halten.

Nutzen Sie Social Media Netzwerke:

Auch wenn Sie selber vielleicht nicht in diesen Netzwerken aktiv sind, nutzen Sie auch facebook, google+, Pinterest oder Bewertungsplattformen wie Foursquare und Yelp.


Claudia Mattheis
Geschäftsführerin
mattheis. Werbeagentur GmbH
www.mattheis-berlin.de

Foto: Egret77 - Fotolia.com

Am Zahn der Zeit

Mit mobiler Website (zusätzliche) Kunden erreichen

Mobiles Marketing, also das Erreichen der Kunden auf Smartphone und Tablet, hat in den letzten Jahren rasant zugenommen. Die mobile Internetnutzung hat sich von 2012 auf 2013 in Deutschland nahezu verdoppelt. Und das nicht nur bei jungen Leuten, sondern auch bei den 30- bis 49jährigen greift mittlerweile fast jeder Zweite regelmäßig mobil auf das Internet zu, so die ARD/ZDF-Onlinestudie 2013.

Bedeutung für mittelständische Unternehmen

Zunächst gilt es, das eigene Online-Angebot zu prüfen. Nur selten haben Geschäftsführer und Marketingverantwortliche die Website des eigenen Unternehmens auf Smartphone- oder Tablettauglichkeit geprüft. Kein Wunder also, dass viele Websites nicht mobil optimiert sind. Ist die Seite zu klein dargestellt? Muss seitlich viel gescrollt oder gezoomt werden? Ist die Menüführung mit dem Finger schlecht zu bedienen? Das alles verschreckt Kunden, die häufig unterwegs und schnell nach Informationen suchen. Zudem sollte man sich mit Zugriffsstatistik der eigenen Seite beschäftigen. Viele Analysetools, wie Google Analytics, geben den Anteil der Besucher mit mobilen Geräten an. Je höher dieser Anteil und je schlechter das Abschneiden der Website bei der mobilen Betrachtung, umso notwendiger ist eine mobile Anpassung der Website.

Responsives Design oder separate mobile Webseite

Dies kann grundsätzlich auf zwei Weisen passieren. Zum einen durch das Neugestalten der ganzen Seite im responsiven Design. Dies bedeutet, dass die Seite sich jeweils dem Gerät des Nutzers anpasst. Vorteil dieser Lösung: Die Seite muss nur einmal gepflegt werden, und alle Inhalte sind gleichermaßen für stationäre wie für mobile Nutzer verfügbar. Der Nachteil dieser Lösung ist, dass eben nur auf der Designebene angepasst wird. Die Seitenstruktur und die Inhalte verändern sich nicht.

Die zweite Möglichkeit ist eine separate mobile Website. Diese wird mittels einer Smartphoneweiche an die bestehende Website angebunden. Es wird also erkannt, mit welchem Gerät ein Nutzer die Seite aufruft. Mobile Nutzer werden dann an die für sie optimierte mobile Seite weitergeleitet. Die mobile Seite wird mit ausgewählten Inhalten für mobile Nutzer gefüllt, wie zum Beispiel mit Infos zur Anfahrt oder der Möglichkeit zur schnellen Kontaktaufnahme oder anderen kurzen Inhalten. Das ist auch einer der zentralen Vorteile der mobilen Website. Sie wird nicht nur im Design der mobilen Nutzung angepasst, sondern auch in den Inhalten.

Die Entscheidung zwischen separater mobiler Website und responsiver Unternehmenswebsite ist nicht zuletzt eine Kostenfrage. Responsives Design erfordert eine häufig aufwändige Neuprogrammierung der gesamten Website. Das kostet Zeit und Geld. Die separate mobile Website ist dagegen vergleichsweise schnell und günstig zu bekommen.

Der Einstieg in erfolgreiches Mobiles Marketing kann aber auch auf anderen Wegen gelingen: durch kleine mobile Seiten, sogenannte Landingpages. Diese ergänzen nicht nur die Information für die Kunden, sondern sind auch direkte Kontaktmaschinen. Denkbar ist der Einsatz eines QR Codes auf (Stellen-)Anzeigen, Plakaten oder Visitenkarten und Flyern. Die Landingpages können für Terminvereinbarungen, für Umfragen oder für Anmeldungen auf Einladungen genutzt werden und bilden somit einen direkten Rückkanal.

Sharif Thib
Geschäftsführer Poccy – Point of Contact
www.poccy.de

Betriebliche Altersversorgung durch Entgeltumwandlung

Unternehmen trifft keine Hinweispflicht gegenüber Mitarbeitern

Seit Bestehen der gesetzlichen Möglichkeit des Aufbaus einer betrieblichen Altersversorgung durch Entgeltumwandlung stellte sich für Unternehmen die Frage, ob sie verpflichtet sind, ihre Mitarbeiter hierauf hinzuweisen. Zum Teil haben Versicherungsgesellschaften und -makler Angst unter mittelständischen Unternehmern geschürt, sie seien ihren Mitarbeitern zum Schadenersatz verpflichtet, wenn sie sie nicht auf die Möglichkeit der Entgeltumwandlung hinweisen. Natürlich wurden auch gleich die passenden Versicherungslösungen angeboten. Diese Unsicherheit hat nun das Bundesarbeitsgericht in einer aktuellen Entscheidung beseitigt und eine Hinweispflicht verneint.

Arbeitnehmer können von ihrem Arbeitgeber gemäß § 1a Abs. 1 S. 1 BetrAVG (Gesetz zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung – Betriebsrentengesetz) verlangen, dass von ihren künftigen Entgeltansprüchen bis zu vier Prozent der jeweils aktuellen Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung p. a. für eine betriebliche Altersversorgung verwendet werden. Maßgeblich ist bundeseinheitlich die sich von Jahr zu Jahr ändernde Beitragsbemessungsgrenze der alten Bundesländer.

Es ist also Sache des Arbeitnehmers, sich über die Möglichkeiten einer Entgeltumwandlung zu informieren.

Im konkreten Fall verlangte ein Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber nach Beendigung seines Arbeitsverhältnisses Schadenersatz, da es dieser unterlassen habe, ihn auf die Möglichkeit einer Entgeltumwandlung nach § 1a BetrAVG hinzuweisen. Der Arbeitnehmer behauptete, er hätte jeweils 215,00 Euro seiner monatlichen Vergütung in eine Anwartschaft auf Leistungen der betrieblichen Altersversorgung umgewandelt, hätte ihn der Arbeitgeber auf diese Möglichkeit hingewiesen.

Das Bundesarbeitsgericht (Urt. v. 21.1.2014 – 3 AZR 807/11) hat nun ausdrücklich klargestellt, dass aus dem Recht des Arbeitnehmers Entgelt umzuwandeln, keine Pflicht des Arbeitgebers folgt, ihn hierauf hinzuweisen. Weder ist eine solche Verpflichtung gesetzlich normiert noch folgt sie aus der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers. Es ist also Sache des Arbeitnehmers, sich über die Möglichkeiten einer Entgeltumwandlung zu informieren. Demzufolge macht sich der Arbeitgeber auch nicht schadenersatzpflichtig, wenn er den Arbeitnehmer nicht auf die Möglichkeit der Entgeltumwandlung hinweist. Etwas anderes kann allerdings gelten, wenn der Arbeitgeber eine über die Entgeltumwandlung hinausgehende betriebliche Altersversorgung einrichtet, zum Beispiel durch Haustarifvertrag oder Betriebsvereinbarung. In diesen Fällen kann sich aus der Fürsorgepflicht ergeben, dass er neu eintretende Arbeitnehmer hierauf hinweisen muss.

Tobias Grambow
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht
Buse Heberer Fromm Rechtsanwälte Steuerberater PartG mbB
www.buse.de

Foto: Gina Sanders - Fotolia.com

Haftungsfalle für Arbeitgeber

Was bei Werbung durch Mitarbeiter im Privatbereich zu beachten ist

Ein Verkaufsmitarbeiter, der seine Tätigkeit über den dienstlichen Bereich hinaus ausbreitet, tut seinem Arbeitgeber damit nicht unbedingt einen Gefallen. Einen solchen Fall hatte das Landgericht Freiburg mit Urteil vom 04.11.2013 (Az.: 12 O 83/13) zu entscheiden. Der Entscheidung lag ein Fall zugrunde, in dem ein als Verkäufer tätiger Mitarbeiter eines Autohauses auf seiner privaten Facebook-Seite für den Kauf von Kraftfahrzeugen bei einem namentlich benannten Autohaus unter Hinweis auf seine dienstliche Telefonnummer geworben hatte. Das Autohaus haftet nach der Entscheidung für die Wettbewerbsverstöße des Mitarbeiters, auch wenn es keine Kenntnis von der Handlung des Mitarbeiters hatte.

Zwar stellt das Landgericht Freiburg in dem Urteil ausdrücklich fest, dass keine eigene Verantwortlichkeit des Autohauses für die als unlauter einzustufenden Werbemaßnahmen bestand. Die Handlungen des Mitarbeiters waren dem Autohaus aber gemäß § 8 Abs. 2 UWG zuzurechnen. Demnach sind Unterlassungs- und Beseitigungsansprüche auch gegen Inhaber eines Unternehmens begründet, wenn die Zuwiderhandlungen in einem Unternehmen von einem Mitarbeiter oder Beauftragten begangen werden. Damit soll verhindert werden, dass Betriebsinhaber sich bei Wettbewerbsverstößen hinter mehr oder weniger von ihnen abhängigen Dritten verstecken können. Auf das Wissen und Wollen des Unternehmensinhabers kommt es hier ausdrücklich nicht an. Dies wird damit begründet, dass dem Inhaber durch die Handlungen auch die Erweiterung seines Geschäftsbereiches zugute kommt und er für die Beherrschung des Risikobereichs einzustehen hat. Die Handlung, deren Unterlassung verlangt wird, muss demnach nur innerhalb des Betriebsorganismus´ des Betriebsinhabers begangen worden sein. Weiterhin muss der Handelnde kraft eines Rechtsverhältnisses in diesen Organismus so eingegliedert gewesen sein, dass der Erfolg seiner Handlung zumindest auch dem Betriebsinhaber zugute kommt und dem Betriebsinhaber ein bestimmender Einfluss auf diejenige Tätigkeit eingeräumt ist, in deren Bereich das beanstandete Verhalten fällt. Allerdings unterfällt eine rein private Tätigkeit, die unter Missbrauch des Namens des Unternehmers und außerhalb der Grenzen der rechtlichen Befugnisse des Mitarbeiters stattfindet, nicht der Haftung nach § 8 Abs. 2 UWG.

Dem darauf bezogenen Einwand des Autohauses, es habe sich bei dem Facebook-Konto um das private Konto des Mitarbeiters gehandelt, folgte das Gericht indes nicht. Nach dem streitigen Facebook-Eintrag habe, so das Gericht, der Mitarbeiter nicht etwa im eigenen Namen oder aber für andere Dritte Neuwagen veräußern wollen. Vielmehr ergab sich aus den Eintragungen auf dem Facebook-Account, dass ein „ersichtlich zum Verkauf herausgeputztes Kraftfahrzeug“ angepriesen wurde und unter Hinweis auf die Telefonnummer, unter der der Mitarbeiter bei der Beklagten im Neuwagenverkauf erreichbar war. Hierbei ging es um die Förderung des Warenabsatzes des Unternehmens, in das der Mitarbeiter eingegliedert ist, für welches er mit der Anzeige geworben hat.

Verstoßen hatte der Mitarbeiter mit seinem Facebook-Eintrag gegen verschiedene Vorschriften zur Angabe von Daten über zum Kauf oder Leasing angebotene Fahrzeuge. So enthielt die Anzeige beispielsweise keine Angaben zu den CO2-Emissionen, wie dies jedoch gesetzlich vorgeschrieben ist. Neben weiteren Verstößen enthielt die Anzeige auch kein ordnungsgemäßes Impressum.

Dr. Jens Kaspers
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Dr. Benjamin Weiler
Rechtsanwalt Mitglied im IBWF
www.zl-legal.de

 

Die BVMW-IBWF-Rechtshotline erreichen Sie: Mo bis Fr 10.00 – 17.00 Uhr Tel.: 030 / 533206-63 Fax: 030 / 533206-50 rechtshotline@bvmw.de

Foto: Aamon - Fotolia.com

Filmtipps

Das Glück des kleinen Unternehmers

Durch die Insolvenz zur Lebenslust: Die britische Komödie „Papadopoulos & Söhne“ lehrt uns, dass Fish and Chips glücklich machen – auch und gerade in der Finanzkrise.

Harry Papadopoulos (Stephen Dillane) hat seinen Weg vom griechischen Immigranten zum erfolgreichen Mittelständler gemacht: Der Witwer und Vater dreier Kinder besitzt eine florierende Feta-Fabrik und eine luxuriöse Villa in London. Nun wird er als Held der britischen Volkswirtschaft zum „Europäischen Unternehmer des Jahres“ gekrönt. Ein Millionenkredit für sein Immobilienprojekt „Papadopoulos Plaza“ soll der nächste Schritt seines unaufhaltsamen Aufstiegs sein. Doch dann schlägt die Finanzkrise zu.

Harrys Bank fordert das Geld zurück und so beginnt der unaufhaltsame Abstieg. Lustvoll inszeniert Marcus Marcou die Geschichte eines sozialen Wandels – zu lustvoll mitunter, denn, so will es das Genre des mild-antikapitalistischen Feel-Good-Movies: Mit dem materiellen Absturz geht die seelische Läuterung einher.

Am Tiefpunkt nämlich bleibt Harry nur noch eine heruntergekommene Fish and Chips Bude, die anteilig seinem Bruder gehört. Jener Spiros, dem geschäftstüchtigem Harry entfremdet, ist das Sinnbild griechisch-mediterraner Lebensfreude, ein „Alexis Sorbas“ der krisengeschüttelten EU: Ihm gelingt nichts, aber das mit Charme, Ouzo und Sirtaki. Da der marode Laden als gemeinsamer Besitz der Papadopoulos-Brüder dem Zugriff der Bank entgeht, muss Harry aus der Villa in das prekäre Milieu der Londoner Imbissbudenbesitzer umziehen: hoher Ausländeranteil, zerbrochene Schaufenster, kaputtes Inventar. Doch die ganze Familie renoviert und betoniert so freudig den Übergang vom Groß- zum Kleinunternehmen. Sie merken: Imbissbudenbesitzer schaffen echte Werte. Nur Harry sucht noch Rettung bei aalglatten Finanzspekulanten und Investoren: Fish and Chips gegen Schuldumschreibung und Vermögenssplitting; windige Finanzierungskonzepte, die mit keiner unternehmerischen Realität etwas zu tun haben. Selbst die attraktive Anwältin, die Harry zum Deal überreden soll, kann sich der lebensfrohen Ethik einer kleinen, aber ehrlichen Unternehmerexistenz nicht entziehen. Dass Harry mit ihr auch sein neues Liebesglück findet, versteht sich von selbst.

Ein wenig zu glatt, gesinnungsfest und vorhersehbar vollzieht sich der Wandel vom kalten Geschäftsmann zum ehrlichen Fischfiletierer und stolzen Kleinunternehmer, der schließlich den Griechen in sich entdeckt: Bilanzen sind nicht alles, Sirtaki tanzen mit Freunden ist wichtiger. Der Mythos von der seelischen Reinigung durch Armut und der Adelung durch eigener Hände Fischverarbeitung wird hier munter kolportiert. Aber es ist ja auch ein Stück unternehmerischer Wahrheit in den Sätzen, die Harry am Ende sagt: „Ich habe keine Schulden. Wenn ich abends meinen Laden abschließe, fühlt sich das gut an.“ Welcher Mittelständler könnte da widersprechen?

Papadopoulos & Söhne
Komödie, Großbritannien 2012;
Regie: Marcus Marcou; Darsteller: Stephen Dillane, Cosima Shaw, Georges Corraface u. a.;
109 Minuten; FSK ab 0 freigegeben
Seit Kurzem auf Blu-Ray und DVD

Bernd Ratmeyer

Der Unersättliche

Wolf of Wall Street, so der Spitzname des amerikanischen Börsenspekulanten Jordan Belfort und auch der Titel des neuen Filmes von Martin Scorsese mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle. Der Film hat bereits in der ersten Woche die deutschen Kinocharts gestürmt und ist absolut Oscar-verdächtig.
The Wolf of Wall Street
Finanzsatire, USA 2013
Regie: Martin Scorsese
179 Minuten

Foto: MARY CYBULSKI, © 2013 Paramount Pictures. All Rights Reserved

Fernsehserie

Mad Men – Als Werbung noch Reklame hieß

Eine Zeitreise zurück in die sechziger Jahre gelingt dem amerikanischen Fernsehsender AMC mit der Serie Mad Men. Von der mit zahlreichen Preisen prämierten Serie (14 Emmys und vier Golden Globes) ist nun in Deutschland die sechste Staffel erschienen. Mad Men, das sind die Kreativen der Werbeagenturen in der Madison Avenue in New York City.

Im Mittelpunkt steht Don Draper, der charismatische und ehrgeizige Kreativdirektor der fiktiven Werbeagentur Sterling Cooper. Draper ist ein Garant für Erfolg, er weiß, was es heißt, Kampagnen für prominente Kunden wie Lucky Strike, American Airlines, Hilton oder Playtex zu entwickeln und er hat immer den richtigen Riecher. Gesellschaftliche und kulturelle Ereignisse, wie der Mord an J. F. Kennedy, der Auftritt der Beatles in den USA oder die Etablierung von Werbespots im Fernsehen, fließen ganz selbstverständlich in die Handlung ein. Der Zuschauer nimmt teil an Drapers beruflichen und privaten Eskapaden, neben zahlreichen weiteren Erzählsträngen wird jedoch auch die Geschichte eines Unternehmens erzählt.

Don Draper versteht es, Kunden zu binden und neue Etats an Land zu ziehen, doch der Erfolg von Sterling Cooper geht einher mit dem Erfolg der Kunden. Was bedeutet es, einen lukrativen Kunden, einen großen Etat zu verlieren? Um die Firma vor dem Absturz zu bewahren, wird ein Investor ins Boot geholt, der zwar das Unternehmen saniert, dann aber gewinnbringend verkauft. Welche Folgen hat das für die einstigen Chefs und deren Mitarbeiter? Wie ist es, wieder unten anzufangen, weit entfernt von den ganz Großen? Und wie fühlt es sich an, eines Tages erfolgreiche Konkurrenten auszustechen wie BBDO?

Die Geschichte der amerikanischen Werbebranche der sechziger Jahre wird mit Mad Men perfekt erzählt. Den Machern der Serie ist es gelungen, Lebensgefühl und Ästhetik detailgenau wiederzugeben. Man fragt sich, wie es wohl in west- und ostdeutschen Kreativschmieden seinerzeit zuging, als Sunil, Sinalco, Afri Cola, Trabi und Lord extra beworben wurden. Slogans wie „Genuss im Stil der neuen Zeit“ oder „Halt mein Freund, wer wird denn gleich in die Luft gehen?“, haben sich für immer und ewig eingeprägt. Und ob wir es wahrhaben wollen oder nicht, Werbung prägt letzten Endes unseren Lebensstil.

Friederike Pfann

Ausstrahlungstermine Mad Men:
ZDFneo 04.02.14 22:35 Uhr
Mad Men Preis der Schönheit

ZDFneo 11.02.14 22:35 Uhr
Mad Men Die Kündigung

ZDFneo 18.02.14 22:35 Uhr
Mad Men Die ewige Jagd

Foto: Copyright: ZDF und Frank Ockenfels 3/AMC, Quelle: ZDF

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Online beraten und verkaufen

Marketing im digitalen Zeitalter

Der Online-Vertrieb verschiebt die Kundenberatung in die virtuelle Welt der Online-Beratung, die viele Kleinunternehmer vor neue Probleme stellt. Mittelständische Unternehmen haben im Verkauf einen entscheidenden Vorteil gegenüber Großhändlern und Konzernen: die Nähe zum Kunden und eine gewachsene Bindung durch das persönliche Gespräch und gute Beratung. Geht das in der Distanz der indirekten virtuellen Kommunikation?

Der Marketingspezialist Jan Helmut Hönle hat jetzt mit „Online beraten und verkaufen“ ein Buch vorgelegt, das hilft, genau jenen Standortvorteil von KMU ins anonyme Internet zu holen: die persönliche, direkte Ansprache, die Kunden vom Unternehmen überzeugt. Moderne Online-Beratung verschränkt das klassische Telefonat mit der Kommunikation von Berater- zu Kunden-PC.
Den ersten Schritt muss gleichwohl der Kunde tun: Ist er auf der Homepage des Unternehmens, hat er auch Interesse. Für Hönle heißt das „den Kunden dort abholen, wo er gerade ist.“ Denn Studien zeigen, dass sich die Mehrheit der Konsumenten intensiv im Internet informiert, dort aber noch lange nicht kauft. Hier liegt Umsatzpotenzial brach, dies zu nutzen, ist Hönles Anliegen.

Hönles Ansatz ist ein multimedialer und interaktiver, denn eine Software ermöglicht es, dass Kunde und Berater auf ihren Bildschirmen dasselbe sehen, sobald der Kunde auf der entsprechenden Seite der Unternehmenshomepage eingeloggt ist. Hier kann sich ein scheinbarer Nachteil der fehlenden face-to-face Situation in einen Marketingvorteil wenden: Hönle nennt es das „Nähe-durch-Distanz“-Paradox. Der Kunde fühlt sich nicht unter Druck, er kann jederzeit aussteigen – nicht so beim Gespräch auf dem heimischen Sofa. In der Online-Beratung fühlt er sich souveräner, da ein sicheres Maß an Unverbindlichkeit gewährleistet ist. Der Autor ist sich sicher: Online-Beratung kann sehr wohl zu Nähe und schließlich zum Vertragsabschluss führen.

Bernd Ratmeyer

Jan Helmut Hönle
Online beraten und verkaufen
Springer Gabler
167 Seiten
34,99 €

Gut ist nicht genug

Das Qnigge®-Prinzip oder warum Service klare Regeln braucht

Egal, ob es um Restaurants, Versicherungen oder Hotels geht – der Kunde hat die Wahl. Um im Wettbewerb mit der Konkurrenz die Nase vorn zu haben, gilt es, die Kundenerwartungen nicht nur zu erfüllen, sondern zu übertreffen. Doch die Realität sieht anders aus. In vielen Unternehmen funktioniert guter Service nach dem Zufallsprinzip. Es ist daher dringend an der Zeit, die Dinge grundlegend anzugehen und den Service auf eine solide Basis zu stellen. Wie das gelingt, zeigt Markus F. Weidner in seinem Buch.

Fazit: Gut ist nicht genug ist ein klar strukturierter Leitfaden, der zeigt, wie jedes Unternehmen in sechs Schritten zu mehr Servicequalität gelangen kann. Angereichert mit nützlichen Beispielen und Service-Storys ist das Buch unterhaltsam und zugleich sehr praxisorientiert.

Claudia Mattheis

Markus F. Weidner
Gut ist nicht genug
GABAL Verlag
256 Seiten
24,90 €

Was im Verkauf wirklich zählt

… ist nur das, was wirklich funktioniert
Persönliche Empfehlung von Mario Ohoven

Beim Verkaufen zählt nur das Heute. Was früher einmal funktionierte, führt heute oft in eine Sackgasse. Genau wie sich Produkte, Technologien und Bedürfnisse ändern, ändern sich auch die Kunden. Das stellt an Verkäufer hohe Anforderungen und erfordert die Bereitschaft, das eigene Handeln regelmäßig zu reflektieren und anzupassen.

Genau Letzteres hat Walter Kaltenbach in der vollkommen überarbeiteten und erweiterten Auflage seines Buches getan. Das ganze Repertoire der „Verkaufsschule“ wurde in der 3. Auflage auf den Prüfstand gestellt und kritisch hinterfragt. Welche Trends und Moden im Verkauf haben wirklich Bestand? Was ist noch zeitgemäß? Wie tickt der Kunde von heute? Mit welchen Techniken und Methoden lassen sich heute noch neue Kunden und Aufträge generieren? Welche neuen Erkenntnisse erweisen sich als praktikabel? Die Antworten darauf finden sich in diesem Buch. Alles, was Kaltenbach in seinen Seminaren und Beraterdienstleistungen empfiehlt, ist im Feuer der täglichen Praxis erprobt und sofort umsetzbar.

Walter Kaltenbach
Was im Verkauf wirklich zählt
BusinessVillage, Verlag für die Wirtschaft
296 Seiten
24,80 €

Mehr Bücher

Reiseland Kroatien: Trendziel Opatija

Erneut glänzt an der Adria die alte Herrlichkeit

  • Blick auf die Bucht von Opatija an der Adriaküste.

  • Köchin Roberta liebt ihren Arbeitsplatz.

  • Rovinij, eines der vielen Ausflugsziele auf der Halbinsel Istrien.

Die Küche ist zu klein, der Gasherd in die Jahre gekommen und die Belüftung funktioniert nur mangelhaft. Aber Roberta, die Köchin des „Ribarnica Volosko“ liebt ihren Arbeitsplatz. Hier brät, kocht und brutzelt sie von früh bis spät allerlei Fischgerichte, fangfrisch und schmackhaft zubereitet.

„Ribarnica“ bedeutet Fischmarkt und tatsächlich war hier früher ein Umschlagplatz für den Fang einheimischer Fischer. Roberta steht mit ihrer weißen Schürze hinter der Kühltheke und erzählt uns von ihrer Düsseldorfer Zeit, wo sie während der Kriegsjahre (1992 – 1997) in einem kroatischen Restaurant als Köchin gearbeitet hat. Direkt danach kehrte sie in ihre Heimat an der Kvarner Bucht zurück. „Ohne Blick auf das weite Meer kann ich nicht leben“, sagt sie und verrät uns ihre Empfehlung für das Abendessen: Zuerst einen Oktopussalat mit Staudensellerie, als Hauptgang gegrillter Baby-Hai mit Mangold-Kartoffeln. Dazu eine Flasche weißen Malvasia, ein typischer Tropfen aus Istrien. Unaufhörlich raunen wir etwas wie: „super lecker“, „vorzüglich“, „genial“ …

Nach diesem mediterranen Erlebnis müssen wir uns noch bewegen und laufen zu Fuß zurück ins Hotel. Immer am Meer entlang über den kurvenreichen Küstenweg Lungomare. Es dämmert, als wir den Park Angiolina, ein kleines botanisches Paradies, durchqueren. Bald sitzen wir im warmen Abendwind auf der Promenaden-Terrasse unseres Hotels bei Spritz und Einspänner und lauschen dem Gesang einer Klapa-Gruppe, die in der Ferne aufspielt.

Es begann mit dem Bau der Eisenbahn

Auf Schritt und Tritt verspürt man einen Hauch der glanzvollen k.u.k.-Vergangenheit. Vor 140 Jahren erschloss die Südbahngesellschaft diesen Teil der Adriaküste für die exklusiven Wiener Kreise. Schon bald entstanden hier prachtvolle Villen und Hotels. Fürsten und Könige, Industrielle, Dichter und Maler kurten in Opatija (früher Abbazia) und lustwandelten über die Uferpromenade. Beliebt war das Seebad schon zu Kaisers Zeiten nicht nur wegen des ausgeglichenen Klimas. „Hier wachsen mehr als 150 Pflanzen aus aller Welt, die zum Teil Seeleute von ihren Reisen mitbrachten, wie Mammutbäume, kaukasische Tannen, schwarzer Bambus und japanische Bananen. Die Kamelie, die ein Jesuitenmönch nach Europa brachte, ist das Wahrzeichen der Stadt“, heißt es in einem alten Touristenführer. Heute sind die Traditionen wieder aufgelebt. Jedes Jahr, an einem Wochenende im Juli, verkleiden sich die Bewohner der Stadt und tragen traditionelle Hofkostüme. Kaiserin Sissi und Walzerkönig Johann Strauss werden zum Leben erweckt.

Vorbei sind die Zeiten, als die alten Villen und Hotels in den Jahren der jugoslawischen Zentralherrschaft zu verfallen drohten. In den vergangenen Jahren haben private Investoren, Hotelketten, aber auch die Kommune kräftig investiert. Opatija leuchtet wieder in hellen Farben, die restaurierten Häuser sind eine Augenweide für Touristen.

Feiern wie im Mittelalter

Auch die nähere Umgebung von Opatija bietet sehenswerte Ziele. Wir folgen einem guten Rat und fahren mit dem Bus Nr. 18 hinauf nach Kastav, einem kleinen Weinort über der Kvarner Bucht. Von der Burgruine aus schweift unser Blick über die Wälder und Reben, die die Hügel ringsum bedecken. Der Weinbau ist eine der wichtigsten Erwerbsquellen für die Bewohner Kastavs. An Bela Nedeja, dem Weinfest, ist die Stadt vollgestopft mit Verkaufs- und Probierständen. Handwerker präsentieren ihre Künste, überall drehen sich knusprige Spanferkel über dem Grillfeuer. Es ist gewissermaßen der Feiertag des Heurigen, der hier eine jahrhundertelange Tradition hat.

Weitere lohnenswerte Ausflüge in die unmittelbare Umgebung führen über den Lungomare südlich nach Lovran oder nach Rijeka mit seiner Altstadt und den alten Markthallen.

Ein Spitzenjahr für die Tourismusbranche

Wer im vergangenen Sommer mit dem Bus entlang der Küste von Opatija nach Rijeka gefahren ist, sah zwar am Straßenrand ab und zu einige Apartmani-Schilder an den Häusern. Tatsächlich gab es aber in den engen Gassen der pittoresken Städte der istrischen Halbinsel wie Pula, Rovinij oder Portorož fast kein Durchkommen mehr. Die voll ausgelasteten Touristenzentren boomen, ganz entgegen dem Bild der kränkelnden Wirtschaft des neuen EU-Landes Kroatien.

Schon 2012 konnte die Tourismusbranche Rekordeinnahmen verbuchen, auch für 2013 deutet alles auf ein Spitzenjahr hin. Bis 2020 sollen sieben Milliarden Euro in die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Tourismusbranche investiert werden. Doch eine Frage muss an vielen Ferienorten – auch in Opatija – noch geklärt werden. Will man sich auf das touristische Massengeschäft konzentrieren oder lieber ein qualitativ anspruchsvolles Angebot offerieren. Das touristische Potenzial Kroatiens könnte noch ausgebaut werden – auch durch neuen politischen Rückenwind nach dem EU-Beitritt.

„Das Mädchen mit der Möwe“, Wahrzeichen von Opatija.
Infos:
Opatija: 11.700 Einwohner
www.opatija-tourism.hr

Nächster Flughafen:
Rijeka, eine Stunde Fahrzeit
• Direktflüge von Frankfurt-Hahn und Brüssel-Charleroi mit Ryanair
• von Köln/Bonn mit Germanwings

Gute Hotels:

Alle geeignet für Events und Tagungen

Währung: Kuna (= 100 Lipa) 1 Euro entspricht zur Zeit 7,65 Kuna

 

Rotger H. Kindermann
Korrespondent

Feiner geht’s nicht

Nanofilter aus Halle sind weltweit einzigartig

Aus solchen Scheiben mit Poren, die wenige Nanometer groß sind, entstehen die Filter.

Präzision zählt. Es geht um wenige Nanometer, die exakt eingehalten werden müssen. Das bloße Auge würde bei einer Qualitätskontrolle versagen. In der SmartMembranes GmbH in Halle an der Saale wird bei der Produktentwicklung in kleinsten Dimensionen gedacht und gehandelt. Den beiden Firmeninhaberinnen Petra Göring und Monika Lelonek macht dabei weltweit niemand etwas vor. Ihre hochfeinen Membranen bestechen durch eine Reihe technologischer Besonderheiten.

Zwei Materialsysteme, bestehend aus Aluminiumoxid und Silizium, bilden die Basis für die hochgeordneten porösen Strukturen. Deren extrem feine Poren sind die Grundlage für technologische Lösungen in vielen Bereichen, ganz gleich, ob es um das Filtern von Wasser, Luft oder anderen Materialien geht. Kleinste Mengen lassen sich mit Hilfe der Membranen aus Sachsen-Anhalt optimal bearbeiten. Für den Laien, aber auch den Experten sind die technischen Daten beeindruckend. „Ein Filter von fünfzehn Zentimeter Durchmesser bringt es auf eine nutzbare Oberfläche für chemische Reaktionen von bis zu fünf Quadratmetern“, erläutert Petra Göring. Damit seien die Einsatzmöglichkeiten in Unternehmen und in der Forschung fast unbegrenzt. Als Beispiele nennt sie die Filtration von Gasen, aber auch von Luft oder Blut und Viren. Sie werden vor allem labortechnisch in der Sensorik und Katalyse angewendet.

„Damit sind die Einsatzmöglichkeiten in Unternehmen und in der Forschung fast unbegrenzt.“

Bislang war es nicht möglich, Membrane im Detail passgenau auf die Kundenwünsche auszurichten, erklärt Monika Lelonek. Das von den beiden Frauen entwickelte Verfahren ermöglicht erstmals, die feinen Poren in einer Struktur, die an Honigwaben erinnert, exakt auszurichten. „Größe, Abstand, Dicke der Membrane und Durchlassfähigkeit lassen sich je nach Anwendungszweck einrichten“, sagt die Chemikerin. Dabei arbeiten die beiden Unternehmerinnen eng mit ihren Kunden zusammen.

Monika Lelonek (li.) und Petra Göring haben im Technologiepark Weinberg Campus in Halle ihre eigene Firma gegründet.

Die Suche nach Partnern erfordert aber viel Geduld. „Die Herausforderung ist, dass unsere Möglichkeiten bekannt gemacht werden müssen“, räumt Lelonek ein. Messe- und Konferenzbesuche gehören deshalb zum Alltag. Knapp achtzig Prozent der Abnehmer sitzen im Ausland, unter anderem in den USA, Japan und Israel. Für 2014 erwartet sie erstmals in der fünfjährigen Firmengeschichte schwarze Zahlen. Gegenwärtig sind sechs Mitarbeiter beschäftigt, Neueinstellungen sind schon geplant.

SmartMembranes ist im Sommer 2009 gegründet worden. Die beiden Chemikerinnen hatten sich zwei Jahre zuvor durch Zufall gefunden. Während Petra Göring damals in Halle zur Nanotechnologie forschte, beschäftigte sich Monika Lelonek an der Uni Münster mit dem gleichen Thema. Dann trafen sich erstmals Wissenschaftlerinnen bei der Nano-Entrepreneurship-Academy (NenA), einem Ideenwettbewerb für Frauen aus der Nanotechnologie, der seitdem jährlich stattfindet. Bei den heutigen Firmenchefinnen funkte es sofort. Sie entwickelten mit zwei weiteren Teilnehmerinnen ihre Geschäftsidee. Bei der späteren Umsetzung brach das Vierer-Team auseinander. „Der Weg in die freie Wirtschaft ist kein einfacher und nicht für jede Forscherin ist dies das richtige Ziel. Für mich ist es dagegen eine große Chance“, sagt Monika Lelonek zurückblickend.

Die immense Unterstützung der Fraunhofer-Gesellschaft brachte den Wettbewerbssiegerinnen die Chance, über ein Jahr die Geschäftsidee gründlich auszuloten, zu entwickeln und den Businessplan zu erarbeiten. Ein dreimonatiges Praktikum in den USA gehörte dazu und sorgte für zusätzliche Erfahrungen. Das Unternehmen siedelte sich gleich zu Beginn im innovativen Technologiepark Weinberg Campus in Halle an. Das Umfeld mit Forschungseinrichtungen und anderen jungen Firmen ist ein Glücksfall. „Die Infrastruktur ist für uns ideal, wir können bei Partnern Technologie nutzen, die unser junges Unternehmen selbst nicht vorhalten kann“, zeigt sich Petra Göring zufrieden.

„Man wächst mit seinen Aufgaben, und man entwickelt sich als Person, wenn man ein Unternehmen gründet. Es ist ein Prozess, in dem man lernt, wie man mit Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten umgehen kann. Natürlich hätte man viele Fehler vermeiden können, wenn man das Wissen von heute hätte. Jedoch glaube ich, dass man diese Fehler auch machen muss, um voranzukommen. Daher würde ich im Grunde das Meiste genauso machen.“
Monika Lelonek
www.smartmembranes.de

 

Klaus-Peter Voigt
BVMW-Pressesprecher Sachsen-Anhalt

Foto: Klaus-Peter Voigt, Foto: SmartMembranes GmbH

Sauberer Sand

Wittenberger Unternehmer beweist Sinn für Geschäft und Naturschutz

Sand wohin das Auge blickt. Rund um Nudersdorf, einen Ortsteil der Lutherstadt Wittenberg, wird seit Anfang der 1920er Jahre der Rohstoff verarbeitet. Anfangs wurde er vorwiegend bei der Glasherstellung gebraucht. Heute werden die Flächen des Unternehmens vielfältig genutzt.

Zu DDR-Zeiten lieferte das Unternehmen seine Erzeugnisse fast ausschließlich an Gießereien. Gerade der Bedarf der Industrie war damals immens, berichtet der Geschäftsführer der Quarzsand GmbH, Jürgen Witter. Recycling, wie es heute an der Tagesordnung ist, spielte keine Rolle. Der Elektroingenieur kam 1989 als technischer Leiter in den Betrieb. „Damals wurde ich regelrecht ins kalte Wasser geworfen“, erinnert er sich. Die Nachwendezeit erwies sich als schwierig. Der Kundenkreis änderte sich. Baustofffirmen übernahmen das Quarzsandwerk immer nur für kurze Zeit.

Als Ende 2002 wieder einmal die Zukunft in den Sternen stand, nahm Witter das Risiko auf sich und kaufte den Betrieb.

„Mein Vorteil war, dass ich die Risiken einschätzen konnte“, sagt er. Ende 2014 seien alle Verpflichtungen erfüllt, und das inzwischen auf soliden Füßen stehende Unternehmen gehöre ihm dann vollständig. Der feine Quarzsand geht in erster Linie an Kunden im Umkreis von 150 Kilometern. Er wird nicht nur in Gießereien, sondern auch für Trockenbaustoffe, in der Wirbelschichtfeuerung oder beim Sportplatzbau verwendet. Die Vorräte reichen mindestens für die nächsten hundert Jahre.

Jürgen Witter beweist mit seinem Betrieb ein Herz für die Umwelt. In den vergangenen zehn Jahren stellte er über 3.000 Hektar ehemaliger Gewinnungsfläche für eine überwiegend naturnahe Nutzung zur Verfügung.

Jürgen Witter, Geschäftsführer der Quarzsand GmbH.

Durch die sehr guten Umweltbedingungen bilden sich dort Spezialbiotope, die die Renaturierung des Geländes vorantreiben. Dies fördert die Vielfalt, denn bedrohte Pflanzenarten der Roten Liste, wie der Moorbärlapp, haben sich auf einstigen Abbauflächen angesiedelt und gut entwickelt. Das Unternehmen erhielt deshalb 2013 den zweiten Preis in der Kategorie „Sonderpreis Biodiversität“ des Deutschen Nachhaltigkeitspreises der Gesteinsindustrie. Dabei spielte auch die hervorragende Zusammenarbeit zwischen dem Naturschutzbund Wittenberg und dem Unternehmen eine Rolle.

www.qsnudersdorf.de

Klaus-Peter Voigt
BVMW-Pressesprecher Sachsen-Anhalt

Foto: Klaus-Peter Voigt; Foto (Jürgen Witter): privat

Massivhäuser für Normalverdiener

Ein Thüringer Franchisegeber baut auf Verlässlichkeit und Markenpflege

Die beiden Gründer des Franchisesystems Town & Country Haus: Gabriele und Jürgen Dawo.

Seit Gabriele und Jürgen Dawo 1997 das Franchising-System Town & Country gründeten, konnten sie deutschlandweit 300 selbstständige Franchisepartner gewinnen. In den zurückliegenden Jahren wurden über 21.000 Häuser errichtet, allein 3.200 im letzten Jahr. Geschäftsführerin Gabriele Davo über die erfolgreiche Marketingstrategie im Mittelstand-Interview.

Der Mittelstand.: Town & Country Massivhaus ist eine bekannte Marke. Das einheitliche Erscheinungsbild muss entwickelt und gepflegt werden. Welche Rolle spielen Corporate Identity und ein einheitliches Corporate Design im Marketingkonzept?

Gabriele Dawo: Wir haben von Beginn an großen Wert auf die Entwicklung der Marke gelegt und viele Millionen Euro investiert. Unsere Franchise- und Lizenzpartner sind die Repräsentanten der Marke vor Ort. Sie bringen uns die Dichte am Markt, während unser einheitlicher Markenauftritt für die Bekanntheit sorgt. Dadurch sind wir zu Deutschlands meistgekauftem Markenhaus geworden. Kooperationen mit namhaften Marken halfen uns, die Bekanntheit zu steigern und machten uns für nationale Marketingkampagnen interessant. So sind wir groß geworden.

Von etwa 900 Franchising-Unternehmen in Deutschland belegte Town & Country 2012 laut Magazin Impulse Platz vier. Wie haben Sie das geschafft?

Wir erhielten 2013 zum zweiten Mal den Deutschen Franchise-Preis. Das ist herausragend und hat uns sehr gefreut. Erstmals haben wir auch den Green-Franchise-Award für unsere Nachhaltigkeitsprojekte und unser Engagement für ökologische, ökonomische und soziale Verantwortung erhalten.

Derzeit befinden sich die Franchisesysteme in Deutschland in einer qualitativen Wandlung. Die guten Systeme bieten viele Chancen für Gründer. Wirtschaftsmagazine helfen mit Berichten und Rankinglisten, Entscheidungshilfen für Gründer zu geben und das Image der Branche zu stärken. Auch der BVMW und der Deutsche Franchise Verband leisten Erhebliches.

Wichtig sind Fleiß, Investitionen und natürlich eine erfolgreiche Unternehmensstrategie. Wir konzentrieren uns mit unseren Angeboten auf unsere Zielgruppe. Für Town & Country bedeutet das, Häuser zu mietähnlichen Konditionen für Normalverdiener anzubieten. Für viele Menschen ist die Erfüllung des Traums vom Eigenheim die größte Lebensentscheidung.

Die Kunden brauchen Sicherheit, dass ihr Haus fertig wird, dass die Qualität stimmt und dass der vereinbarte Preis eingehalten wird.

Dazu ist Vertrauen in die Baufirmen die Basis des Vertragsabschlusses. Wie gestalten Sie die Beziehungen zu den potenziellen Bauherren?

Hier gehen wir von Anfang an sehr offen mit unseren Interessenten um. Wir sagen klar, für wen Town & Country konzipiert ist und für wen nicht. Town & Country bietet Häuser für Normalverdiener. Die Kunden brauchen Sicherheit, dass ihr Haus fertig wird, dass die Qualität stimmt, dass der vereinbarte Preis eingehalten wird und auch, dass eventuell auftretende Probleme gelöst werden. Wir sehen das als Prozess von der Kontaktaufnahme bis über die Hausübergabe hinaus. Wir sagen von Anfang an, was es komplett kostet mit all den Nebenkosten, die beim Hausbau definitiv entstehen: für Grundstück, Notar, Steuern, Energieanschluss, Wasser und Abwasser. So schaffen wir es, eine überdurchschnittliche Zufriedenheit zu erreichen.

Sie bieten deutschlandweit dreißig Massivhaustypen an. Welche Voraussetzungen müssen Ihre Franchisepartner mitbringen, um eine fach- und qualitätsgerechte Umsetzung zu gewährleisten?

Hierfür gibt es einen sehr weit entwickelten Auswahlprozess, den mittlerweile unser Sohn Benjamin verantwortet. Es geht um harte wirtschaftliche Fakten der Bewerber. Aber auch menschlich muss es passen. Hinzu kommen natürlich Prozesse, die wir als Franchisegeber entwickeln. Da haben wir in der letzen Zeit viel investiert. Einheitliche Realisierung der Vorhaben und die Qualitätsgarantie sind der Schlüssel zum Erfolg in puncto Kundenzufriedenheit.

Kunden- und marktorientierte Unternehmensführung ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Gilt dieser Grundsatz auch für die Zukunft von Town & Country?

Ganz bestimmt, denn das ist unser Erfolgsmotor.

Das Interview führte Günther Richter, BVMW-Landesgeschäftsführer in Thühringen

Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (rechts) übergibt Gabriele Dawo die Berufungsurkunde in den Landeswirtschaftssenat des BVMW.
Town & Country Haus Lizenzgeber GmbH
Bundesweit ist Town & Country in über hundert Landkreisen vertreten. Die Partner bauen in ihrer Region nach erprobtem Konzept ein Unternehmen auf. Die richtige Auswahl von regionalen Handwerksunternehmen, Bau- und Ausbauunternehmen sowie der Haustechnik bildet die Basis für die Qualität der erstellten Massivhäuser und die Zufriedenheit der Bauherren.

Das Geschäftsmodell setzt auf umweltgerechte Energiespar- und Solarhäuser und damit auf niedrige Betriebskosten. Der BVMW-Kreisverband ehrte 2010 Gabriele Dawo als „Unternehmerin des Jahres“ der Wartburgregion. Die Thüringer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht berief Gabriele Dawo in den BVMW-Landeswirtschaftssenat.
www.franchisepartnerschaft.de
www.HausAusstellung.de

Foto oben: Town & Country, Foto unten: S. Falke

Weltspitze der Munitionsentsorger

Spreewerk im brandenburgischen Lübben arbeitet für eine sichere Zukunft

Hinter den videobewachten Betriebszäunen der Integrated Solutions from Lübben türmt sich der Stoff, aus dem die schlechten Träume sind. Hier wird Lagermunition entsorgt, die aus den Beständen militärischer Kräfte in aller Welt stammt. Von der Gewehrpatrone bis zur Rakete oder Bombe. Die brandenburgische Firma hat das dazu notwendige Know-how weitestgehend selbst entwickelt und stellt auch mehr als 90 Prozent der dafür benötigten Ausrüstungen selbst her. Damit ist sie zu einem der weltweit führenden Partner der Branche geworden.

Gegründet 1957 als VEB Spreewerk Lübben, blickt der Betrieb auf eine Geschichte als Munitionshersteller und -entsorger zurück, bei dem sich ursprünglich alles um die Kalaschnikow drehte. Auch Strafgefangene, die ein eigenes Lager auf dem 187 Hektar großen Gelände hatten, wurden dabei eingesetzt. In den 80er-Jahren erfolgte die Modernisierung zu einem der weltweit modernsten Munitionswerke. Mit der Wende wurde die Produktion gestoppt. Munition aus NVA-Beständen wurde umgerüstet zu Sportmunition und ging in den Export. Der Fokus richtete nun auf die Entsorgung. Die amerikanische Gruppe General Atomics übernahm das Werk bei der Privatisierung 1992. „Ein Glücksgriff für uns“, erinnert sich Geschäftsführer Dr. Gert von Wickede. „Die Amerikaner haben uns auch in schwierigen Jahren nicht im Regen stehen lassen.“

Der Dresdener, schon früher mit dem Bau von Sondermaschinen befasst, empfand die Aufgabe als ingenieurtechnische Herausforderung und wurde 1995 Geschäftsführer. Bereits 1996 begann die Entsorgung für NATO-Armeen. Das transatlantische Bündnis ist seitdem ein fester Partner des Unternehmens. Seit 2008 firmiert das Spreewerk unter dem Namen Integrated Solutions from Lübben. Der Name signalisiert, dass zum Portfolio auch die Beratung und der Export technologischer Lösungen bei der Entsorgung des Kriegsgeräts gehören.

In den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs wurden auf dem Firmengelände Betonkörper für Seeminen gegossen. Eisen war knapp geworden. Die Bauern hatten ganz praktische Anschauungen von Konversion und nutzten die Gefäße nach dem Krieg als Zisternen. Ein Exemplar hat von Wickede erst vor kurzem für die werkseigene Sammlung sichern können.

„Wir entsorgen mit unseren 78 Mitarbeitern alles – außer ABC-Waffen.“

In der einzigartigen Ausstellung ist dokumentiert, in welchem Umfang und in welcher Art Munition hier umweltgerecht und unter umfassender Kontrolle vernichtet wird. Darunter auch eine große Menge Clusterbomben, die nach dem Osloer Abkommen inzwischen weltweit geächtet sind. „Wir entsorgen mit unseren 78 Mitarbeitern alles – außer ABC-Waffen“, berichtet von Wickede. Insgesamt sind es 15.000 Tonnen Munition und Explosivstoffe im Jahr. Gearbeitet wird in Schichten, je nach Auftragslage. Eine eigene Verbrennungsanlage gewährleistet die ökologische Beseitigung von bis zu 160 Kilogramm Explosivstoffen pro Stunde. Es gibt eine Ausschmelzanlage für Weißen Phosphor, eine Auswaschanlage, die dem Festbrennstoff von Raketenmotoren mit einem Hochdruck-Wasserstrahl beikommt, und es gibt Sicherheitszellen, in denen ferngesteuert die Gefechtsköpfe von Panzergranaten aufgebrochen werden.

Der Firmenumsatz liegt bei neun bis elf Millionen Euro im Jahr. Der Betrieb unterliegt strengen Auflagen, die einen Verwaltungsaufwand von 40 Prozent des Arbeitsvolumens ausmachen. Vom Qualitäts- bis zum Umweltmanagement, von der Arbeitssicherheit bis zum lückenlosen Nachweis von jedem einzelnen Stück Munition, alles muss sorgfältig dokumentiert werden. „Das Kriegswaffenkontrollgesetz ist ein Wettbewerbsvorteil für uns“, stellt von Wickede fest. Auch wenn die Entsorgungskosten in Deutschland höher liegen als anderswo, weiß jeder Auftraggeber, dass im Spreewald entsorgte Munition in keinem der Bürgerkriegsgebiete der Welt wieder auftauchen wird. Selbst ohne die strenge Beobachtung wäre das so: „Ich vernichte gern Munition.“

Integrated Solutions from Lübben (ISL) ist ein internationales Unternehmen, dass sich auf Munitionsentsorgung spezialisiert hat.
Das Unternehmen ist in der Lage, alle Arten konventioneller Munition, Großkalibermunition, Bomben, Minen aller Art und Raketen (wie z. B. Nike Hercules, HAWK, Patriot, Sidewinder, MLRS, etc.) zu zerlegen und dem Stoffrecycling zuzuführen.

 

Henry-Martin Klemt
BVMW-Pressesprecher
Berlin-Brandenburg

Foto: oneo - Fotolia.com

Qualität aus Überzeugung

Einrichtungshäuser Hüls – Zeitgeist in Design und nachhaltiges Unternehmertum

Außenansicht der Einrichtungshäuser im nordrhein-westfälischen Schwelm.

Qualität aus Prinzip – das ist der Leitspruch der Einrichtungshäuser Hüls aus Schwelm in Nordrhein-Westfalen. Qualität bedeutet für den Geschäftsführer Richard Hüls nicht nur höchste Ansprüche bei Design und Verarbeitung seiner Möbel, sondern auch den verantwortungsbewussten Umgang mit natürlichen Ressourcen.

Geschäftsführer Richard Hüls mit Ehefrau Eva.

Denn die sind bekanntlich knapp. Neben der Suche nach alternativen Rohstoffen ist das Einsparen von Energie ein wichtiges Mittel gegen den Raubbau an Natur und Umwelt. Das Familienunternehmen in Schwelm nimmt diese Verantwortung ernst.

Und so war Hüls einer der ersten in der Region, der 2013 in großem Stil auf energiesparende LED-Leuchtmittel setzte. Die gesamte Ausstellungsfläche, immerhin rund dreitausend Quadratmeter, erstrahlt heute in LED-Technik. So werden 45 Kilowatt pro Stunde eingespart. Eine Glanzleistung, die sich schon nach etwa drei Jahren amortisiert. Weitere Maßnahmen, wie die energetische Sanierung der Ausstellungsflächen, Büroräume und Werkstätten sind ebenfalls umgesetzt worden. Ab Januar 2014 stellen die Einrichtungshäuser Hüls komplett auf Erneuerbare Energie aus Wasserkraft um. Und auch bei den Rohstoffen wird auf Nachhaltigkeit geachtet. So werden nur Hersteller und Lieferanten gewählt, die gesundheitsverträgliche und umweltfreundliche Rohstoffe verwenden.

„Wir leben im Geiste der Gegenwart. Diesen Zeitgeist erkennt man im Design unserer Möbel, aber eben auch in unserem Umgang mit gesellschaftlicher Verantwortung, der Umwelt und unseren Mitarbeitern“, sagt Hüls, Geschäftsführer und Gründer der Einrichtungshäuser. Dabei legt das inhabergeführte Unternehmen Wert auf gute zwischenmenschliche Beziehungen. Das merkt man als Kunde, das spüren aber auch die rund vierzig Mitarbeiter. Kreative Unikate, leidenschaftliche Handwerker und engagierte Kundenberater prägen den Betrieb. Die meisten bleiben dem Unternehmen treu, in dem sie Talent und Ideen gleichermaßen einbringen können. So manch einer der Mitarbeiter ist bereits seit dem Gründungsjahr 1973 dort beschäftigt. Kein Wunder also, dass Hüls auch Wert auf die Ausbildung legt. Die Azubis in den kaufmännischen und handwerklichen Abteilungen sollen sich ab dem ersten Tag als Teil der Belegschaft fühlen. Viele von ihnen werden als Holztechniker, Innenarchitekten oder Einrichtungsberater nach ihrer Ausbildung weiter beschäftigt.

Verantwortung, Loyalität, Partnerschaftlichkeit, diese Werte prägen das Unternehmen seit vierzig Jahren. „Wenn Sie so wollen, leben wir hier auf dem Land. Schwelm ist Teil einer stark nachbarschaftlich geprägten Region. Wir fühlen uns auch deshalb hier sehr wohl und geben unser Bestes, unseren Beitrag für unsere Kunden und das Gemeinwohl zu leisten“, so Richard Hüls.

Die Einrichtungshäuser Hüls sind spezialisiert auf anspruchsvolle Einrichtung für Wohnen, Küche, Büro, Geschäft und Garten.
www.huels-in.de

 

Achim Fabritius
BVMW-Verbandsbeauftragter Bergisch-Märkische-Region

Ausgezeichnete BVMW-Mitglieder

Viessmann gewinnt Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2013 für „Ressourceneffizienz“

Verleihung des Deutschen Nachhaltigkeitspreises in der Kategorie „Ressourceneffizienz“: Viessmann Verwaltungsratsmitglied Joachim Janssen (Mitte) nahm die Auszeichnung entgegen. Nominiert waren auch ebm-pabst (Geschäftsführer Rainer Hundsdörfer) und 3M (Silvia Havasi, General Manager Corporate Marketing).

Der Heiztechnik-Hersteller erhält die Auszeichnung zum dritten Mal in Folge. „Viessmann hat in der gesamten Produktions- und Wertschöpfungskette erfolgreich Maßnahmen zur Ressourcenschonung, Rohstoff- und Energieeffizienz etabliert“, begründete die Jury des Deutschen Nachhaltigkeitspreises ihre Entscheidung in Düsseldorf bei der feierlichen Verleihung. Am Stammsitz in Allendorf (Eder) senkte das Bundeswirtschaftssenatsmitglied seinen Verbrauch fossiler Energien um zwei Drittel und den CO2-Ausstoß um mehr als 80 Prozent. Darüber hinaus werden kontinuierlich energiesparende und effiziente Produkte entwickelt und auf den Markt gebracht.
www.viessmann.de

 

Fraunhofer ISE erhält hochdotierten Zayed Future Energy Prize 2014

Fraunhofer-Institutsleiter Prof. Dr. Eicke Weber (Mitglied im Bundeswirtschaftssenat des BVMW) nahm den Zayed Future Energy Prize 2014 aus den Händen von Scheich Mohammed Bin Zayed Al Nahyan, Kronprinz von Abu Dhabi, entgegen.

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE erhielt den mit 1,5 Millionen US Dollar dotierten Zayed Future Energy Prize 2014 auf dem World Future Energy Summit in Abu Dhabi. Als einer von drei Finalisten machte das vor über dreißig Jahren gegründete, größte europäische Solarforschungsinstitut das Rennen in der Kategorie Nongovernmental Organization (NGO). Ausschlaggebende Bewertungskriterien für die Auswahl der Preisträger waren deren Einfluss auf einen spürbaren industriellen, gesellschaftlichen und ökologischen Wandel, ihre Führungsrolle und Vorbildfunktion sowie nicht zuletzt die Zukunftsfähigkeit und das Innovationspotenzial der Einrichtung. Die Preisverleihung fand in Abu Dhabi, im Rahmen der Sustainability Week, statt.

Foto: Ryan Carter/Crown Prince Court – Abu Dhabi

 

Prädikat „Cum Laude“ für die performance IMC Vermögensverwaltung AG

Andreas Müller und Michael Stegmüller (v.l.n.r.),Vorstände der performance IMC Vermögensverwaltung AG

Der Elite Report 2014 nimmt das Unternehmen der Rhein-Neckar-Metropole in die Elite der Vermögensverwalter auf. Das Fachmagazin Elite Report hat gemeinsam mit dem Medienpartner Handelsblatt die Qualität von 342 Banken und Vermögensverwalter im deutschsprachigen Raum untersucht. Lediglich 43 der geprüften Teilnehmer erhielten die Bewertung „empfehlenswert“, nachdem in den Vorjahren bessere Ergebnisse erzielt werden konnten. Die Bewertung erfolgte nach mehreren und unterschiedlich gewichteten Kategorien.
www.performance-imc.de

Foto: Daniel Schwarez 

 

Brennerei Habbel destilliert den zweitbesten Whisky Deutschlands

Michael Habbel produziert einen der besten Whiskys in Deutschland.

Whisky-Liebhaber sind eine verschworene Gemeinde. Ähnlich wie bei Weinkennern zählt auch hier ausschließlich die Klasse des Produkts. Eine besondere Auszeichnung erhielt nun BVMW-Mitglied Michael Habbel, der mit dem 2. Platz auf der Fachmesse „Inter Whisky“ 2013 in Frankfurt (Main) ganz vorn dabei war. Unter 100 Brennereien, die einen Vergleichstest zu bestehen hatten, hätte es fast zum Gesamtsieg gereicht. Der begehrte Tropfen aus Sprockhövel belegte im Jury-Entscheid den zweiten Platz. Das war ein ausgezeichneter Ausklang des Jahres 2013, befand auch Geschäftsführer Michael Habbel, der seinen Whisky seit 1977 destilliert und vor vier Jahren die gewerbliche Produktion begann. Dass Habbel in den 36 Jahren reichlich Erfahrung sammeln konnte, die seinen Whisky zu einem ganz besonderen Tropfen machen, wurde nun von Fachleuten eindrucksvoll bestätigt.
www.destillerie-brennerei-habbel.de

Foto: Franz Frerich

 

Kurz vorgestellt

Hier bieten wir Mitgliedern unseres Verbands die Möglichkeit, ihr Unternehmen vorzustellen

PRMarket GmbH – Der Werbeartikelmarktplatz

PRMarket − Der Werbeartikelmarktplatz ist ein junges Internet-Start-up aus Münster, das jedem Unternehmen den Werbeartikeleinkauf mit beträchtlichen Zeit- und Kosteneinsparungen ermöglicht. Mehr als 90.000 Werbeartikel stehen zur Auswahl. Per Mausklick sind die Preisangebote der Anbieter vergleichbar. Wir sind der erste Werbeartikelmarktplatz mit Vorteilen für alle Käufer, Werbeartikellieferanten und -Händler.
Hauptsitz: Münster
(Nordrhein-Westfalen)
www.prmarket.de

 

atelier 14 gmbh | kommunikation & design

Corporate Design, Magazine, Websites oder Kampagnen – unser Leistungsspektrum umfasst alle Bereiche der klassischen und Online-Kommunikation. 30 hochmotivierte Kommunikationsprofis verstehen sich als zuverlässige Dienstleister. Deshalb vertrauen große Unternehmen unseren kreativen und wirksamen Lösungen ebenso wie mittelgroße Firmen aus vielen Regionen Deutschlands. Wir formulieren die Argumente, die Ihnen helfen zu verkaufen.
Hauptsitz: Bottrop
(Nordrhein-Westfalen)
www.atelier-14.de

 

creactivCONCEPT gmbh Tübingen

Die creactivCONCEPT gmbh verbindet in ganz neuer Weise die Bereiche Webdesign, Seminare und Vertrieb. Wir begleiten Unternehmen in der Kundengewinnung, schulen die Mitarbeiter in den Bereichen Akquise und Vertrieb, Telefontraining, Auftreten und Erscheinungsbild im Kundenkontakt, Business-Knigge Seminare und erstellen verkaufsstarke, individuell abgestimmte Webseiten für einen rundum stimmigen Firmenauftritt.
Hauptsitz: Tübingen
(Baden-Württemberg)
www.creactivconcept.de

 

Guntermann & Drunck GmbH

Die Guntermann & Drunck GmbH zählt zu den führenden Herstellern digitaler und analoger KVM-Produkte für Kontrollräume und Leitstände in den Bereichen Broadcast, Air Traffic Management, Automatisierung, Marine und weiterer Segmente. Mit einem breiten Portfolio zur Verlängerung, Umschaltung und Verteilung von Keyboard-, Video- und Mouse-Signalen in Echtzeit bietet G&D seinen Anwendern höchsten Nutzen und echten Mehrwert.
Hauptsitz: Wilnsdorf
(Nordrhein-Westfalen)
www.c-vita.de

 

Dohna & Dombert GmbH

Wir sind der einzige Anbieter auf dem Kontinent von Reisen in Oldtimern aus den 1920er Jahren. Im Angebot haben wir Ausflüge, längere Reisen und historische Rallye-Fahrten und bei Bedarf können Sie uns auch einfach so mieten – zum Beispiel für Hochzeiten oder andere Feste und Veranstaltungen. Liebevoll gewartete Fahrzeuge warten auf Sie in zeittypischer Ausstattung und garantieren sinnliche Eindrücke von ganz neuer Qualität.
Hauptsitz: Leopoldshöhe
(Nordrhein-Westfalen)
www.dohna-dombert.de

 

Arvid Goletz Solarprojekte

Solarstrom ist für die meisten Mittelständler zur günstigsten Stromquelle geworden. Arvid Goletz Solarprojekte bietet neutrale Beratung und Projektentwicklung für Photovoltaikanlagen an. Nach einer Potenzialanalyse Ihrer Gebäude erhalten Sie eine ausführliche Wirtschaftlichkeitsberechnung, Beratung zu Qualitätsfragen sowie eine qualifizierte Projektleitung für die reibungslose Installation Ihrer Photovoltaikanlage.
Hauptsitz: Tübingen
(Baden-Württemberg)
www.arvidgoletz.de

 

rmw Kabelsysteme GmbH

Die Firma rmw Kabelsysteme GmbH ist ein Dienstleister zur Herstellung von elektromechanischen Baugruppen und Kabelkonfektionen. Verlässlich und nachhaltig setzen wir die Kundenwünsche in kürzest möglicher Zeit um. So betreuen wir zur Zeit circa 180 Kunden in den Branchen Luft-und Raumfahrt, Medizintechnik, Maschinen- und Anlagenbau sowie der Transportindustrie. Wir sind zertifiziert nach DIN EN ISO 9001 und DIN EN 9100.
Hauptsitz: Crossen an der Elster
(Thüringen)
www.rmw.de

 

Sympathie Company GmbH

Wir fertigen hochwertige Porzellan-, Glas- und Werbeartikel. Mit einer Vielzahl und Einzigartigkeit an Veredelungstechniken, arbeiten wir innovativ mit hohem Anspruch und Know-how. Wir garantieren unseren Kunden hochwertige Ware aus traditionsbewusstem Handwerk. Unser Selbstverständnis ist das eines serviceorientierten und teamstarken Unternehmens, das Sie sympathisch und kompetent in allen Bereichen berät und unterstützt.
Hauptsitz: Nimritz
(Thüringen)
www.sympathie-company.com

 

Urania Berlin e. V.

Wissenschaftliche Bildung aller Bürger ist die demokratische Aufgabe, der sich die Urania seit über 125 Jahren verpflichtet hat. Als interdisziplinäre Plattform präsentieren wir aktuelle Ergebnisse aus Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft einer breiten Öffentlichkeit und bieten Raum für Auseinandersetzung und Diskussion. Als Lern- und Bildungsort steht die Urania allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern offen.
Hauptsitz: Berlin
(Berlin)
www.urania.de

Foto: José Carlos Pires Pereira - istockphoto.com

IT-Sicherheit als Wettbewerbsvorteil

Datenschutz bleibt auch 2014 im Fokus des BVMW

Cyberattacken, Datenschutz und IT-Sicherheit sind Schlagwörter, die 2013 Internet-Nutzer aufgeschreckt haben. Die Enthüllungen über die Arbeitsmethoden der NSA führten zu einer längst überfälligen medialen Berichterstattung über die technischen Möglichkeiten, Kommunikationsdaten zu speichern. Gezieltes Abhören und Spionieren ist mit entsprechendem Equipment und Speicherkapazitäten über virtuelle und physische Grenzen hinweg problemlos möglich. Technische Neuerungen bringen nicht nur Produktivitätssteigerungen und Komfortgewinn, sondern beeinträchtigen die Privatsphäre der Endanwender und bieten zusätzliche Einfallstore in die Datenbestände von Unternehmen.

Noch bevor das Thema die ungeahnt große mediale Aufmerksamkeit erlangte, hat der BVMW kleine und mittlere Unternehmen für mehr IT-Sicherheit im unternehmerischen Alltag sensibilisiert. Mitte 2012 wurde das Projekt [m]IT Sicherheit ins Leben gerufen und bis Ende 2013 von der „Task Force IT-Sicherheit“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie mit dem Ziel gefördert, deutschlandweit mittelständische Unternehmen für die Notwendigkeit von IT-Sicherheit zu sensibilisieren.

Nicht zuletzt sind Informationstechnologien das Herzstück fast jeden Unternehmens. IT-Sicherheit ist im Mittelstand überlebenswichtig. Allein 93 Prozent aller Unternehmen haben in der Vergangenheit bereits Schäden durch IT-bezogene Sicherheitslücken erlitten, 20 Prozent haben bereits mindestens einen Spionageangriff erlebt, davon sind 50 Prozent auf eigene Beschäftigte zurückzuführen. Gerade der innovative Mittelstand ist eine beliebte Zielscheibe für Angriffe aus dem Netz. Unternehmer sollten daher IT-Sicherheit als Wettbewerbsvorteil begreifen und die Investitionen im Verhältnis zu möglichen Schäden beurteilen.

Die große BVMW-Projektroadshow machte an insgesamt 18 Stationen in der ganzen Bundesrepublik Halt und erreichte mit ihren Veranstaltungen über 2.000 Teilnehmer, die sich vor Ort über IT-Sicherheit und Datenschutz informierten. Allein durch die projektbegleitende Öffentlichkeitsarbeit konnten über zwei Millionen Leser auf das Thema IT-Sicherheit aufmerksam gemacht werden. Der BVMW ist zu einem gefragten Ansprechpartner für Medienvertreter geworden, wenn es darum geht, die Problematik aus der Perspektive des Mittelstands darzustellen. Der BVMW wird IT-Sicherheit auch 2014 im Fokus seiner Aktivitäten behalten. Viele der im Projekt [m]IT Sicherheit initiierten Aktivitäten werden über das Projektende hinaus fortgesetzt. Der Mittelstand ist mehr denn je Zielscheibe von Cyberangriffen und Wirtschaftsspionage. Durch die zunehmende Abhängigkeit von funktionierender IT steigen die finanziellen Verluste durch IT-bedingte Ausfälle. IT-Sicherheit im Mittelstand ist daher überlebenswichtig und ein Schlüssel zur Wettbewerbsfähigkeit.

Alexandra Horn
BVMW, Leiterin Verbandskooperationen und Projekte

Max Kettner
BVMW

www.bvmw.de/it-sicherheit.html

Foto: alphaspirit - Fotolia.com

Veranstaltungskalender

Eine Vielzahl erstklassiger Veranstaltungen werden in den kommenden Monaten vom BVMW auf Bundesebene und in den Regionen vor Ort veranstaltet. Unternehmer und Unternehmerinnen sind herzlich eingeladen, sich zu informieren, Netzwerke zu spannen, sich einzubringen und sich unterhalten zu lassen. Eine kleine Auswahl wichtiger Veranstaltungen ist nachfolgend aufgelistet.

BVMW-Jahresempfang
Dienstag, 11. Februar 2014
18:00 Uhr
Maritim Hotel Berlin
Stauffenbergstraße 26, 10785 Berlin

 

Neujahrsempfang BVMW HESSEN
Samstag, 15. Februar 2014
18:00 Uhr
Hotel DOLCE, Bad Nauheim
Elvis-Presley-Platz 1, 61231 Bad Nauheim

 

Westdeutscher Vertriebstag
Mittwoch, 19. Februar 2014
08:30 Uhr bis Donnerstag, 20. Februar 2014, 16.50 Uhr
Hochschule Niederrhein
Webschulstraße 31, 41065 Mönchengladbach

 

Auftaktveranstaltung -Treffpunkt Familienunternehmen- „Führung im Mittelstand“
Donnerstag, 27. Februar 2014
17:00 Uhr
Rathaus Lichtenberg
Möllendorffstr. 6 , 10367 Berlin-Lichtenberg

 

Forum Mittelstand
Freitag, 28. Februar 2014
14:00 Uhr
Forum Arbeitswelt 21, Eilenriedehalle B, HCC
Theodor-Heuss-Platz 1-3, 30175 Hannover

 

Bundesliga, 2. Liga – und was steckt dahinter?
Freitag, 28. Februar 2014
18:00 Uhr
GETEC Arena
Berliner Chaussee 32, 39114 Magdeburg

 

… neue gesunde Männer braucht das Land!?
Donnerstag, 06. März 2014
16:30 Uhr
BARMER GEK
Halberstädter Straße 15, 39112 Magdeburg

 

UnternehmerTAG Ulm
Donnerstag, 13. März 2014
09:00 Uhr
Donauhalle Ulm
Eugen-Bolz-Straße 5, 89597 Munderkingen

 

Ministergespräch: Holger Stahlknecht (Innenminister)
Freitag, 14. März 2014
09:00 Uhr
NH-Hotel
Olvenstedter Straße 2a, 39179 Barleben, OT Ebendorf

 

Marketing-Kongress
Dienstag, 18. März 2014
13:00 Uhr
Mövenpick Hotel Münster
Kardinal-von-Galen-Ring 65, 48149 Münster

 

Unternehmer um 6 – Pecha-Kucha-Nacht
Dienstag, 18. März 2014
18:00 Uhr
DHL-Paketcenter
Am Sörgenlocher Weg 1, 55291 Saulheim

 

Wirtschaftstag Landkreis Leipzig und Altenburger Land
Donnerstag, 20. März 2014
09:00 Uhr
Sport- und Freizeitpark Tresenwald Machern
Gartenallee 8, 04827 Machern

 

BVMW Business-Dinner
Freitag, 28. März 2014
14:30 Uhr
Le Val d’Or Restaurant in Johann Lafers Stromburg
Schlossberg 1, 55442 Stromberg

 

Bayrisches MittelstandsForum
Donnerstag, 03. April 2014
17:00 Uhr
Veranstaltungsforum Fürstenfeld
Fürstenfeld 15, 82256 Fürstenfeldbruck

 

Weitere zahlreiche Veranstaltungen werden unter www.bvmw.de angekündigt. In der Rubrik „Standorte“ können die Veranstaltungskalender der jeweiligen Regionen abgerufen werden.

Der Mittelstand. im Wandel

Erstmals brachte der BVMW nach dem Wirtschaftsmagazin „erfolgreich selbständig“ im Jahr 2002 ein neues Magazin mit dem Titel „Der Mittelstand.“ heraus. Es hatte zunächst nur 36 Seiten. Seither erscheint das bei Unternehmern und Politikern beliebte und viel gelesene Verbandsmagazin alle zwei Monate. Mit der Zeit wurde auch das Layout kontinuierlich weiterentwickelt – Schauen Sie selbst. Mit der Ausgabe 6-2013 erschien „Der Mittelstand.“ zum ersten Mal für Smartphones und Tablets.

Findige Fachkräfte finden!

Neue Reihe „Meeting Mittelstand“ mit Monster.de, Dentons und ttp in Berlin

Peter Zierbock, Dr. Markus Diepold, Birgid Zoschnik und Henryk Vogel (v. li.) beim „Meeting Mittelstand“ in Berlin.

Intelligente Suche und Interaktivität im Internet, das Webportal Monster.de, erfolgreicher Partner des BVMW, vereint beides. Zu welchem Zweck und mit welchem Ergebnis, das erfuhren Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Hauptstadtregion bei der BVMW-Veranstaltung „Meeting Mittelstand“ im Herzen Berlins.

68 Millionen Stellengesuche im Monat

Vierzig Prozent der Unternehmen, so BVMW-Regionalgeschäftsführerin Birgid Zoschnik, finden derzeit nicht die benötigten Fachkräfte. In kleinen und mittleren Unternehmen waren 2013 knapp zehn Prozent aller Stellen unbesetzt. Zwei Drittel der Jobsuchenden setzen auf Internetstellenbörsen wie Monster.de oder Karrierenetzwerke wie Xing, und ein Drittel wendet sich den Webseiten konkreter Unternehmen zu. Das Interesse an Stellenanzeigen in Zeitungen nimmt ab. Der Direktor von Monster.de, Henryk Vogel, erläuterte unter anderem den Nutzen aktueller Recruiting-Trends für den Mittelstand, zum Beispiel der papierlosen Bewerbung.

Unternehmen als Marke

Wer im Wettbewerb mit den Großunternehmen die besseren Kandidaten gewinnen möchte, muss im Internet Profil zeigen. Employer Branding heißt das Schlüsselwort: das eigene Unternehmen zur Marke machen, am besten mit Hilfe eigener Angestellten in ihrem Umfeld, aber auch zielgruppengerecht in sozialen Netzwerken und auf Internetportalen.

Mitarbeiterbindung

Die Kanzlei Dentons als Gastgeber des Abends verfügt als Fullservice-Agentur neben dem Arbeitsrecht ebenfalls über umfangreiche Erfahrungen, Mitarbeiter durch Employer Branding zu gewinnen und zu halten. Dabei können Themen wie Nachhaltigkeit im Unternehmen und soziales Engagement eine wichtige Rolle spielen. Schließlich kann Mitarbeiterbindung auch über maßgeschneiderte Vergütungsmodelle gefestigt werden.

Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Peter Zierbock von der Firma ttp kann das bestätigen. Angemessene Ausbildungsvergütungen und Stipendien bieten sich für potenzielle Mitarbeiter an. Fortbildungen und Zielvereinbarungen motivieren die gewonnenen Fachkräfte. In den vergangenen Jahren hat sich zudem gezeigt, dass Mitarbeiterbindung ein Thema ist, das nicht erst mit dem Berufsleben beginnt.

Frühzeitig tragende Verbindungen knüpfen

Die JMS Junior Management School bietet in Abstimmung mit der Industrie- und Handelskammer ein zwölfmonatiges Curriculum an, bei dem eine direkte Förderung durch Unternehmen stattfindet. Die jugendlichen Teilnehmer haben einen unmittelbaren Ansprechpartner und werden zu Botschaftern für ihr Unternehmen in ihren eigenen sozialen Netzwerken. Für kleine und mittlere Unternehmen wird das Pilotprojekt zudem gefördert.

Henry-Martin Klemt
BVMW-Pressesprecher Berlin-Brandenburg

Foto: Henry-Martin Klemt

Die mobile Website von Der Mittelstand.

Auf der mobilen Webite von Der Mittelstand. finden Sie alle Informationen rund um das Magazin: Ein Archiv mit vergangenen Ausgaben, direkter Kontakt zur Redaktion, die aktuellen Mediadaten und vieles mehr. 

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Impressum

 

Der Mittelstand.
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Herausgeber

BVMW – Bundesverband mittelständische Wirtschaft, Unternehmerverband Deutschlands e. V.
Präsident Mario Ohoven
Mosse Palais, Leipziger Platz 15
10117 Berlin
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Redaktion

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Fax: 030 / 53 32 06-50
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Chiara Ohoven
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